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1100 Jahre Im Herzen Europas | Karte
Budapest und Umgebung
Eger-Tokaj Bergland
Die Puszta und der Theiß-See
Pannonien
Balaton
 
     

Manche Menschen verlieben sich auf den ersten Blick in die ungarische Hauptstadt, andere lernen die Stadt erst einmal näher kennen, bevor sie für sie zu schwärmen beginnen, in einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Budapest ist eine der am schönsten gelegenen Städte der Welt. Die majestätische Donau durchfließt die Stadt und teilt die Zwei-Millionen-Metropole in das bergige Buda und das flache Pest. Das Panorama am Donau-Ufer erkannte die UNESCO als Teil des Weltkulturerbes an. Wer diesen Anblick nur ein einziges Mal bei abendlicher Beleuchtung sah, kann ermessen, warum.
Wissenswertes über Budapest:
– Bereits vor fünfzigtausend Jahren war das Gelände bewohnt, ihren heutigen Namen erhielt die Stadt jedoch erst vor 128 Jahren: Bis zum Jahre 1873 waren Óbuda, Buda und Pest selbständige Städte.
– Unter den Bergen der Stadt erstreckt sich ein zusammenhängendes Höhlensystem, in dem zahlreiche Thermalquellen entspringen. 80 Thermalquellen mit einer Wasserkapazität von täglich 70 Millionen Litern speisen 12 Heilbäder.
– Zu den Baudenkmälern der Stadt zählen das 2000 Jahre alte Amphitheater aus der Römerzeit, die 400 Jahre alten türkischen Bäder und die typisch ungarischen, Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude im Jugendstil. Das einheitliche Stadtbild verdankt Budapest den Anfang des 20. Jahrhunderts im eklektischen Stil erbauten eleganten "Mietspalästen".
– Auch der Stadtverkehr weist einige Besonderheiten auf: Die erste Untergrundbahn des Kontinents verbindet seit mehr als 100 Jahren die Innenstadt mit dem Stadtwäldchen. In den Budaer Bergen verkehren außerdem die drittälteste Bergbahn der Welt und eine Waldkleinbahn, die von "Kinder-Eisenbahnern" betrieben wird.
– Dem Kulturinteressierten kann hier nur die Wahl zur Qual werden: 237 Denkmäler, 223 Museen und Galerien, 35 Theater, 90 Filmtheater, 2 Opernhäuser, 12 Konzertsäle, das abwechslungsreiche Programm von 200 Lokalen und Unterhaltungsstätten und die von den Reisebüros organisierten Stadtbesichtigungen und Ausflüge mit Bus, Schiff und zu Fuß bieten den Budapest-Besuchern an 365 Tagen des Jahres ein auf die individuellen Wünsche ausgerichtetes Programm.

 

Gellért Bath

Buda
Von den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt können wir nur die wichtigsten hervorheben. Beginnen wir damit in Buda am rechten Ufer der Donau.
Eine Budapester Besonderheit ist, dass die Budaer Seite als die grüne Lunge der Stadt auch etliche beliebte Ausflugsziele zu bieten hat: János-Berg, Normafa, Széchenyi-Berg, kleiner und großer Hárs-hegy (Lindenberg), Remete-hegy (Mönchsberg), Hármashatár-hegy (Drei-Grenz-Berg) und Budakeszi Vadaspark (Wildpark von Budakeszi) - sie alle gehören zum Landschaftsschutzgebiet von Buda. Wir empfehlen Ihnen folgenden Ausflug: Fahren Sie mit der Zahnradbahn (die Station befindet sich 1 Haltestelle mit der Straßenbahn 56 vom Moszkva tér entfernt) auf den Széchenyi-Berg, dann fahren Sie weiter mit der Kindereisenbahn nach Hûvösvölgy. Die Kleinbahn streift auch den höchsten Punkt von Budapest, den János- Berg (526 m), von hier gelangt man mit der Schwebebahn nach Zugliget. Die beiden zur Besichtigung freigegebenen Höhlen sind die auf einer Länge von 500 Metern begehbare Pálvölgyi-Tropfsteinhöhle und die 300 Meter der Szemlõ-hegyi-Höhle, die gleichzeitig auch eine Höhle mit Heilwirkung ist.

