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1100 Jahre Im Herzen Europas | Karte
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In dem sich westlich der Donau erstreckenden Landesteil findet man alles, was den Urlaub und die Erholung angenehm und abwechslungsreich macht: "Königsstädte", wildromantische Gebirgsgegenden, das Wasser flacher Seen, zum Spaziergang einladende Parks, Möglichkeiten für Wassersport und Fahrradtouren, außerdem geizt die Gegend auch nicht mit guten Weinen, Naturschönheiten und historischen Stätten. Die mit vielen Sehenswürdigkeiten gesegneten Städte finden wir in dieser bergigen Region, wo der Hüter des ungarischen Kulturschatzes, das Gebäudeensemble der Erzabtei von Pannenhalma, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, wo der frühchristliche Friedhof von Pécs und das Gebiet um den Fertõ-See hervorzuheben sind.

 

Vértes-Gebirge (D3)
Wildromantische Täler und seltene Gebirgspflanzen sind im Landschaftsschutzgebiet von Vértes zu finden. In der Esterházy- Höhle am Berg oberhalb von Csákvár lieferten Tierknochen und Überreste des dreihufigen Urpferdes den Beweis für hiesiges Leben vor 10 Millionen Jahren. Die schönsten Blumen befinden sich im Fáni-Tal und auf der Irtás-Wiese gedeiht prächtiges Federgras. Der gehaltlose rote Boden der Bauxitgrube von Gánt und Meleges wirkt dagegen wie eine leblose Mondlandschaft. Burgruinen überragen etliche Felskuppen. Der geologisch-botanische Lehrpfad zwischen Csákvár und Gánt bietet einen 3,5 Kilometer langen Spaziergang über den Haraszt-Berg und durch das Kõlik-Tal. Der Anblick schöner Bauernhäuser erwartet die Wanderer in Vérteskozma.

Majk (D2)
In den voneinander getrennten Einsiedlerzellen der Kamaldulenser lebten einst in weiße Kutten gehüllte Mönche, die das Gelübde des Schweigens abgelegt hatten, nach strengen Ordensregeln. Die 17 Einsiedlerbehausungen, die Mitte des 18. Jahrhundert erbaut wurden, waren der ideale Ort für die Mönche: In jeder Zelle gab es eine Hauskapelle, eine Schlafnische, eine Werkstatt und eine Kammer. Die Lebensweise der Mönche ist in der in einer Behausung zusammengestellten Ausstellung über die Geschichte des Ordens dokumentiert. Im Zentrum der Einsiedelei befindet sich der erhaltene Turm der Kirche. Der Kirchturm bietet einen herrlichen Rundblick, von dort erklingt jede Viertelstunde ein Glockenspiel.

 

 

Tata (D2)
Ein bevorzugter königlicher Erholungsort war im Mittelalter die "Stadt der Gewässer". Daran erinnert das am Ufer des Alten Sees (Öreg-tó) stehende Burgschloss. In seinen Sälen befindet sich die ausgesprochen reiche Ausstellung über die wechselvolle, in der Römerzeit beginnende Geschichte der Gegend, die Funde archäologischer Ausgrabungen und die Sammlung interessanter Arbeiten der Tataer Fayencemanufaktur. Die künstlichen Ruinen in Ungarns erstem englischem Garten wurden aus den Steinen der Vértesszentkereszter Abtei aus dem 12. Jahrhundert (deren Ruine noch im Wald zu finden ist) am Ufer des Cseke-Sees errichtet. Die an den reichlich Wasser spendenden Quellen gebauten Wassermühlen sollen uns heute nur noch die Vergangenheit in Erinnerung rufen: Das älteste Baudenkmal der Stadt ist die Cifra- Mühle. In der Nepomucenus-Mühle (Alkotmány u. 1.) stellt das deutsche Nationalitätenmuseum (Német Nemzetiségi Néprajzi Múzeum) die Zeugnisse der gegenständlichen und geistigen Kultur der in Ungarn lebenden deutschen Minderheit vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor. Die Gipskopien von 96 weltberühmten antiken Statuen sind in dem in der ehemaligen Synagoge befindlichen Museum der griechischrömischen Skulpturenkopien (Görög-római Szobormásolatok Múzeuma, Hõsök tere 7.) zu sehen. Einmalige Besonderheiten sind das Naturschutzgebiet am Kreuzweg-Hügel und das geologische Museum: In dem verlassenen Steinbruch geben die in einem Zeitraum von Millionen von Jahren übereinander geschichteten Gesteinsformationen Auskunft über die Erdgeschichte und frühere Lebewesen wie z. B. vor 170 Millionen im Meer versteinerte Muscheln und Schnecken und die Stelle, wo die Urmenschen einst Feuerstein fanden. Neben der Kreuzwegkapelle und der Statuengruppe erhebt sich der 45 Meter hohe Jakab-Fellner- Aussichtsturm. Am Quellensee, der wegen seiner seltenen Pflanzenwelt unter Naturschutz steht, wurden das beliebte Fényes-Bad erbaut und Sportplätze angelegt.

 

Tata, castle

Komárom (C-D2)
Die strategische Bedeutung dieser Stadt am Donau-Ufer zieht sich wie ein roter Faden durch die Stadtgeschichte: In der Römerzeit war sie unter dem Namen Brigetio eine wichtige Stadt der Kolonie Nieder-Pannonien, im 11. Jahrhundert ließ König Stephan eine Erdfestung errichten und im 19. Jahrhundert wurde ein komplettes System von Befestigungsanlagen angelegt. Einzigartige Militär- und Industriedenkmäler sind die drei Festungen der Stadt: Am größten ist die durch ein Kasemattensystem und Schanzen geschützte, von außen kaum sichtbare Festung von Monostor, eine der am besten erhalten gebliebenen Befestigungsanlagen Europas (ein Gebäudeensemble auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern). In der wesentlich kleineren Igmándi-Festung wurde das Lapidarium aus der Römerzeit des Klapka-György-Museums ausgestellt, die Csillag-Festung kann vorerst nicht besichtigt werden. Durch das Friedensdiktat von Trianon kam der nördliche Teil der Stadt zur Tschechoslowakei. Die zwei Stadtteile sind durch die Elisabeth-Brücke verbunden. In dem ruhigen Park mit vielen Schatten spendenden Bäumen befindet sich das Thermalbad mit sechs Becken. Das aus einer Tiefe von 1268 Metern an die Oberfläche sprudelnde Wasser lindert bzw. heilt Erkrankungen des Bewegungsapparates und Frauenleiden.

 

Komárom, preservation of the national historic heritage

Gyõr (C2)
"Die Stadt, wo sich die Flüsse treffen", das Arrabona der Römerzeit, der fast tausend Jahre alte Bischofssitz, wo Napoleon 1809 eine Schlacht gewann, ist wegen der stimmungsvollen Innenstadt und der schönen Barockgebäude bekannt und gilt gleichzeitig als Schul- und Industriezentrum.
Der alte Stadtkern befand sich auf dem Káptalan-Hügel am Zusammenfluss der drei Flüsse Donau, Rába und Rábca. An ihrem stumpfen Turm kann man die Gyõrer Residenz der Bischöfe (Káptalan domb 5/A) schon von weitem erkennen. Die ältesten Gebäude sind der aus dem 13. Jahrhundert stammende Wohnturm und die gotische Dóczy-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Der romanische Vorgänger des in den Rang einer Basilika Minor erhobenen Doms (Apor Vilmos püspök tér) stand schon im Jahre 1030, 400 Jahre später wurde die gotische St.-Ladislaus-Kapelle gebaut (Héderváry-Kapelle), die anlässlich der Heiligsprechung des Königs Ladislaus I. (1077-1095) errichtet wurde. Dort wird auch die Herme des St. Ladislaus aufbewahrt, die den Gipfel der mittelalterlichen Goldschmiedekunst darstellt. Schatzkammer und Bibliothek der Gyõrer Kirchenprovinz (Gyõri Egyházmegyei Kincstár és Könyvtár, Káptalan domb 26.) hüten die Meisterwerke sakraler Kunst aus 1000 Jahren. Die Werke des herausragenden Vertreters der ungarischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, Miklós Borsos (1906-1993), sind in dem nach ihm benannten Museum (Apor Vilmos püspök tere 2.) ausgestellt. Im Dachgeschoss des typisch klassizistischen Gebäudes, des Kreszta-Hauses (Apáca u. 1.) lohnt es sich, die Ausstellung der entzückenden Figuren der Keramikerin Margit Kovács (1902-1977) zu betrachten.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Figur des schmiedeeisernen Hahns am Zierbrunnen des Donautorplatzes (Duna-kapu tér), der 1594 die Eroberung der später von Napoleon zerstörten Burg durch die Türken verkündete. Von den berühmten Baudenkmälern des Széchenyi-Platzes war der an der Ecke des Eisenstock-Hauses (Vastuskós ház) (Nr. 4) stehende, mit Eisennägeln beschlagene Baumstamm das Aushängeschild des Gewürzladens aus dem 14. Jahrhundert. Ein prächtiges Barock-Palais ist das Apátúr-Haus (Nr. 5), die einstige Residenz des Erzabtes. Hier werden die Sammlungen über die reiche Stadtgeschichte und die Entwicklung der Medizin sowie Ausstellungen der angewandten Kunst und eine Briefmarkenausstellung präsentiert. Die bemerkenswerten Gebäude des Benediktinerordens befinden sich ebenfalls auf dem Platz: Der Innenraum der Kirche St. Ignac von Loyola wurde nach dem Modell der römischen Kirche Il Gesú mit der Original-Barockeinrichtung und mit wunderschönen Fresken ausgestattet. Der schmiedeeiserne Schmuck am alten Rathaus (Rákóczi u. 1.), das imposante eklektische Gebäude des neuen Rathauses (Városház tér), der Hof des ungarischen Spitals mit toskanischen Säulen (Rákóczi u. 6.), das Rozália-Haus (Kazinczy u. 21.) mit dem reich verzierten, für die Stadt typischen Erker verdienen beachtet zu werden. Das städtische Museum stellt den Besuchern die Péter-Váczy-Sammlung (Rákóczi u. 6.) mit griechischen und römischen Schmuckgegenständen, Mobiliar aus der Renaissance und dem Barock, Statuen, Gemälden, chinesischem Porzellan und zeitgenössischen Grafiken vor. Im Esterházy- Palais befindet sich die städtische Bildergalerie (Király u. 17.), welche die reiche Sammlung ungarischer Malerei des 20. Jahrhunderts zeigt.
Am Zusammenfluss der Flüsse befindet sich das Bad Rába-Quelle (Fürdõ tér 1.).

