| |
| |
|
|
Die höchsten Berge Ungarns erstrecken sich von der Donau bis zur Theiß und zwar diagonal durch den nördlichen Teil des Landes. Die 600 bis 900 Meter hohen Gebirgsketten Cserhát, Mátra, Bükk, Zemplén bergen einmalige Schätze der Natur und der Kulturgeschichte. Die UNESCO nahm die Aggteleker Karsthöhle und die slowakischen Karsthöhlen, das Dorfzentrum und die landschaftliche Umgebung von Hollókõ sowie das historische Weinanbaugebiet von Tokaj in die Liste des Weltkulturerbes auf. Auch die Volkskunst dieses Gebietes weist besonders reiche Formen auf. Die Stickereien der Palozen und die Trachten der Matyos sind einmalig schön. Die Heilbäder von Bogács, Bükkszék, Eger, Egerszalok, Mezõkövesd und Miskolctapolca werden von Patienten aufgesucht, die an rheumatischen Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden.
|
|
Hollókõ (E2)
Als erstes Dorf der Welt wurde die im Cserhát-Gebirge gelegene kleine Siedlung wegen ihrer einzigartig erhaltenen mittelalterlichen Dorfstruktur von der UNESCO als Teil des Weltkulturerbes anerkannt. Das aus 58 Gebäuden bestehende Dorfzentrum dieses vitalen Museumsdorfes mit seiner bezaubernden, weiß getünchten Dorfkirche hat man nach dem Wiederaufbau, der nach dem Großbrand von 1909 erfolgt war, nicht mehr verändert. Das Weberhaus (Hausnummer 94) beherbergt eine Ausstellung über die Geschichte des Webens und eine Werkstatt, in der eine Frau in Volkstracht die verschiedenen Webtechniken vorstellt. Die Ausstellung des Nationalparks Bükk macht die Besucher mit der Geschichte des Landschaftsschutzgebiets von Hollókõ, mit seinen Naturschätzen, der Kultur des Volkes der Palozen und den Elementen der Kleinbauernwirtschaft bekannt. Das Dorfmuseum (Hausnummer 82) ist ein dreigeteiltes Haus, das die Wohnkultur, die Gebrauchsgegenstände und das Leben um 1920 vorstellt. Im Puppenmuseum können 200 große Porzellanpuppen in den farbenfrohen Trachten der Palozen bestaunt werden, an wichtigen Feiertagen wie Ostern tragen auch die Frauen und Mädchen des Ortes diese Volkstrachten.
In mehreren Häusern werden Gäste aufgenommen. Von der im 13. Jahrhundert erbauten Burg, die das Dorf überragt, hat man einen herrlichen Blick auf die Landschaft der Umgebung und auf den Teil des historischen Dorfes.
|
 |
| Hollókõ |
|
Ipolytarnóc (E1)
Versteinerte Tannen, Zähne von Haien, Abdrücke von Blättern, Spuren von Regentropfen und Wellen: mehr als 200 Tierabdrücke aus der Zeit vor 22 Millionen Jahren! Der Vulkanausbruch hatte die Tiere in der Urzeit an der Tränke überrascht und so konnte der weiche Sandstein die Spuren von Nashorn, anderen Huftieren, Raubtieren und Vögeln bewahren. Die Fossilienfunde von Ipolytarnóc sind eine auf der Welt einmalige Fundgrube. Das urzeitliche Geschehen wird mittels einer 18 Meter langen Diapräsentation im riesigen Hangar der Ausstellung dargestellt. Die andere Attraktion des mit dem Europa-Diplom ausgezeichneten Naturschutzgebietes ist das 9 Meter lange versteinerte Stück einer 23 Millionen Jahre alten, einst 95 Meter hohen Tanne.
|
|
Mátra-Gebirge (E-F2)
Der Kékes, der Gipfel des 1014 Meter hohen Mátra-Gebirges, wird auch das "Dach Ungarns" genannt. Das einmalige Panorama der Gebirgslandschaft kann man von der 38 Meter hohen Aussichtsplattform des insgesamt 187 Meter hohen Fernsehturms aus sehr gut betrachten. Hier befindet sich das Zentrum des Wintersports mit 300 m und 2400 m langen Skiabfahrten, einer Sprungschanze und einem Skilift. Als Luftkurort wird das Gebiet deshalb bezeichnet, weil die Luft klar und rein ist und die Sonne hier noch im Herbst häufiger scheint als anderswo im Land. Das Kurhotel und auch das Hotel des in der Nähe liegenden Galyatetõ (mit 964 Metern der zweithöchste Berg des Landes) sind ganzjährig geöffnet.