 

Konzert in der Matthias-Kirche

Óbuda
Die Überreste der Zivil- und Militärstadt Aquincum - des zweitausend Jahre alten römischen Vorgängers der Stadt Budapest - zwei Amphitheater, mit Mosaiken geschmückte Villen, ein Militärbad und die Steinpfeiler des Aquäduktes befinden sich im nördlichen Teil der Stadt. Das Aquincum-Museum (Szentendrei út 139.) ist ein zusammenhängendes Ruinengelände mit wertvollen Funden wie bearbeiteten Steinen, Wandmalereien und der antiken Orgel. Alte eingeschossige Häuser, kleine Restaurants und bemerkenswerte Museen ergeben die einzigartige Atmosphäre des Óbudaer Hauptplatzes (Fõ tér). In der Nähe befinden sich das Imre-Varga- Museum (Laktanya u. 7.), das die Werke seines Namensgebers, des bekannten zeitgenössischen Bildhauers Imre Varga, vorstellt und auch das Vasarely-Museum (Szentlélek tér 6.), welches das gesamte Lebenswerk des als Schöpfer der Op-Art weltbekannt gewordenen Gyõzõ Vásárhelyi betreut. Im Kisceller Museum (Kiscelli út 108.) sind die außerordentlich reichen Sammlungen der Kunstwerke, die der Hauptstadt gewidmet sind, und der ungarischen bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts zu besichtigen.

 

Aquincum

Der Budaer Burgberg
Der im 14. Jahrhundert errichtete und 400 Jahre später im Barockstil umgebaute königliche Palast diente 700 Jahre lang als Sitz der ungarischen Könige, heute sind darin die meistbesuchten Museen und Galerien von Budapest untergebracht. Die Ungarische Nationalgalerie (Magyar Nemzeti Galéria, Gebäudeflügel B, C, D) zeigt einen Querschnitt durch die ungarische Kunstgeschichte vom 10. Jahrhundert bis heute. Hier kann man die Ausstellungen mittelalterlicher und aus der Zeit der Renaissance stammender Lapidarien, Holzfiguren, Tafelbilder und Flügelaltäre aus der Gotik, die Kunst der Renaissance und des Barock, die Sammlungen der Malerei des 19./20. Jahrhunderts und der Münzkunst besichtigen. Die Krypta der Habsburger Palatine kann mit einem Museumsführer betreten werden. Das Budapester Historische Museum (Budapesti Történeti Múzeum, Gebäudeflügel E) beherbergt die restaurierten Teile, die Kapelle, die gotischen Statuen des mittelalterlichen Burgschlosses. In der Széchényi-Landesbibliothek (Gebäudeflügel F), sind Kodizes aus dem Mittelalter und Teile der wertvollsten Sammlung des Königs Matthias Corvinus, der Bibliotheca Corviniana, ausgestellt, außerdem sind auch temporäre Ausstellungen zu sehen. Das Museum Ludwig präsentiert den Besuchern die Werke herausragender ungarischer und ausländischer Vertreter der zeitgenössischen Kunst.
Die Budaer Hauptkirche mit dem kunstvoll verzierten steinernen Turm, die Matthias-Kirche, ist auch als Kirche der Heiligen Jungfrau Maria bekannt. Sie war mehrfach der Schauplatz von Krönungen und Hochzeiten ungarischer Könige. Bei der Umgestaltung im neugotischen Stil zu Beginn des 19. Jahrhunderts wirkten die bekanntesten zeitgenössischen Künstler mit. In der Gruft befindet sich eine Sammlung sakraler Kunstwerke, vom Frühjahr bis zum Herbst werden in der Kirche Konzerte veranstaltet. Von der auf mittelalterlichen Mauern im neoromanischen Stil errichteten Fischerbastei (Halászbástya) mit den sieben Türmen bietet sich eine herrliche Aussicht auf die Stadt. Im Hintergrund befinden sich die aus dem 13./14. bzw. 15. Jahrhundert stammenden Ruinen des Dominikanerklosters und der Kirche St. Nikolaus, die man mit architektonischer Bravour in den Innenbereich des eleganten Hilton Hotels integriert hat. Der Dominikanerhof des Hotels dient verschiedenen Freilichtveranstaltungen und Konzerten als Austragungsort. Die beiden Zugänge des Burgviertels, den Wiener Torplatz (Bécsi kapu tér) und den Dísz tér verbinden Straßen mit Bürgerhäusern, die auf mittelalterlichen Grundmauern errichtet sind und denen die in den gotischen Toreinfahrten vorhandenen Sitznischen einen einzigartigen künstlerischen Wert verleihen. Von dem unter dem Burgberg befindlichen 12 Kilometer langen Höhlensystem ist die Burghöhle auf einem Abschnitt von 1800 Metern im Rahmen einer Führung begehbar. Das Museum für Kriegsgeschichte veranschaulicht die historischen Ereignisse, das mittelalterliche jüdische Gebetshaus stellt die Lebensweise des Budaer Judentums vor. In dem barocken Erdõdy-Hatvany- Palais befinden sich die Musikinstrumenten-Raritäten des Museums für Musikgeschichte und die umfangreiche Handschriftensammlung des großen ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881-1945).