 

Gyõr
 
 
 
 

Pannonhalma (C2)
Seit 1000 Jahren erhebt sich das älteste Juwel der ungarischen Baukunst auf dem Gipfel des im Mittelalter "heiliger Berg Pannoniens" genannten St.-Martin-Berges: die Erzabtei der Benediktiner, "das älteste ungarische Haus", das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
In der im 13. Jahrhundert erbauten Basilika finden heute Orgelkonzerte statt. Das gotische Sternrippengewölbe des Altarraumes, die Kapellen und die im Jahre 1001 geweihte Krypta sind einzigartige Werte. Das Kloster mit Ungarns einzigem, vollkommen erhalten gebliebenen mittelalterlichen Kreuzgang und mit den wunderschönen Renaissance-Schnitzereien der Porta speciosa aus rotem Marmor beherbergt mit 360.000 Bänden eine der größten Benediktiner-Bibliotheken und Archive der Welt (hier wird auch das älteste Schriftstück in ungarischer Sprache - die Stiftungsurkunde der Abtei von Tihany aus dem Jahre 1055 - aufbewahrt). Die wissenschaftlichen Werke und Kunstsammlungen der Erzabtei Pannonhalma sind von unschätzbarem Wert. In der Bildergalerie (Vár 1.) werden temporäre Ausstellungen gezeigt, das umfangreiche Münzkabinett bewahrt zahlreiche römische Münzen auf. Der Lehrorden der Benediktiner gibt auch heute sein Wissen weiter: Im Kloster gibt es ein Gymnasium und ein Internat. Das Arboretum gegenüber dem Klostereingang ist zu einem Teil Park der Abtei und zum anderen Teil ein Wald mit schönen Spazierwegen. Das Millenniumsdenkmal entstand zum eintausendsten Jahrestag der ungarischen Landnahme.

 

Pannonhalma

Fertõd (B2)
Das größte und schönste Barockschloss Ungarns ist das Schloss Esterházy (Joseph Haydn út 2.), das als "ungarisches Versailles" 1720 in einer Bauzeit von 46 Jahren für die reichste Familie des ungarischen Adels, die Familie Esterházy, errichtet wurde und von einem wunderschönen Park im Stil des Barock bzw. Rokoko umgeben ist. Joseph Haydn (1732-1807) verbrachte als Hofkomponist mehr als ein Jahrzehnt im Schloss, das heute als Museum gobelinbezogenes und mit Intarsien versehenes Mobiliar der Schlösser des 18. Jahrhunderts sowie wertvolle Gegenstände aus chinesischem Porzellan präsentiert. Das in dem barocken Musikhaus (Madách sétány 1.) eingerichtete Haydn-Gedenkzimmer setzt dem weltbekannten Komponisten Joseph Haydn, der auch das Schlossorchester leitete, ein Denkmal.

 

Concert at Fertõd

Sopron (A-B2)
Die dicht an der österreichischen Grenze zwischen den Nadelwäldern der Lövérek und den Weingärten, die gute Weine liefern, gelegene Kleinstadt mit subalpinem Klima ist besonders reich an Kulturdenkmälern. Sie war einst eine wichtige Station an der Bernsteinstraße, die von Nord nach Süd durch Europa führte. Teile von Skulpturen und Steinen zeigt die Sammlung des Scarbantia Forums im Untergeschoss des als Wahrzeichen der Stadt bekannten Feuerturms (Tûztorony, Fõ tér 1.). In den Obergeschossen kann die stadtgeschichtliche Ausstellung besichtigt werden. Den stimmungsvollen barocken Hauptplatz, den Fõ tér, beherrscht die im Volksmund Ziegenkirche genannte Benediktinerkirche mit gotischem Gewölbe und barocker Ausstattung. Im 17. Jahrhundert war sie auch Schauplatz von Krönungen und Landesversammlungen. Zu den am häufigsten besuchten Museen des Landes zählt das barocke Storno-Haus (Fõ tér 8.) mit dem Eckerker, das die umfangreiche Sammlung der bekannten Kunstsammler-Dynastie sowie eine ortsgeschichtliche Sammlung beherbergt. Das Generalshaus (Tábornok-ház, Fõ tér 7.) war im 17. Jahrhundert der Wohnsitz der Bürgermeister und Stadtkommandanten. 300 Jahre älter ist das Fabricius-Haus (Fõ tér 6.), eines der wertvollsten weltlichen Baudenkmäler der Stadt, seine Einrichtung und sein Mobiliar spiegeln den Geschmack des Bürgertums im 17./18. Jahrhundert wider. In seinem mittelalterlichen Keller ist das Lapidarium aus der Römerzeit zu sehen, wo eine Trias- Skulpturengruppe betrachtet werden kann. Solch eine Gruppe schmückte auch das Capitol in Rom. Ebenfalls aus der Zeit der Gotik stammt das Gambrinus-Haus (Fõ tér 3.). Die schönsten Einrichtungen von denkmalgeschützten Soproner Apotheken und seltene Bücher der Pharmazie sammelte das Apothekenhaus (Fõ tér 2.). Das interessanteste Baudenkmal der Neogotik aus dem 19. Jahrhundert ist die Kirche der Ursulinen (Orsolya tér 2.), in deren Oratorium sich die Ausstellung sakraler Kunst der Soproner römisch-katholischen Sammlung der Kirchengeschichte mit Holzschnitzereien und Goldschmiedearbeiten befindet. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die alte Synagoge (Új u. 22.) erbaut, in der Erinnerungsstücke an das Soproner Judentum in einer Ausstellung ausgestellt werden. Der Stil des Eggenberg-Hauses (Szent György u. 12.) ist von der Spätrenaissance des 17. Jahrhunderts geprägt. An seinem Tor ist das Wappen von Brandenburg, im Loggienhof das Wappen der Hohenzollern angebracht. Die 600 Jahre alte gotische Kirche Sankt Georg (Szent György u.) wurde im Barockstil umgebaut, ihre Fresken stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Museenstraße der Stadt ist die Templom utca, wo man eine wertvolle Sammlung nach der anderen findet. Im ehemaligen Ordenshaus der Franziskaner, dem späteren Ordenshaus der Benediktiner (Nr. 1.), blieb der mittelalterliche Káptalan-Saal erhalten. Das besonders wertvolle Baudenkmal stammt aus dem 13. Jahrhundert, sein reicher Schmuck, seine Skulpturen und Wandmalereien sind in Ungarn einzigartig. Im einstigen Esterházy-Palais (Nr. 2.) bietet die sehenswerte Ausstellung des Zentralen Bergbau-Museums mobile Modelle über die Entwicklung des Bergbaus und seine Bedeutung in der bildenden und angewandten Kunst. Das benachbarte Esterházy-Palais (Nr. 4.) stellt die Sammlung der Geschichte der Forstwirtschaft, der Holzindustrie und der Vermessungstechnik vor. Die Sammlung des evangelischen Landesmuseums wurde im Pfarrhaus (Nr. 12.) untergebracht. In den winzigen ehemaligen mittelalterlichen Kaufmannshäusern findet man heute elegante Geschäfte. Eines der wertvollsten Baudenkmäler der Stadt ist die Heiliggeistkirche (Szentlélek u.), ein gotisches Kunstwerk vom 14./15. Jahrhundert. Die Backstube, die Konditorenwerkstatt und die Wohnung des Bäckers, den Brotladen und die Konditorei stellt das einzige Bäckereimuseum des Landes (Bécsi u. 5.) dem Besucher vor. Die Sammlung Zettl-Langer (Balfi út 11.) enthält wertvolle Gegenstände, antike Möbel, besondere Waffen und wertvolle Gemälde. Die Exponate der Volkskunstausstellung (Deák Ferenc tér 1.) machen den Interessenten mit der Volkskunst und 23 Handwerksberufen und Gewerbearten des ehemaligen Komitats Sopron bekannt. Die sich über der Stadt erhebenden Lövérek-Berge gehören zum Soproner Landschaftsschutzgebiet und sind eine ideale Umgebung für Ausflüge, in ihren Wäldern blühen Alpenveilchen. Der höchste Punkt ist die Károly-Anhöhe (398 Meter) mit dem 23 Meter hohen Aussichtsturm, der einen vollständigen Rundblick bietet. Mit dem Bus ist das beliebte Bad Tómalom zu erreichen.
Auch die Umgebung der Stadt bietet Sehenswürdigkeiten: In der Gartenstadt Sopronbánfalva erhebt sich auf einem Hügel die Karmeliterkirche, ein imposantes Gebäude mit Barocktreppe und Kloster.
Wegen ihrer Natur- und Kulturschätze ist auch die Fertõ-Kulturlandschaft Teil des Weltkulturerbes. Der Fertõ-See gehört zum Nationalpark Fertõ-Hanság. Das einzige Erholungsgebiet auf ungarischer Seite befindet sich in Fertõrákos. Der Ort ist für seine, an die ägyptischen Tempel erinnernden Steingruben bekannt: Aus den Steinen eines Steinbruchs aus der Römerzeit wurden viele Gebäude in Sopron und in Wien erbaut, heute kann man alljährlich im Sommer Aufführungen im Höhlentheater besuchen. Eine Wendeltreppe führt nach oben, von wo sich ein herrlicher Blick auf den Neusiedler See bietet.