|
|
Parádfürdõ (F2)
Das Heilwasser von Parádfürdõ enthält Arsen, Eisen und Alaun und ist bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es dient hauptsächlich der Heilung von Frauenleiden. Beliebte Sehenswürdigkeiten sind der mit rotem Marmor bedeckte Cifra-Stall und das Kutschenmuseum (Hársfa u. 6.), in dem die Geschichte der weltbekannten ungarischen Kutschenherstellung vorgestellt und mit prächtigen Kutschen und Wagen belegt wird. Die 350 Bottiche der Mineralwassersammlung stammen aus 25 Ländern.
|
 |
| Parád, Cifra-Stall |
|
Nationalpark Bükk (F-G1)
Der charakteristische Teil des gewaltigen Kalksteinmassivs des Bükk-Gebirges ist die sich in 900 m Höhe erstreckende Hochebene mit den Felsgipfeln Stallstein (Istállós-kõ), Kahler Stein (Tar-kõ), Wächterstein (Õr-kõ), Dreistein (Három-kõ), Hoher Stein (Magos-kõ) und Wirbelstein (Örvény-kõ). Die Szeleta-, die Stallstein- und die Suba-lyuk-Höhle sind für ihre archäologischen Funde bekannt.
Einer der schönsten Erholungsorte Ungarns ist das von Bergen umgebene Lillafüred am Ufer des Hámori- Sees, das von Miskolc aus auch mit der Kleinbahn erreicht werden kann. Den Naturfreunden bieten zwei Höhlen ein besonderes Erlebnis: Die Anna-Höhle mit ihren weltweit einmaligen Kalktuff-Formationen und die Tropfsteine der St.-Stephan-Höhle mit der heilsamen Luft sind ganz besondere Naturschätze. Im Sommer kann man das beliebteste Ausflugsziel im Nationalpark Bükk von Szilvásvárad aus mit der Kleinbahn erreichen: das 5 km lange zauberhafte Szalajka-Tal, wo der Bach Szalajka dahinplätschert, um dann über eine 17 Meter hohe Stufenreihe sehr eindrucksvoll als "Schleier-Wasserfall" sein Wasser zu versprühen. Das Freilicht-Waldmuseum gibt einen Einblick in das Leben der einst im Tal ansässigen Köhler. Die Knochen von Tundrahirsch, Höhlenbär, Urwisent, Büffel und Mammut wurden von den Archäologen neben der Feuerstelle der Urmenschen in der Urmenschenhöhle des Stallsteins, die man zu Fuß von der Szalajka-Quelle erreichen kann, gefunden. Im nahe gelegenen Csipkéskút weiden die Pferde des weltbekannten staatlichen ungarischen Lipizzaner-Gestüts. Die Geschichte der intelligentesten Pferde der Welt verfolgt die Ausstellung "Geschichte der Lipizzaner-Pferdezucht". Die Glocke der auch als Konzertsaal ausgezeichnet geeigneten reformierten Rundkirche im klassizistischen Stil stammt aus dem Jahre 1488.
|
 |
| Lillafüred, Schlosshotel |
| |
 |
| Szalajka-Tal, Schleier-Wasserfall |
| |
 |
| Bükk-Hochebene |
|
Eger (F2)
Eger ist eine der schönsten Barockstädte und seit eintausend Jahren Bischofssitz, heute Sitz des Erzbistums. Die Einwohner sind stolz auf die ruhmreiche Vergangenheit und die zahlreichen wertvollen Baudenkmäler der Stadt. Die mittelalterliche Burg von Eger (Vár 1.) ist die siegreiche Grenzburg, wo Burgkommandant István Dobó 1552 nur mit einer Hand voll mutiger Kämpfer über einen Monat die vierzigfache Übermacht der Türken abwehrte.