 

Fischerbastei
 
Royal Palace
 

Gellértberg
Nur in wenigen Metropolen findet man inmitten der Stadt einen ähnlichen, unter Naturschutz stehenden Berg. Auf dem Gipfel des Gellértberges wurde im Jahre 1851 eine militärische Festung, die Zitadelle, erbaut. Heute dient sie touristischen Zwecken, von der Aussichtsterrasse kann mann einen grenzenlosen Rundblick über die Stadt genießen.
Die in der Tiefe entspringenden Heilquellen speisen drei am Fuße des Gellértberges erbaute Thermalbäder. Eines davon ist das eleganteste Thermalbad des Landes, das Gellért-Bad (Kelenhegyi út 2-4.). Dort findet man Thermal-, Wannen-, Sprudel-, Wellen- und Schwimmbäder. Die beiden anderen Bäder stammen aus der Zeit der Türkenherrschaft: das Rudas-Bad (Döbrentei tér 9.) und das Rác-Bad (Hadnagy u. 8-10.). In beiden Bädern gibt es Thermal-, Dampf- und Wannenbäder, im Rudas-Bad befindet sich auch ein Schwimmbecken.
Ebenfalls Denkmäler aus der Türkenzeit sind die auf dem Rosenhügel (Rózsadomb) befindliche mohammedanische Pilgerstätte, die Türbe Gül Baba (Mecset u. 4.) und das mit einer Kuppel geschmückte Király-Heilbad (Fõ u. 82-84.), das über Thermal-, Wannen- und Dampfbäder verfügt.
Der im südlichen Teil der Stadt gelegene Ortsteil Budafok entwickelte sich aufgrund seiner ertragreichen Weinberge zu einer Stadt des Weines und Sektes. Sehenswürdigkeiten sind das Kellerlabyrinth und das Museum der Sektfabrik Törley (Kossuth L. u. 82-94.). Am Rand von Budafok befindet sich der Statuenpark (Ecke Balatoni út-Szabadkai út), eine einmalige Sammlung der in der Zeit des Sozialismus geschaffenen Statuen, die einst auf öffentlichen Plätzen standen. Es lohnt sich, die interessante Interieur-Ausstellung des Nagytétényer Schlossmuseums (XXII. Stadtbezirk, Kastélypark u. 9-11.) und das Einkaufszentrum Campona mit seinem Tropicarium, das die Fauna des Meeres vorstellt, in das Besichtigungsprogramm aufzunehmen.

 

Rudas Bad
Pest

Begibt man sich von Buda nach Pest, dann sieht man auch auf der linken Seite der Donau Stadtteile mit historischem Flair. Um an das andere Ufer des Flusses zu gelangen, sollte man die älteste der neun Donaubrücken, die im Jahre 1849 errichtete Széchenyi-Kettenbrücke, wählen.