 

Sopron, Castle District
 
Sopron
 
 
 
 

Nagycenk (B2)
Das in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts im Stil der Zeit umgebaute, mit Gasbeleuchtung und Badezimmern ausgestattete Schloss Széchenyi (Kiscenki út 3.) gehörte dem Grafen István Széchenyi (1791-1860), dem herausragenden Politiker der Reformzeit und der Revolution von 1848-1849, der als erster eine feste Donaubrücke, die Kettenbrücke in Budapest, erbauen ließ und die Ungarische Akademie der Wissenschaften gründete sowie die Dampfschifffahrt auf der Donau förderte. Auf seinem Familienbesitz wurde mit der Aufzucht von Rennpferden begonnen. Das Gedenkzentrum István Széchenyi stellt das vielfältige Lebenswerk des "größten Ungarn" vor. Die Széchenyi-Museumsbahn fährt nach Fertõ, wo sich von der klassizistischen Gloriette ein unvergleichlicher Ausblick auf den Fertõ See bietet. Im Lokomotivenmuseum veranschaulichen Dampfloks, Personen- und Güterwagen sowie Waggons für den Transport von Baumstämmen die Geschichte der Schmalspurbahnen. Vom Schloss führt eine vor 250 Jahren gepflanzte, aus 600 kleinblättrigen Lindenbäumen bestehende Allee zu einem kleinen Wald.

Nagycenk, Széchenyi Palace

Bük (B3)
Den Namen der in der Nähe der österreichischen Grenze gelegenen Großgemeinde machte sein Heilbad europaweit bekannt. Im Heilbad von Bük (Termál körút 2.) werden Heilkuren bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei Störungen des Verdauungssystems, bei Kreislaufstörungen neben einer Fachsprechstunde für Rheumatologie und Physiotherapie angeboten. Im Birdland Golf & Country Club findet man einen besonders schönen Golfplatz mit 18 Löchern, den die Liebhaber dieser Sportart zu schätzen wissen.

 

Bükfürdõ

Kõszeg (B3)
Kõszeg ist vielleicht die einzige Stadt auf der Welt, in der zur Erinnerung an den Sieg im August 1532 über die Türken die Glocken um 11 Uhr läuten, zu der Zeit, als die Verteidiger der Kõszeger Burg unter ihrem Burgkommandanten Miklós Jurisics 25 Tage lang die Angriffe des gegen Wien vorrückenden türkischen Heeres unter Sultan Suleiman abwehrten.
Die Jurisics-Burg (Rajnis József u. 9.) mit den vier Ecktürmen wurde im 13. Jahrhundert erbaut, die Burg erhielt ihre heutige Gestalt nach der Feuersbrunst im Jahre 1777. Die größte Bastei der Stadtmauer ist der alte Turm oder Zwinger, im Burgmuseum sind die Waffen aus der türkischen Belagerungszeit, Dokumente der Stadtgeschichte und Interieur aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt. Prächtige Baudenkmäler umgeben eines der schönsten Stadtzentren des Landes, den Jurisics-Platz: Der imposante Eingang des zum 400. Jahrestag des türkischen Belagerung errichteten Heldentors, rechts daneben das Arkadenhaus (Lábasház 2.). Nahezu alle Häuser rundum stehen unter Denkmalschutz. Im Generalshaus (Tábornok-ház, Nr. 4-6.) aus der Spätrenaissance können die Ausstellungen des städtischen Museums über die hiesigen Zünfte und Handwerksbetriebe - Uhrmacher, Fleischer, Kammmacher, Honigkuchenbäcker, Schlosser, Barbier, Weber, Fotografen - besichtigt werden. Das 500 Jahre alte Rathaus (Nr. 8.) trägt Stilmerkmale von der Gotik des 15. Jahrhunderts bis zum Barock und ist darüber hinaus mit Wappen geschmückt. Eine Besonderheit in Ungarn ist das ebenfalls sehr reich geschmückte Sgraffiti-Haus (Nr. 7.). In dem mehrgeschossigen Haus (Nr. 11.) ist das Apothekenmuseum "Goldenes Einhorn" untergebracht, in dem die schönsten Objekte aus mehreren denkmalgeschützten Apotheken und eine Heilkräutersammlung besichtigt werden können. Die Kirche St. Emmerich vereint mehrere Baustile und die Kirche St. Jakob (Jurisics tér) ist das älteste und schönste Baudenkmal der Stadt. Sehenswert sind der gotische Chor und die aus Holz geschnitzte Madonnenfigur, ein Meisterwerk des 15. Jahrhunderts. Die wunderschönen Glasfenster und die geschmackvoll geschwungenen neogotischen Säulen machen die Herz- Jesu-Pfarrkirche zu einem der schönsten Bauwerke der Stadt (Várkör).

 

Kõszeg, Pharmacy Museum

Kõszeger Gebirge (B3)
Das Landschaftsschutzgebiet Kõszeg weist eine große Vielfalt an seltenen Pflanzen auf und ist ein lohnenswertes Ausflugsgebiet: An die sieben landnehmenden Stämme erinnert ein beliebtes Wanderziel, nämlich "sieben Quellen" (Hétforrás). Im 17. Jahrhundert wurden die Steier-Häuser erbaut. Der Berg Geschriebenen-Stein (Írott-kõ) ist mit 883 Metern der höchste Berg in Pannonien. Die Attraktion der Weinkellerzeile Cák sind die acht schilfgedeckten und unter Denkmalschutz stehenden Kelterhäuser, in denen zeitweilige Ausstellungen über den Weinanbau und die Weinherstellung stattfinden. Über dem Erholungsort Velem mit dem subalpinen Klima hat man von der im 13. Jahrhundert auf dem 568 Meter hohen Berg errichteten Kapelle St. Vid eine herrliche Aussicht auf die umliegende Landschaft. Zu den bemerkenswerten Baudenkmälern zählt auch das als königliches Jagdschloss erbaute Schloss Sibrik, das inmitten einer denkmalgeschützten Parkanlage steht.

 

 

Szombathely (B3)
Die Bürger der im Jahre 43 u. Z. gegründeten Stadt Savaria genossen die gleichen Rechte wie die Römer. Von den Einnahmen der Bernsteinstraße, welche die Stadt durchquerte, errichteten sie eine prachtvolle Stadt. Zwei archäologische Ausgrabungsstätten sowie der alljährlich im Sommer veranstaltete historische Karneval Savaria vermitteln eine Vorstellung vom einstigen Prunk dieser Stadt. Auf dem Ruinenfeld des Forums der ehemaligen römischen Bürgerstadt (Romkert, Templom tér 1-3.) wurden Teile des größten zusammenhängenden Mosaiks im Palast des Statthalters - zugleich Pannoniens - sowie die aus römischen Steinen errichteten Grundmauern der Burg aus dem 9. Jahrhundert, ein 50 Meter langer Abschnitt der 2000 Jahre alten Bernsteinstraße, der Tempel des Merkur und das öffentliche Bad freigelegt. Die Funde des Zollhauses befinden sich im Savaria-Museum (Kisfaludy Sándor u. 9.). Der Tempel der Isis des Iseum-Ruinenfeldes (Iseum-romkert, Rákóczi u. 1.) aus den 2. Jahrhundert dient den Iseum-Sommerspielen als Kulisse. Ungarns größte Barockkirche ist die zweitürmige, ab 1791 erbaute Basilika (Templom tér). Der riesige Innenraum wurde von hervorragenden Künstlern mit Fresken, Gemälden und Statuen geschmückt. Der Festsaal des im Zopfstil errichteten Bischofspalastes (Berzsenyi tér 3.), die Sala Terrena, zählt zu den schönsten Barocksälen des Landes. Lohnenswert ist es, das Museum der Kirchenprovinz wegen seiner umfangreichen Sammlung sakraler Kunst aufzusuchen.
Im Dorfmeister-Saal der Bibliothek und des Archivs der Kirchenprovinz (Szily János u. 1.) sind die Werke des namhaften Malers zu sehen. Neben der durch ihr prächtiges Barockportal bekannten gotischen Pfarrkirche der Heiligen Elisabeth (Aréna u. 1.) steht das Gebäude des einstigen Franziskanerklosters. Namenspatron der ehemaligen Dominikaner-Pfarrkirche Sankt Martin ist der in der Stadt geborene Heilige Martin von Tours. Der Altarraum ist mit gotischen Wandmalereien geschmückt. Die Seen der Stadt sind sowohl zum Angeln als auch zum Rudern geeignet, in ihrer Umgebung wurde das Museumsdorf des Komitats Vas (Árpád u. 30.) mit 37 Bauten aus 27 Gemeinden errichtet, das die typischen Bauwerke volkstümlicher Architektur für die Nachwelt bewahrt. Der Stolz des Arboretums von Kámon (Szent Imre herceg u. 7.), Ungarns größtem Arboretum, ist ein Meer blühender Rhododendren im Mai, wovon mehr als 50 verschiedene Arten bewundert werden können.