Historische Ereignisse bezeugen das Kerkermuseum, das Panoptikum, die Münzanstalt und die Bildergalerie mit Werken der Malerei vom 16. bis 19. Jahrhundert. Die zweitgrößte Kirche von Ungarn, die im klassizistischen Stil erbaute Basilika (Esterházy tér), besitzt die größte Orgel des Landes. Im gegenüberliegenden, heute als Hochschule genutzten Lyzeum aus dem Spätbarock (Esterházy tér 1.) findet man in der ersten Etage eine der schönsten Bibliotheken des Landes. In der mit kunstvollen Schnitzereien und einem wunderschönen Deckenfresko geschmückten Bücherei der Kirchenprovinz mit einem Buchbestand von 150.000 Bänden wird das erste, 1473 in Ungarn gedruckte Buch sorgsam aufbewahrt. Das erste Astronomie-Museum des Landes, das Spekula-Observatorium, ist im Turm der Bibliothek untergebracht. Die interessanteste Anlage des 1776 mit "Spitzentechnik" ausgestatteten Turms ist das Periskop (1779), das auf die im abgedunkelten Zimmer befindliche weiße Tischplatte das Bild der Stadt projiziert. In einem Flügel des Erzbischofspalastes (Széchenyi u. 1-3.) befindet sich das Zentrum der erzbischöflichen Sammlung (Széchenyi u. 5.). Im kirchlichen Museum werden die Besucher über das Leben und Wirken der Bischöfe und Kardinäle von Eger informiert. Der kostbarste Schatz der Ausstellung ist das für die Krönung der Habsburger Kaiserin Maria Theresia angefertigte Gewand. 40 Meter hoch erhebt sich das Minarett über die Stadt (Knezich u. 17.), es verfügt über 97 Stufen und ist das nördlichste islamische Bauwerk Europas. Ein Andenken an die Badekultur, die sich hier während der Türkenherrschaft entwickelte, ist das türkische Bad (Fürdõ u. 1.). Einen Überblick über die Volkskunde des Gebietes von Eger vermittelt die Volkskunstausstellung der Palozen (Dobó u. 12.). Eger ist auch die Heimat der feurigen Rotweine. In den Kellern, die sich im Tuffgestein des "Tals der schönen Frauen" (Szépasszony-völgy) befinden, kann man seit Jahrhunderten den wunderbaren berühmten Wein "Erlauer Stierblut" probieren.
Die am Rande des nahe gelegenen Egerszalók im Freien sprudelnde Thermalquelle bietet einen interessanten Anblick.
|
 |
| |
| Eger, Weinberg |
 |
| Eger, Burgspiele |
| |
 |
| Eger, Dom |
|
Mezõkövesd (F2)
Die Bewohner des aus den Ortschaften Mezõkövesd, Tard und Szentistván bestehenden "Matyolandes" (Matyóföld) sind für zwei Dinge bekannt: für ihren auch unter reformierten Christen beibehaltenen katholischen Glauben und für ihre besonders farbenprächtigen Trachten. Auf schwarzem Grund werden mit farbigem Seidengarn wunderschöne Blumenmuster gestickt, mit Stickerei wird auch die Kleidung der Männer geschmückt. Die berühmteste Entwerferin der Muster war die "Schreibfrau" Bori Kis Jankó (1876-1954). Ihre schönsten Schöpfungen können in ihrem nach Matyo-Art eingerichtetem Gedenkhaus (Kis Jankó Bori u. 22.) bewundert werden. Das Matyo-Museum (Szent László tér 20.) stellt den Besuchern das Leben der Matyos vor: Es berichtet von der harten Lohnarbeit auf den Feldern, von ihren farbenfrohen blumengeschmückten Wohnungseinrichtungen, ihren Stickereien und Trachten. Die originellen von Matyo-Kunst inspirierten Fresken in der römisch-katholischen Kirche St. Ladislaus (Szent László tér 28.) malte der in der Stadt geborene István Takács.
In den einem Dorfmuseum gleichenden Bauernhäusern des Ortsteils Hadas wirken Maler von Bauernmöbeln, Honigkuchenbäcker, Glasschleifer und Töpfermeister. Die größte landwirtschaftliche Maschinensammlung des Landes, darunter zahlreiche Raritäten, beherbergt das Maschinenmuseum im Hof des alten Bauernhauses in der Eötvös József út 32. Das Wasser des beliebten Zsóry-Bades (Napfürdõ u. 2.) kann rheumatische Leiden, Gelenkentzündungen und Frauenkrankheiten lindern oder gar heilen. Das Bad befindet sich am Ortsrand und verfügt über Freibad, ein 33 Meter langes Schwimmbecken mit "gespanntem" Wasserspiegel und Wellenbad.