 

Szombathely, Savaria historical games

Ják (B3)
Eine der schönsten romanischen Kirchen in Ungarn ist die monumentale Kirche des einstigen Benediktinerklosters, heute die Pfarrkirche Sankt Georg, die in den Jahren 1214-1256 erbaut wurde. (Ihre verkleinerte Kopie ist in Budapest in der Burg Vajdahunyad zu sehen). Sorgfältig gearbeitete Figuren schmücken das prächtige Hauptportal, das Innere der Kirche wird durch mächtige Pfeiler in drei Teile gegliedert, die Wände schmücken 700 Jahre alte Fresken. Die genauso alte Kapelle Sankt Jakob steht gegenüber der Kirche und ist ebenfalls ein bedeutendes Baudenkmal.

 

Ják

Sárvár (B3)
Eine lange Steinbrücke führt zu dem einst von Wassergräben umgebenen, fünfeckigen Burgschloss Nádasdy (Várkerület 1.), das im Laufe seiner im 16. Jahrhundert beginnenden Geschichte als Festung und der Adelsfamilie als Wohnsitz diente. Wegen seiner reich verzierten Innenausstattung und des wertvollen Mobiliars ist das Ferenc-Nádasdy-Museum heute eines der schönsten Schlossmuseen des Landes. Es stellt die eng verbundene Geschichte von Burg und Stadt, Gegenstände aus dem Leben der ungarischen Husaren und eine umfangreiche Kunstgewerbe-Sammlung vor. Das salzhaltige Wasser des Heil- und Wellnessbades (Vadkerti u. 1.) wird zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, zur Nachbehandlung von Knochenbrüchen und bei Frauenleiden angewendet, es unterstützt auch die allgemeine Regeneration und Kondition in Form von Heilkuren. Für Badekuren zu Hause empfehlen sich die durch Destillation gewonnenen "Sárvárer Thermalkristalle".

 

Sárvár, reception hall in the Nádasdy Castle

Õrség (A3)
Das Erholungsgebiet an den sanften, mit Wald bewachsenen Hängen hat schon seit dem 10. Jahrhundert eine wichtige Rolle beim Schutz der Grenze gespielt. Die Bewohner siedelten sich auf den Bergkuppen, die gut zu verteidigen waren, in Weilern zu fünf bis zehn Häusern an. Die 18 Dörfer bewahren noch heute die Form aus der Zeit der Landnahme: In fast allen gibt es alte Häuser und einen Glockenturm. Der schönste darunter befindet sich in Pankasz. Das Zentrum der Õrség ist Õriszentpéter, dessen romanische Pfarrkirche (Templomszer 15.) nach dem Apostel St. Petrus benannt wurde. Aufmerksamkeit verdient auch das Landschaftsmuseum der Õrség (Mûvelõdési Ház, Városszer 55.). Typische Beispiele der volkstümlichen Baukunst kann man in der aus sieben Weilern bestehenden Gemeinde Szalafõ im ausgebauten Freilichtmuseum von Pityerszer sehen: Besonderheiten sind das mit Stroh gedeckte Haus, das eingezäunte Haus und die zweigeschossige Kammer. In der Kirche aus dem 13. Jahrhundert in Velemér kann man wunderschöne Fresken bewundern. Eine mittelalterliche Kirche befindet sich auch in Hegyhátszentjakab. In der Nähe des Ortes ist der Vadása-See ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Velemér, frescoes

Martonvásár (D3)
Martonvásár ist eng mit dem Namen Beethoven verbunden, da sich der große Komponist hier zweimal als Gast aufhielt. Durch seine Freundschaft mit der Martonvásárer Familie Brunszvik und seine Gefühle zur "unsterblichen Geliebten" beschenkte er die Menschheit mit Werken wie der Appassionata-Sonate, der Mondschein-Sonate und dem letzten Satz der Sinfonie Nr. 4. Das Beethoven-Museum des neogotischen Schlosses Brunszvik bewahrt das Andenken an den Komponisten. Die Noten, der Flügel, auf dem er spielte, und die gehütete Reliquie des Familiennachlasses, eine Haarlocke, erinnern an Beethoven. Im Schlosspark kann man sich an dem wunderschönen Arboretum erfreuen, in dessen Mitte befindet sich ein See mit einer kleinen Insel, auf die man über eine Holzbrücke gelangen kann. Dort wurde eine Bühne gezimmert, die in den Monaten Juli und August Schauplatz der berühmten Beethoven-Konzerte ist.

 

Martonvásár, concert
 
Martonvásár, Brunszvik Mansion

Velence-See (D3)
Der "See des Sonnenscheins" ist dank der günstigen geografischen und einzigartigen natürlichen Gegebenheiten - mit 2050 Sonnenstunden pro Jahr - eines der beliebtesten Erholungsgebiete. Das mineralhaltige, seidige Wasser des Sees, der eine Fläche von 26 Quadratkilometern und eine durchschnittliche Tiefe von 1,2 Metern aufweist, erfrischt und regeneriert. Der Wind, der vom Velence- Gebirge herüberweht, ist ideal für den Segelsport und die Schilfgebiete sind ein idealer Platz zum Angeln. Das Touristenzentrum des Velence-Sees ist Gárdony. Einer der ältesten Ferienorte ist Velence, wo schon vor 70 Jahren der Yachtclub gegründet wurde. Die geschützten Kellerzeilen und Kelterhäuser reihen sich an der Sonnenseite des Bence-Berges aneinander, von dessen Gipfel sich ein herrlicher Rundblick auf den See bietet. Das Thermalbad von Agárd mit dem 5 oC heißen Heilwasser wird in erster Linie zur Linderung von Krankheiten des Bewegungsapparates und gynäkologischen Beschwerden angewendet.
Die Schilfgebiete, die ein Drittel des Sees bedecken und enge Durchlässe sowie innere Buchten entstehen lassen, sind ein Vogelreservat mit seltenen Wasservögeln. 28 Vogelarten nisten hier regelmäßig. Der See bietet auch Winterfreuden, denn auf dem zugefrorenen See kann man Schlittschuh laufen und Eissegeln trainieren. Im Sommer fahren Fahrgastschiffe von den Häfen in Agárd und Velence zur Mückeninsel (Szúnyog-sziget).
Von den zwei Denkmälern in Pákozd erinnert das eine die Nachwelt an den Sieg, das andere an die Niederlage - beide jedoch an das Heldentum der ungarischen Soldaten. Die siegreiche Schlacht vom 29. September 1848 während der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848-1849 gegen die Habsburger wird als Modell in der Gedenkausstellung an die Schlacht von Pákozd gezeigt, der Obelisk wurde anlässlich des einhundertsten Jahrestages der Schlacht aufgestellt. Die ökumenische Gedenkkapelle setzt der im Winter 1942 am Don bezwungenen ungarischen Armee ein Denkmal. Einmalig in Europa sind die wankenden Steine von Pákozd: die vom Wind geschliffenen Granitfelsen erinnern in ihrer Form an Hund, Löwe, Sphinx und Bär. Ein wichtiges Gebiet für Ornithologen ist das Vogelreservat am Fuße des Mészeg-Berges. Im Aboretum von Pákozd-Sukoró findet man 250 Baum- und Straucharten. Einen Lehrpfad und eine als Aussichtspunkt dienende Vogelwarte erwarten die Naturfreunde. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Velence-See mit seinen Schilfgebieten.