|
 |
| Mezõkövesd, Ostern bei den Matyos |
|
Nationalpark Aggtelek (F1)
Teil des Weltkulturerbes ist auch eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas, die Aggteleker Baradla-Höhle, die nach Ansicht der Wissenschaftler zu den großartigsten geologischen Erscheinungen der Welt gehört. Der ungarische Abschnitt der Höhle ist 17 Kilometer lang, innen fließt ein unterirdischer Bach. Mit ihren Felshallen voller erstaunlich großer Tropfsteine birgt die Höhle eine geheimnisvolle Märchenwelt. An drei Eingängen starten die Höhlentouren: vom Eingang in Jósvafõ bzw. Vörös-tó kann man auf ausgebauten und beleuchteten Betonwegen kurze und mittlere Touren sowie nach vorheriger Anmeldung eine von Aggtelek nach Jósvafõ führende lange und spezielle Tour auf unterirdischen Pfaden mit Taschenlampen unternehmen. Ein künstlicher Zugang in die weltbekannte Höhle wurde auch in Jósvafõ angelegt. Auf stimmungsvollen Serpentinen erreicht man das kleine Bergdorf, durch das der Bergbach Jósva fließt. Hier befinden sich der 30 m hohe, 125 m lange und 55 m breite "Saal der Riesen" (Óriások terme) mit vielen Tropfsteinen sowie die Friedenshöhle (Béke-barlang), die asthmatische Erkrankungen mittels Luftkur lindern bzw. heilen kann. 2,5 Kilometer liegt der Eingang der Baradla-Höhle vom Rotsee (Vörös-tó) entfernt, im Rahmen einer Wanderung kann man die Jósva-Quelle und das Meeresauge erreichen.
|
 |
| Aggtelek, Konzert in der Tropfsteinhöhle |
|
Miskolc (G1)
Miskolc ist die drittgrößte Stadt Ungarns und bekannt für ihr bedeutendes kulturelles Leben, ihre herausragenden Naturschätze und Denkmäler. Die griechisch-orthodoxe Kirche (Deák F. tér 7.) besitzt die größte Ikonostase von Mitteleuropa. Die 16 Meter hohe Bilderwand zeigt in 88 Darstellungen das Leben von Jesus Christus. Das Gnadenbild der "Schwarzen Madonna von Kasan" ist ein Geschenk der russischen Zarin Katharina II. Das neben der Kirche gelegene Museum der ungarischen orthodoxen Kirche beherbergt die reichste Sammlung orthodoxer Kunst des Landes. Die am Hang des durch seine Weinkeller bekannten Avas-Berges stehende reformierte Kirche ist eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Ungarns, vom frei stehenden Glockenturm aus dem 19. Jahrhundert ertönt jede Viertelstunde ein Glockenspiel.
Im Mittelalter war die Brautgabe der ungarischen Königinnen die Burg von Diósgyõr mit den vier Ecktürmen. Daran erinnern die in dem Rondell untergebrachte Ausstellung zur Burggeschichte und das größte historische Panoptikum Mitteleuropas. In unmittelbarer Nachbarschaft in dem großen gepflegten Park befinden sich das Burgbad und die Sauna. Das Déryné-Haus war das einstige Wohnhaus der ersten ungarischen Opernsängerin und Schauspielerin. Informationen über die Papierproduktion von Diósgyõr bietet das Papierindustrie-Museum.
Das älteste Industriedenkmal von Ungarn ist die aus dem Jahre 1810 stammende Eisenschmelzanlage von Újmassa, daneben befindet sich das Massa-Museum, das die Geschichte der Eisenproduktion von Diósgyõr vorstellt. In der Ausstellung kann man auch eine originalgetreu eingerichtete Schmiedewerkstatt besichtigen. Von hier aus kann man einen Ausflug zur Forellenanlage von Garadna, zu den Ruinen des Paulinerklosters Allerheiligen, zum Skizentrum von Bánkút unternehmen.
Ein in Europa einmaliges Naturwunder ist das Höhlen- und Thermalbad von Miskolctapolca (Pazár István sétány). Das mineralhaltige Wasser und die kristallklare Luft in der Höhle besitzen eine heilende Wirkung bei Herz- und Gefäßerkrankungen, bei rheumatischen Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege. Das Baden wird durch spezielle Lichteffekte, unterirdische Strömungen und Sprudelbäder zu einem besonderen Erlebnis.
|
 |
| Miskolc, Orthodoxe Kirche |
| |
 |
| Miskolc, Holzkirche |
| |
 |
| Diósgyõr, Burgspiele |
| |
 |
| Miskolc, Höhlenbad |
|
Tokaj (G1)
Das historische Weinanbaugebiet und die Kulturlandschaft sind Teil des Weltkulturerbes. Der als "König der Weine, Wein der Könige" bekannte, weltberühmte Tokajer Aszu wird schon seit mehr als 450 Jahren angebaut. Zu den Stammkunden des hiesigen Weins, dessen Reben auf den von der Sonne verwöhnten Tokajer Hängen wachsen und im Spätherbst mit hohem Zuckergehalt reifen, zählten Herrscherhäuser wie der russische Zar, die englischen Könige und sogar der Papst in Rom. Eine Ausstellung über die glanzvolle Geschichte des im Mittelalter auch als Arznei geschätzten Tropfens ist im Tokajer Museum (Bethlen Gábor u. 7.) zu besichtigen. Das Andenken an die ehemaligen reichen griechischen Händler bewahrt die Ikonensammlung des Museums in der jetzt als Ausstellungs- und Konzertsaal genutzten griechisch-orthodoxen Kirche. (Bethlen Gábor u. 23.). Ein stimmungsvolles Restaurant ist heute der einstige Weinkeller der Fürstenfamilie Rákóczi, der Rákóczi-Keller (Kossuth tér 15.). Die 24 Gänge des anderthalb Kilometer langen Kellers bieten genügend Platz für die Lagerung von 20.000 Hektolitern Wein. Auf Bestellung fahren Ausflugsschiffe vom Hafen der Theiß nach Sárospatak (37 km).