 

Ice-sailing on Lake Velence

Székesfehérvár (D3)
Die alte ungarische Stadt Székesfehérvár trägt die fürstliche Farbe "weiß" auch in ihrem Namen (Stuhlweißenburg), sie wurde 972 als Alba Regia gegründet und war der erste Sitz der ungarischen Könige. Fünf Jahrhunderte lang befand sich hier die Hauptkirche des Landes, wo 37 Könige und 39 Königinnen gekrönt und 15 Herrscher begraben wurden. Hier wurden die Heilige Krone und das Staatsarchiv aufbewahrt, ebenso wurden hier die Landesversammlungen abgehalten.
Die herausragende Rolle der Stadt im Mittelalter bezeugen auch die Sehenswürdigkeiten auf dem Rathausplatz (Városház tér): Der Reichsapfel und die an der Stelle des Palastes von Stephan dem Heiligen erbaute Franziskanerkirche, deren Fresken das Leben des sehr jung verstobenen Königssohnes St. Emmerich darstellen. Die Krönungskirche wurde 1602 von den Türken gesprengt. Heute sind nur noch ihre Grundmauern in der außerordentlich bedeutenden Nationalen Gedenkstätte im Ruinenfeld des Mittelalters (Középkori Romkert, Koronázó tér), einem der wichtigsten Baudenkmalensembles, zu sehen. In dem mit historischer Seccómalerei geschmückten Mausoleum befindet sich der Sarkophag des Königs St. Stephan (997-1038). Die Knochenkammer bewahrt die sterblichen Überreste der hier begrabenen ungarischen Könige auf. Auf dem Platz des Fürsten Geza (Géza fejedelem tér) stand schon 970 eine Burg, ferner eine kleinere Kapelle mit vier Apsiden, deren Grundriss mit weißen Basaltsteinen ausgelegt und sichtbar ist. Der zur Zeit des Tartarensturms im 13. Jahrhundert herrschende König Béla IV. errichtete die bischöfliche Basilika ursprünglich als Königssitz, bevor er mit seinem Hof nach Buda zog. In dem heutigen barocken Dom wird die Kopfreliquie von Stephan I. aufbewahrt. Das einzige erhalten gebliebene mittelalterliche Gebäude der Stadt ist die St.-Annen-Kapelle mit dem Netzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Mit Sondergenehmigung kann eines der schönsten Baudenkmalensembles der Stadt, Kirche und Ordenshaus der Karmeliter (Petõfi u.) besichtigt werden. Die Wände des aufwändig ausgestalteten Innenraums der Kirche schmücken die Fresken von F. A. Maulbertsch. Der Barockstil beherrscht auch die prächtigen Adelspaläste und Bürgerhäuser der Stadt, die seit 1777 Bischofssitz ist. Im Gyõri-Haus (Kossuth Lajos u. 15.) gab es das erste Theater, dessen Aufführungen in ungarischer Sprache erfolgten. Das aus dem 18. Jahrhundert erhaltene Hiemer-Haus (Jókai u. 1.) fällt wegen seiner Schönheit im Barock-Rokoko- Stil und seinem Erker auf. Die schönen Wohnhäuser des klassizistischen Vörösmarty-Platzes tragen die Handschrift des berühmten Sohnes der Stadt, des Architekten Miklós Ybl (1814-1891). Eine Besonderheit ist die Blumenuhr (Fõ u.), die mit den Blumen der jeweiligen Jahreszeit bepflanzte wird. Für die Erhaltung der bäuerlichen Architektur erhielten 12 Bauernhäuser und die Rác-Kirche mit der schönen Ikonostase, die sich im Freilichtmuseum (Palotaváros, Rác u. 11.) befinden, den Europa-Nostra-Preis. In den Museen des Ortsteils Rácváros stellt eine Ausstellung das Gewerbe und die Zünfte vor, das Haus des Handwerks (Mesterségek Háza) lädt mit interessanten Programmen ein, stellt die Fertigkeiten der verschiedenen Handwerksberufe vor und gibt die Gelegenheit, die entsprechenden Tätigkeiten auszuprobieren. Jahrzehntelang baute der Bildhauer Jenõ Bory (1879-1959) eine romantische Ritterburg aus Beton. In der Bory-Burg (Máriavölgyi út 54.), welche die verschiedensten architektonischen Stilrichtungen vereint, brachte er seine eigenen und zeitgenössische Kunstwerke unter.

 

Székesfehérvár, Bory Castle
 
Székesfehérvár, Orb
 
Székesfehérvár, Pharmacy Museum

Tác-Gorsium (D3)
Das "ungarische Pompeji" Gorsium-Herculia erlebte vom 2. bis 4. Jahrhundert seine Blütezeit als religiöses Zentrum von Nieder-Pannonien und als Stätte des Kaiserkults, heute ist es das größte archäologische Ruinenfeld des Landes. Bei den seit 1958 andauernden Ausgrabungen wurden die Mauern, das Forum, die Tempel und die Heiligtümer freigelegt. Die Stadt wurde im Jahre 260 durch einen Barbarenangriff zerstört, an ihrer Stelle entstand um 290 eine neue Stadt mit dem Namen Herculia. Aus dieser Zeit blieben ein großer Palast, eine Geschäftszeile, zwei frühchristliche Basiliken, ein öffentliches Bad und außerhalb der Stadtmauer die Überreste eines Friedhofs erhalten. Die Ruinen sind von einem Park mit mediterraner Atmosphäre, römischen Monumenten und Grabsteinen umgeben. Die schönsten Funde zeigt die Ausstellung. In dem 1200 Personen Platz bietenden griechisch-römischen Theater findet alljährlich Ende April/Anfang Mai das Floralia-Fest zur Begrüßung des Frühlings statt und im August werden die Sommerspiele Ludi Romani Gorsiumi veranstaltet.

 

Tác-Gorsium

Veszprém (C3)
Veszprém liegt am Ufer des Baches Séd und wird auch die "Stadt der Königinnen" genannt. Früher gehörte sie zum Besitz des ersten Bistums des Landes und nur die Bischöfe dieser Stadt hatten das Recht, die jeweilige Königin zu krönen. Die auf dem 500 Meter langen Felsrücken stehenden schönen Bürgerhäuser bieten die historische Atmosphäre im Burgviertel, wo zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert eine königliche Burg stand. Das Heldentor (Hõsök kapuja) ist der Eingang zur Altstadt, in seiner Nähe erhebt sich der Feuerturm (Vár u. 9.), auf den Mauern einer mittelalterlichen Bastion entstand das Veszprémer Pantheon. Im Dubniczay-Haus (Vár u. 29.) wurden die Sammlungen der Burggalerie (Vár Galéria) und des Ziegelmuseums untergebracht. Das wunderschöne Barockpalais des Erzbischofs (Vár u. 18.) steht den Besuchern offen, das erzbischöfliche Archiv und die Bibliothek können allerdings nur mit Sondergenehmigung besucht werden. Sehenswerte Unikate der ungarischen Kirchengeschichte findet man in der Stadt, z. B. die ältesten Fresken in der ursprünglich zweigeschossigen und einst gotischen Gisela- Kapelle (Vár u. 18.), die Ausstellung über Kirchenkunst und Kirchengeschichte im Museum der Königin Gisela (Gizella Királyné Múzeum) und die älteste bischöfliche Kirche, Chor und Krypta der von der ersten ungarischen Königin, Gisela von Bayern, ab 1001 errichteten Bischofskirche (Vár u. 18-20.) - einer Basilika Minor. Das gotische Gisela-Reliquiar aus dem 14. Jahrhundert ist ein Geschenk der Stadt Passau. Die im 9. und 10. Jahrhundert erbaute Kapelle St. Georg. (Vár u. 20.) war möglicherweise die erste Kirche im Lande. Das klassizistische Piaristen-Gymnasium (Vár u. 10-12.), die Kirche und das Ordenshaus (Vár u. 12/A) stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zur 900. Wiederkehr ihres Todestages errichtete die ungarische Nation ihrer ersten Königin ein Denkmal: Die Statuen von König Stephan I. und Königin Gisela stehen an der Brüstung am Rande der Burg auf der Aussichtsbastei, von der sich ein herrlicher Ausblick auf die schlanke St.-Stephans-Talbücke über den Bach Séd bietet. Der Pflanzen- und Wildpark "Kálmán Kittenberger" (Kittenberger K. u. 17.) ist einer der schönsten Tiergärten des Landes.

 