|
 |
| Tokaj |
| |
 |
| Tokaj, Rákóczi-Keller |
|
Sárospatak (G-H1)
Diese Kleinstadt war früher der bevorzugte Besitz des hochwohlgeborenen Landesherrn Ferenc Rákóczi II., der gegen die Habsburger für Ungarns Freiheit kämpfte. Die ältesten Teile der mit gotischen und Renaissance-Elementen üppig geschmückten Burg (Szent Erzsébet u. 19.) sind der Rote Turm (Vörös-torony), die Lorántffy-Loggia aus der Spätrenaissance und der Fürstenpalast, in dessen Sälen die Sammlungen des Rákóczi-Museums ausgestellt werden: die Geschichte der Familie Rákóczi und des von Rákóczi geführten Freiheitskampfes, die Bibliothek und die Präsentation des Lebens eines Landesherrn im 16./17. Jahrhundert, der Weinbau und die Weinherstellung in der Hegyalja, eine Keramikausstellung und ein Lapidarium. Die ehemalige Burgkirche zählt zu den wertvollsten gotischen Baudenkmälern mit einer Orgel aus der Barockzeit und dem größten Holzaltar Ungarns. Im Museum des berühmten reformierten Kollegiums (Rákóczi u. 1.) sind die Geschichte der 1531 gegründeten Schule sowie die große Bibliothek mit wertvollen Wiegendrucken zu besichtigen. Die Sammlung der römisch-katholischen Kirche (Szent Erzsébet u. 15.) wurde im ersten Stock des ehemaligen Jesuitenklosters untergebracht.
|
 |
| Sárospatak, Rákóczi-Burg |
|
Sátoraljaújhely (G-H1)
Die nördlichste Stadt des Landes mit der barocken Innenstadt und dem historischen Flair ist die am Fuße der Berge gelegene Grenzstadt Sátoraljaújhely. Die wertvollsten Baudenkmäler sind die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche und das Kloster der Paulinermönche, später Studentenheim des Piaristenordens (Barátszer) mit einer außergewöhnlich schönen barocken Innenraumgestaltung und Hauptaltar. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurde das Grab des berühmten Wunderrabbis Moses Teitelbaum zur Pilgerstätte. Die 14 Stationen des ungarischen Kreuzweges des Szár-Berges erinnern an den Vertrag von Trianon (aufgrund des Friedensdiktats von Trianon von 1920 wurden zwei Drittel des ungarischen Territoriums vom Mutterland abgetrennt). Drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich Széphalom, wo in einem geschützten Park eine Gedenkhalle und das Grabmal die Erinnerung an den Führer der Spracherneuerungsbewegung der Reformzeit, Ferenc Kazinczy (1759-1831), wach halten.
|
 |
| Sátoraljaújhely, Weinkirche |
|
Zempléner Gebirge (G1)
Der höchste Gipfel des vor 2 bis 3 Millionen Jahren entstandenen Gebirgszuges ist der Große Milic (894 m). Heute ist er der Ausgangspunkt der 2000 km langen "Blauen Route", des Wanderweges, der annähernd das ganze Land verbindet. Die von Wäldern bedeckte vielfarbige Gebirgswelt ist die Fortsetzung der Bergketten der Karpaten. Auf den höchsten Gipfeln zwischen 600 und 800 Metern verläuft die Landesgrenze. Von der 25.000 Hektar großen Fläche des Zempléner Landschaftsschutzgebietes stehen 2400 Hektar unter besonderem Schutz. An geschützten Tieren finden wir hier Steinadler, große Bussarde, Luchse und Wölfe. In der Pflanzenwelt sind viele geschützte Orchideenarten zu finden. Die gewaltigen Findlinge der aus der Eiszeit stammenden Steinmeere sind ebenfalls sehenswert (Boldogkõújfalu). |
 |
| Zempléner Gebirge |
|
| |
|
| |
|