Veszprém, Gizella Chapel
 
Veszprém

Bakony-Gebirge (C3)
Im 18. Jahrhundert bestand das wildromantische Bakony-Gebirge noch aus zusammenhängenden Urwäldern, es war ein geeignetes Versteck für Strolche und Räuber, die der Obrigkeit aus dem Weg gehen wollten. Das Gebiet des Hohen Bakony ist ein Naturschutzgebiet mit herrlichen Buchenwäldern, malerischen, von Bächen durchflossenen Tälern, mehr als 1000 Höhlen - ein Paradies für Höhlenforscher (die Höhlen vom Likas- und Csatár-Berg, Kõlik, Szentgál usw.). Beliebte Ausflugsziele in der Gegend sind die Schluchten der Gebirgsbäche Gerence, Séd, Hódos, Gaja und Cuha. Als Herausforderung für Wanderer gilt der Teufelsgraben (Ördög-árok), hier klettert man über Eisenleitern an den riesigen Felsen des Teufelsdammes entlang (Ördög-gát). Zum Eingang in die urzeitliche Odvas-Kõ-Höhle führen 150 Stufen. Neben Hirschen, Rehen, Mufflons, Wildschweinen und Wildkatzen leben auch 104 besonders geschützte Vogelarten in den Wäldern des Bakony. Der höchste Punkt ist der Kõris-Berg (709 Meter), auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm errichtet wurde. Faszinierend ist der Wald von Fenyõfõ, er ist der schönste Nadelwald des Landes, älter als einhundert Jahre mit zwanzig Meter hohen Bäumen. Am Ortsrand von Szentgál befindet sich der zweitgrößte und seit Urzeiten existierende Taxuswald Europas.
Im Herzen des Bakony, vierhundert Meter über dem Meeresspiegel stand schon 1182 in Zirc (C3) die Kirche der Zisterzienserabtei (Rákóczi tér 1.). Ihr heutiger Nachfolger ist die in den Rang einer Basilika Minor erhobene Barockkirche mit zwei Türmen, die von F. A. Maulbertsch mit Fresken geschmückt wurde. Im Gebäude der Abtei kann auch die unter Denkmalschutz stehende Antal-Reguly-Bibliothek (Rákóczi tér 1.) mit ihren 65.000 Bänden besichtigt werden, unter denen sich auch kulturgeschichtliche Raritäten befinden. Neben 15.000 Zeitschriften und Kodexen besteht ihr einmaliger Wert in der reich geschnitzten Einrichtung: Den Intarsientisch schnitzte sein Schöpfer aus den Baumarten des Bakony mit einer vielfältigen Farbskala. In der ehemaligen Wohnstätte des Erzabtes (Rákóczi tér 1.) befindet sich das naturwissenschaftliche Museum des Bakony. Es zeigt die umfassende Ausstellung der im Bakony-Gebirge beheimateten Pflanzen, Insekten und der Vogelwelt mit Terrarien, Aquarien und Illustrationen. Der Bach Cuha durchfließt das Arboretum von Zirc (Damjanich u. 9.), in dem 600 Baum- und Straucharten und eine 400 Jahre alte Eiche wachsen. Die Ausstellung über das Leben und Wirken des Wissenschaftlers Antal Reguly, der Ungarn erforschte, wurde in dessen Geburtshaus, dem Antal-Reguly-Museum und Atelier der Volkkunst (Rákóczi tér 10.) eingerichtet.
Am Rande von Csesznek, einer der schönsten Ortschaften des Bakony-Gebirges, stand schon im Jahre 1263 auf der Bergspitze die gotische Burg Csesznek. Im Laufe der Zeit war sie Kerker und Schloss, dann wurde sie durch ein Erdbeben und ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer zerstört. Es lohnt sich, sie wegen des herrlichen Panoramablicks auf die Umgebung aufzusuchen.

 

 

 

Csesznek
 
Zirc, library

Herend (C3)
Aus Herend stammt das weltberühmte, auf Weltausstellungen mit 24 Großen Preisen und Goldmedaillen ausgezeichnete, auch an den Höfen in London und Wien beliebte Herender Porzellan, dessen Herstellung und Bemalung immer vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde. Die schönsten und ausschließlich in Handarbeit angefertigten Erzeugnisse der im Jahre 1826 gegründeten Porzellanmanufaktur stellt das Museum für Porzellankunst (Kossuth L. u. 140.) vor. Ein besonderes Erlebnis ist das "Porcelanium" - eine Minimanufaktur veranschaulicht den Prozess der Porzellanherstellung.

 

Herend, China painting

Pápa (C3)
Das "Athen Pannoniens" wird die stimmungsvolle Kleinstadt auch genannt, deren Schulen einen guten Ruf besitzen. Viele berühmte Persönlichkeiten - Schriftsteller und Dichter - wurden hier erzogen. In dem von einem unter Naturschutz stehenden Park umgebenen Schloss Esterházy (Fõ tér 1.) sind die Musikschule, die Bibliothek und das Schlossmuseum, in welchem die Gegenstände aus der Stadtgeschichte aufbewahrt werden, untergebracht. Eine industriegeschichtliche Rarität ist die älteste, seit 200 Jahren betriebene Blaudruckerwerkstatt im Blaudruckmuseum (Március 15. tér 12.), wo der Herstellungsprozess des Blaudruckstoffs mit dem weißen Muster auf blauem Grund von Beginn an verfolgt werden kann. In der Museumsapotheke Granatapfel (Jókai u. 5-7.) werden auch heute noch Medikamente verkauft. Die neueste Attraktion der Stadt ist das Burggarten-Bad (Várkertfürdõ), das ein erfrischendes Bad nach der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten bietet.

 

Pápa, Blue Dye Museum

Sümeg (B-C3)
Eine der größten und am besten erhaltenen Burgen des Landes ist die sich auf dem Burgberg (270 m) erhebende, aus dem 13. Jahrhundert stammende Sümeger Burg. In ihrem Museum kann man eine Ausstellung zur Burggeschichte, eine Folterkammer sowie ein Wachsfigurenkabinett besichtigen. Im Burghof werden an Ritterturniere erinnernde Burgspiele veranstaltet. Im geistigen Zentrum der katholischen Kirche sind im 18. Jahrhundert besonders schöne sakrale Bauten entstanden, z. B. der Bischofspalast (Szent István tér 10.), die Franziskanerkirche (Szent István tér 7.) und die römisch-katholische Pfarrkirche (Bíró Márton u.), deren Wände mit Fresken von F. A. Maulbertsch geschmückt sind.

 

Sümeg

Szekszárd (D4)
Sieben Hügel, an denen die Reben feuriger Weine reifen, umgeben diese romantische Kleinstadt, wo mehrere bekannte Werke von Franz Liszt im Augusz-Haus (Széchenyi u. 36-40., Gedenktafel an der Hauswand) entstanden, die er während seiner Aufenthalte bei Freunden komponierte. Der Flügel und die Büste des weltbekannten Komponisten und Klaviervirtuosen ungarischer Abstammung sind in der Franz-Liszt-Gedenkausstellung (Béla tér 1.) im alten Komitatshaus zu besichtigen. Ein weiterer berühmter Sohn der Stadt war der große Dichter und Übersetzer des 20. Jahrhunderts, Mihály Babits, in seinem Geburtshaus (Babits M. u. 13.) wurde ein Gedenkmuseum eingerichtet.
Der mittelalterliche Stadtkern befand sich am heutigen Béla tér und zwar dort, wo die Barockkirche Sankt Ladislaus, die größte einschiffige Kirche Europas steht. Hier befindet sich ebenfalls eines der schönsten klassizistischen Komitatshäuser, in dessen Hof die konservierten Überreste der Kirche der Benediktinerabtei aus dem 11. Jahrhundert zu sehen sind. Über die mehrere Jahrhausende umspannende Geschichte der Stadt und der Umgebung berichten die Ausstellung über die Stadtgeschichte und die archäologischen Ausgrabungen im Wosinsky-Mór-Komitatsmuseum (Mártírok tere 26.). Das in der einstigen Synagoge untergebrachte Künstler- Haus (Mártírok tere 20.) präsentiert zeitweilige Ausstellungen. In der Stadt kann man auch die Aufführungen des einzigen Theaters in deutscher Sprache, der Deutschen Bühne Ungarn (Garay tér) besuchen. Die große Weintraube im Stadtwappen soll darauf hinweisen, dass Szekszárd in einer Weinregion liegt, die besonders bekannt für ihre Rotweine ist. Eine Variante des Wappens in ungewöhnlicher Größe und Komposition ist am Kreuzbergweg zu sehen, der auch einen herrlichen Rundblick bietet.

 

Szekszárd, Wine House
 
Szekszárd, Candy Museum

Gemenc (D4-5)
Ungarns schönster Auwald ist das 50.000 Hektar umfassende geschützte Wildreservat des Gemencer Waldes. Ungezählte Weiher, Sümpfe und Altwasser prägen das Landschaftsschutzgebiet, wo der ursprüngliche Zustand aus den Zeiten vor der Regulierung der Donau erhalten blieb: Alte Weiden, riesige Eichen und Pappeln, Maiglöckchen, Fischreiher, Bussarde, Schwarzstörche, Silberreiher, zahllose andere Wasservögel, aber auch kapitale Hirsche sind die "Bewohner" der kleinen Inseln. Das Naturschutzgebiet kann nur mit kleinen Schiffen oder der zwischen Bárányfok und Pörböly verkehrenden Kleinbahn besucht werden.

 

Gemenc

Mohács (D5)
Ungarns südliches Donautor ist Schauplatz eines spektakulären Volksbrauchs. Bei dem lustigen Karneval, der den Winter begräbt und den Frühling begrüßt, ziehen maskierte Gestalten, die "Buschos", durch die Stadt ("Busójárás"). Der Name der Stadt ist aber auch mit einem der größten Schicksalsschläge des Landes verbunden, da in der Schlacht von Mohács am 29. August 1526 20.000 ungarische Kämpfer, darunter auch König Ludwig II., fielen. Nach der Schlacht geriet Ungarn für 150 Jahre unter die Herrschaft der Türken. Zum 400. Jahrestag der Schlacht wurde aus Spenden auf dem Hauptplatz der Stadt (Széchenyi tér) eine Votivkirche im byzantinischen Stil errichtet. An der Straße nach Sátorhely erinnert die historische Gedenkstätte Mohács auf dem Török-Berg an die schreckliche Niederlage. Die Stellen der bisher gefundenen fünf Massengräber wurden durch Menschen und Pferde symbolisierende geschnitzte Grabhölzer markiert.

 

Mohács, 'busójárás'
(Buso masquerade)

Villány (D5)
In der historischen Weinregion entstand Ungarns erste, durch 11 Gemeinden von Villány nach Siklós führende Weinstraße, über die sich der Besucher im Weinmuseum (Bem u. 8.) informieren kann. Die gefragtesten Villányer Weinsorten - Blauer Portugieser, Merlot, Blaufränkischer, Cabernet - werden dem Publikum beim Rotweinfestival, das jedes zweite Jahr im Oktober stattfindet, näher gebracht. Auf dem Villányer Kirchberg, einem einstigen Kalksteinbruch, kann man die versteinerten Überreste und Abdrücke von einigen vor 240 Millionen Jahren lebenden Urtieren, versteinerten Ammoniten finden. In den interessanten Felsformationen von Szársomlyó (im 6 Kilometer entfernten Nagyharsány) befindet sich ein Naturschutzgebiet mit nur hier vorkommenden seltenen Pflanzen und Tieren, z. B. im Januar blühende ungarische Zeitlose, Zornnatter und Schlangenbussard. Am Berghang befindet sich ein Skulpturenpark im Freien, wo im Sommer zahlreiche Bildhauer und andere Künstler vor Ort arbeiten. So hinterließen die Künstler hier in 30 Jahren diese Sammlung.

 

Villány, Wine Museum
 
Villány, a village of wine-cellars

Siklós (D5)
In der südlichsten Stadt Ungarns steht die Burg von Siklós, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen des Landes. Die türkischen Kanonen zerstörten ihre Mauern nicht und auch der österreichische Kaiser Leopold I. ließ dieses Bauwerk - im Gegensatz zu fast allen anderen Grenzburgen in Ungarn - nicht sprengen, da Siklós kaiserliches Gut war. Die Geschichte der Burg begann 1294 und aus jeder Epoche sind wertvolle Schätze erhalten geblieben: die Fenster aus der Romanik, der üppigst geschmückte Erker der ungarischen Gotik und die Burgkapelle aus dem 14./15. Jahrhundert, die Renaissance-Barbakane mit der Zugbrücke und das barocke Burgschloss, das noch heute vom hohen Anspruch der ungarischen Baukunst des Mittelalters kündet. Im Chor der Pfarrkirche legten die Restauratoren die schönsten Beispiele gotischer Wandmalerei des 14. Jahrhunderts frei. Als Anerkennung ihrer Arbeit erhielt die Stadt für die Restaurierung der fünfeckigen Moschee des Bey Malkotsch (Vörösmarty u.) den Europa-Nostra-Preis. Die nahe gelegene zweitürmige barocke Franziskanerkirche von Máriagyûd ist eine bekannte Pilgerstätte.

 

Siklós, fort

Harkány (C5)
Der Sage nach pflügte der Teufel den Berg Szársomlyó und aus den Furchen entsprang schwefelhaltiges (Sulfidionen in Gasform) Wasser, das die Stadt schon seit 200 Jahren zu einem Kurort mit internationalem Ruf macht. Das Heilwasser des Heil- und Strandbades Harkány (Kossuth L. u. 7.) wird bei sämtlichen Rheumaarten, chronischen Hautkrankheiten, Unfällen, Brüchen, zur Nachbehandlung von Muskelentzündungen, Nervenentzündungen und Frauenleiden sowie bei Magenbeschwerden als Trinkkur empfohlen.

 

Harkány, spa

Pécs (D5)
Geheimnisvolle römische Grabkammern, Kuppeln türkischer Moscheen, schlanke Minarette, kunstvolle Zsolnay-Keramiken, geheimnisvolle Csontváry-Gemälde, dekorative Vasarely-Muster, im zeitigen Frühjahr blühende Mandelbäume, stimmungsvolle Restaurants und Cafés - das ist Pécs. Die Stadt mit dem mediterranen Klima und der besonderen Atmosphäre liegt am südlichen Fuße des Mecsek-Gebirges und ist bereits seit 1009 Bischofssitz. Die auf den Berg führende Straße zeigt das alte Pécs, die steilen Gassen von Tettye werden von malerischen Häusern gesäumt. Auf dem 535 Meter hohen Misina-Gipfel bietet sich ein herrliches Panorama. Als Abendprogramm nach einer Wanderung auf den markierten Wanderwegen des Mecsek-Parkwaldes ist eine Verkostung der berühmten Weine der Gegend besonders beliebt.
Zu römischen Zeiten war Pécs, damals Sopianae genannt, ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums. Das überragende Baudenkmalensemble aus jener Zeit besteht aus einer 16 Bauwerke umfassenden Begräbnisstätte, deren einzigartigen Wert die UNESCO im Jahre 2000 als Weltkulturerbe anerkannte. Das bedeutendste frühchristliche Denkmal ist das zweigeschossige Mausoleum (Szent István tér), in dessen Grabkammern Wandmalereien, das Christus-Monogramm und die Überreste von drei Sarkophagen gefunden wurden. Auf dem Domplatz ist außerdem die Grabkammer der Krüge zugänglich, die ihren Namen nach den die Wände schmückenden Malereien erhielt. Auf dem Domplatz befindet sich die Basilika mit den vier Ecktürmen - seit 1993 Basilika Minor -, deren Unterkirche aus dem 11. Jahrhundert stammt und eine der ersten christlichen Kirchen Ungarns war. Die mittelalterlichen Funde der Ausgrabungen um den Dom kann man im Lapidarium des Doms betrachten. Vom Erker des Neorenaissance-Bischofspalastes (Dóm tér) blickt die Franz Liszt darstellende Skulptur auf den Platz hinab. Die in der Nähe befindliche Rundbastei, die im 15. Jahrhundert errichtete Barbakane (Esze Tamás u. 2.), diente der Verteidigung der Bischofsburg.
In der Stadt findet man die bedeutendsten baulichen Hinterlassenschaften der 150 Jahre währenden Türkenherrschaft: Das Stadtbild bestimmt die grüne Kuppel der Moschee von Pascha Gasi Kasim (Széchenyi tér) mit der Gebetsnische in Richtung Mekka (Mihrab) und Bogenfenstern. Heute ist sie eine katholische Kirche. Die Moschee von Pascha Jakowali Hassan (Rákóczi u. 2.) ist das am besten erhaltene mohammedanische Baudenkmal, heute ein Gebetshaus. In seinem Museum sind historische Schätze und Kunstgegenstände der Türken zu sehen. Neben der Moschee befindet sich das 23 Meter hohe Minarett. Die Türbe von Idris Baba (Nyár u. 8.) ist eine türkische Pilgerstätte auf dem Rókus-Hügel. Außerdem können die freigelegten Überreste des Bades von Pascha Memi besichtigt werden (Ferencesek u. 33.). Bedeutend sind auch die Hinterlassenschaften aus dem Barock: Die barocke Einrichtung der Kirche und des Klosters der Franziskaner (Ferencesek utcája 35.) ist das Werk von Franziskanern. Die Lyzeumskirche und das ehemalige Ordenshaus der Pauliner (Király u. 44.) gehören zu den bedeutendsten Barockbauten der Stadt. Neben der Allerheiligenkirche (Tettye u.) steht das Karmeliterkloster. Die Liebfrauenkirche auf dem Havi-Berg wurde im Jahre 1691 von den Überlebenden der Pestepidemie errichtet. Besonderheiten der Kirche St. Augustin (Ágoston tér) sind die aus der türkischen Moschee stammenden Bogenfenster. Die Fassade der Kirche der barmherzigen Brüder (Széchenyi tér 5.) ist ein Beispiel für den Eklektizismus, einmalig sind die intarsiengeschmückten Altäre.
In der Káptalan utca befindet sich fast in jedem Haus ein Museum. Im Haus Nr. 2 stellt die Zsolnay-Keramik- Sammlung die wichtigsten Epochen des weltberühmten Zsolnay-Porzellans vor. Auch Exponate, die während der Pariser Weltausstellung 1878 eine Goldmedaille gewannen, sowie den Gedenkraum des Gründers Vilmos Zsolnay kann man besichtigen. Im Erdgeschoss sind Skulpturen des aus Ungarn stammenden Bildhauers Amerigo Tot und in der anderen Hälfte des Hauses Steindenkmäler aus Pécs und Umgebung, die Steinsammlung aus der Renaissance zu betrachten. Im Haus Nr. 3 wurde Victor Vasarely, der weltbekannte Avantgardist der Op-Art und der abstrakten geometrischen Malerei, geboren. Neben seinen Hauptwerken erhielten auch Schöpfungen anderer ausländischer Künstler des 20. Jahrhunderts einen Platz im Vasarely- Museum. Im Kellersystem unter dem Haus bietet die Ausstellung des Mecseker Bergbaumuseums ein besonderes Erlebnis. Eine der umfangreichsten Sammlungen der bildenden Kunst des 19./20. Jahrhunderts ist die Moderne Ungarische Bildergalerie (Modern Magyar Képtár) im Haus Nr. 4. Die Ausstellung des Lebenswerks von Kosztka Tivadar Csontváry wird im Csontváry-Museum (Janus Pannonius u. 11.), einem Neorenaissance- Palais, präsentiert. Csontváry war der einzigartige Vertreter der ungarischen Malerei, der die Merkmale von Romantik, Symbolismus und Expressionismus in seinen Werken vereinte. Die Sammlungen des Janus- Pannonius-Museums stellen eine reiche Auswahl an Gegenständen der verschiedenen Nationalitäten der Baranya vor. Die Volkskunde-Ausstellung (Rákóczi u. 15.) macht mit der vielfältigen Volkskunst der Nationalitäten - Deutschen und Südslawen - bekannt, die archäologische Ausstellung (Széchenyi tér 12.) beschäftigt sich mit den Epochen in diesem Landstrich von der Urzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung. Die naturwissenschaftliche Ausstellung (Szabadság u. 2.) bringt den Besuchern die Pflanzen- und Tierwelt des Mecsek-Gebirges und der Umgebung nahe, während das Museum für Stadtgeschichte (Felsõmalom u. 9.) einen Überblick über die Geschichte der letzten 200 Jahre von Pécs gewährt.

 

Pécs, Széchenyi square
 
Pécs, Basilica
 
Pécs, barbican
 
Pécs, Színház ('Theatre') square
 
Pécs, China painter

Pécsvárad (D5)
Es war Bischof Asztrik, der die Heilige Krone für König Stephan I. vom Papst aus Rom überbrachte. Gleichzeitig war er der erste Abt des im Jahre 1000 gegründeten Benediktinerklosters und eine zuverlässige Stütze des Königs bei der Gründung des ungarischen Staates sowie für die katholische Kirche Ungarns im 11. Jahrhundert. Die als Kloster im 13. Jahrhundert errichtete Burg von Pécsvárad gehört zu Ungarns bedeutendsten Baudenkmälern aus dem Mittelalter. Am besten sind der alte Turm (heute Hotel), das 15 Meter lange freigelegte Schiff der Kirche des Benediktinerklosters und der mit Fresken geschmückte Chor erhalten geblieben. Das Burgmuseum (Vár u. 45.) befindet sich im Burgschloss aus dem 18. Jahrhundert und stellt in einer Ausstellung die archäologischen Funde aus Burg und Abtei vor.

 

Pécsvárad

Szigetvár (C5)
Szigetvár ist seit der Türkenschlacht im Jahre 1566 das Sinnbild der selbstlosen Heimatliebe. Nach 22-tägiger Belagerung nahmen die Verteidiger der Burg unter Führung von Burgkommandant Miklós Zrínyi die Todesgefahr auf sich und stellten sich der 24fachen türkischen Übermacht entgegen, um in blutigen Kämpfen Mann gegen Mann ihr Leben zu opfern. Für die Nachwelt symbolisiert das Denkmal ihre patriotische Kühnheit in Form eines gewaltigen Löwen. Auf dem einstigen Schlachtfeld, im heutigen Park der ungarisch-türkischen Freundschaft, wurden 400 Jahre danach die Porträts von Miklós Zrínyi und des in der Schlacht gefallenen Suleiman II. nebeneinander aufgestellt.
Zu den Baudenkmälern aus der Türkenzeit gehören die 1589 errichtete Moschee von Pascha Ali - heute römisch-katholische Pfarrkirche im Barockstil (Zrínyi tér 9.) - und das einzige in Ungarn erhaltene Wohnhaus aus dieser Epoche, das Türkenhaus (Török ház, Bástya u. 3.), wo eine Ausstellung über die Türkenzeit zusammengestellt wurde. Der heute zugängliche Teil der Burg (Vár u. 9.) wurde ebenfalls von den Türken erbaut, die Moschee und das Minarett errichtete man zu Ehren des gefallenen Sultans. Die Grabstätte befindet sich in Turbék-Puszta und ist heute eine römisch-katholische Votivkirche, die den mohammedanischen Türken als Pilgerstätte dient.
Im Burgmuseum Miklós Zrínyi (Vár u. 19.) verdienen die Geschichte der Burg sowie die archäologischen Funde Beachtung, auf den Wandbildern der St.-Rokus-Pfarrkirche (Moschee des Paschas Ali) wurden Szenen der Burgbelagerung dargestellt.

 

Szigetvár

Mecsek-Gebirge (D5)
Die Gegend ist reich an Naturschätzen, ein ideales Ausflugsgebiet und ein beliebtes Ziel für den Dorftourismus. In den Dörfern, die den höchsten Punkt des Gebirges, den Zengõ (682 m), umgeben, findet man wohlschmeckende Speisen und die 400-500 Meter hohen Berge bieten saubere Luft und farbenprächtige geschützte Pflanzen. Die phantastischen Felsformationen des Jakab-Berges (592), die "babás szerkövek", das Melegmányi-Tal mit seinen Wasserfällen, der im Juni blühende, 28 Hektar große Maronenurwald, die Arboreten von Zengõvárkony, Kisújbánya und Püspökszentlászló, der Wanderweg im Óbányai-Tal gesäumt von Wasserfällen, sind beliebte Ausflugsziele für Wanderer.

 

Walk in the woods of the Mecsek Hills

Abaliget (C-D5)
Die Seen, die zum Rudern und Angeln einladen, prägen die angenehme Atmosphäre dieses durch seine Tropfsteinhöhle bekannt gewordenen Ferienortes, wo ein Fußweg an einem unterirdischen Bach entlangführt. Wenn man diesem 500 Meter langen Abschnitt folgt, entdeckt man interessante Felsformationen und Tropfsteine in der auch für Heil- und Erholungskuren genutzten Höhle.

 

 

Kaposvár (C4)
Bei einem Bummel durch die romantischen Gassen der Stadt zwischen Balaton und Mecsek-Gebirge kann man ansprechend gestaltete Gebäude fast aller Baustile entdecken. Die Liebfrauenkirche (Kossuth tér) im neoromanisch-neogotisch-barocken Stil wurde 1993 zum Bischofssitz ernannt. Das eklektische Rathaus (Kossuth tér) mit den farbigen Glasfenstern, die farbigen Zsolnay-Ziegel des einstigen Hotels Erzsébet Szálló (Noszlopy u.), das Gebäude des Csiky-Gergely-Theaters mit zwei Türmen sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kaposvár. Im Dorottya-Haus (Fõ u. 1.), wo alljährlich zum Faschingsauftakt der Dorottya-Ball veranstaltet wird, befand sich im 18. Jahrhundert der im Stil des Spätbarock erbaute Wohnsitz des Amtmannes. Das ehemalige Komitatshaus (Fõ u. 10.) ist eines der schönsten klassizistischen öffentlichen Gebäude von Pannonien, hier ist das Rippl-Rónai- Museum untergebracht, das die Geschichte, Volkskunst, Flora und Fauna der Stadt und ihrer Umgebung vorstellt. Neben den Bildern namhafter ungarischer Maler erhielt hier auch die einzige Sammlung zur Geschichte der Filmtheater des Landes einen Platz. Im Haus des herausragendsten ungarischen Malers des Jugendstils, József Rippl-Rónai, können wir im Rippl-Rónai-Gedenkmuseum (Róma-hegy) im Atelier inmitten seines Mobiliars einen bedeutenden Teil des Lebenswerks besichtigen. Im Vaszary-Gedenkhaus (Zárda u. 9.) kann man die Gemälde von János Vaszary, dem zweiten großen, in der Stadt geborenen Maler besichtigen. Zum Betrachten der Werke der zeitgenössischen Künstler gibt die Vaszary-Bildergalerie (Fõ u. 12.) ständig Gelegenheit.
In Kaposvár besuchen die Anhänger des Reitsports nicht nur die Reiterhöfe in der Stadt und in der Umgebung, sondern auch die hochrangigen Reitturnier-Veranstaltungen. Von der im Jahre 1061 gestifteten Benediktinerabtei von Kaposszentjakab (Kaposszentjakab, Várdomb 1.) sind heute nur noch die Ruinen zu sehen. Auf jeden Fall lohnt es sich, den hierher führenden, 4 Kilometer langen Fußweg zurückzulegen, zum einen wegen der Veranstaltungsreihe "Szentjakaber Sommerabende" und zum anderen wegen des wunderschönen Rundblicks vom Burgberg aus.

 

Kaposvár, pedestrian zone
 
Kaposvár

Szenna (C5)
Das Dorf erhielt den Europa-Nostra-Preis für sein im Ortszentrum errichtetes Dorfmuseum (Rákóczi u. 2.). Die an ihrem ursprünglichen Standort zerlegten Gebäude wurden auf dem Museumsgelände originalgetreu wieder aufgebaut. Heute sind die Häuser Baudenkmäler und Zeugnisse der Bauweise des 19. Jahrhunderts. Sie lassen den Eindruck entstehen, hier handele es sich um ein "gewachsenes" Dorf: Neben den Häusern mit den Laubengängen aus Holz und den Küchen mit offener Feuerstelle findet man auch die Werkstatt eines Wagenbauers, die Schnapsbrennerei, ein Kelterhaus sowie die aus Holz gebauten Stallungen und die Scheune. Unter den 117 Blumendekoren, welche die Kassettendecke der reformierten Kirche seit 1787 schmücken, findet man nicht einmal zwei Muster, die sich gleichen. Das Zselicer Naturschutzgebiet in den nahen Wäldern, das sich über 9042 Hektar erstreckt, birgt zahlreiche geschützte Pflanzen und Tiere. Es ist ein ideales Wandergebiet für Naturliebhaber.

Szenna, church interior
 
Szenna, open-air village museum
   
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