 

Royal Palace and Chain Bridge
 
 
Parlament
 
Opernhaus

Innenstadt
Die Innerstädtische Pfarrkirche auf dem Platz des 15. März war die erste Kirche der Stadt. Einmalig ist ihr Innenraum, der alle architektonischen Stilmerkmale von der Romanik bis zum Klassizismus vereint. Die Synagoge in der Dohány utca ist die größte Synagoge Europas und aufgrund ihrer ausgezeichneten Akustik auch hervorragend für Konzertveranstaltungen geeignet. Das im Innenhof der Synagoge geschaffene Jüdische Museum ist zugleich das Forschungszentrum der jüdischen Kultur. Das Ungarische Nationalmuseum (Múzeum körút 14-16.) gehört zu den schönsten Werken der ungarischen klassizistischen Architektur. Seit 1846 befindet sich hier die wichtigste öffentliche Sammlung des Landes und präsentiert die Ausstellungsstücke der ungarischen Geschichte vom Altertum bis in unsere Zeit. Die Markthalle (Vásárcsarnok, Fõvám krt. 1-3.) gilt dank ihrer Stahlkonstruktion als außergewöhnliches Architekturdenkmal.
Die schönsten Beispiele des ungarischen Jugendstils stellt das Museum für Kunstgewerbe (Iparmûvészeti Múzeum - Üllõi út 33-37.) in einer umfangreichen Sammlung vor, hervorzuheben sind auch die Wohngebäude am Szervita tér (Pester Innenstadt) und das Gebäude der ehemaligen Postsparkasse (Posta-takarékpénztár, Hold u. 4.). Das Parlament ist das größte und am üppigsten geschmückte Gebäude des Landes. Imre Steindl errichtete zwischen 1885 und 1902 das 96 Meter hohe und 118 Meter breite Bauwerk, das über 10 Höfe, 29 Treppenhäuser, 27 Pforten und das erste Fernheizungssystem in Europa verfügt. Am Sitz des Ungarischen Parlaments und der Regierung werden die Heilige Krone und die Krönungsinsignien aufbewahrt. Im Rahmen einer Führung kann das Parlament in Gruppen besichtigt werden. Die Stephansbasilika (Szent István-bazilika, Bajcsy-Zsilinszky út), die in den Rang einer Basilika Minor erhobene Neorenaissance-Kirche, ist die größte Kirche der Hauptstadt und zugleich die zweitgrößte des Landes. Zum wertvollsten, sorgsam gehüteten Schatz der Kapelle Die Heilige Rechte Hand zählt die Reliquie des Heiligen Stephan, des ersten ungarischen Königs (997-1038), die seit 1000 Jahren vollkommen erhalten gebliebene rechte Hand des Königs. Vom Turmerker hat man einen prächtigen Ausblick auf die Stadt.
Es lohnt sich, von der Pester Innenstadt kommend die schnurgerade Prachtstraße Andrássy út zu Fuß entlang zu laufen. Beide Seiten der als Weltkulturerbe anerkannten Straße säumen künstlerisch anspruchsvoll gestaltete, eklektische Palais aus dem 19./20. Jahrhundert. Das Ungarische Staatliche Opernhaus (Magyar Állami Operaház, Andrássy út 22.), die prächtige Schöpfung des berühmtesten ungarischen Architekten Miklós Ybl, ist seit 1864 das Zentrum des Musiklebens in Ungarn. Das mit Fresken geschmückte Interieur, der Zuschauerraum mit 1200 Plätzen und die Theatertechnik können im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden.

 

Stadtwäldchen
Die bekannten Bauwerke der bedeutendsten Parkanlage der Hauptstadt ließ die enthusiastische Einwohnerschaft von Budapest anlässlich der Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen des Landes im Jahre 1896 errichten. Auf dem imposanten Heldenplatz (Hõsök tere) hält der Erzengel Gabriel in 36 Metern Höhe die Heilige Krone Ungarns. Die zentrale Reitergruppe des Millenniumsdenkmals verewigt die sieben Stammesführer der Landnahme mit ihrem Anführer Árpád. An der Seite des Platzes befindet sich das Museum der Bildenden Künste (Szépmûvészeti Múzeum), das die bedeutendste Sammlung bildendender Kunst beherbergt. In der Galerie alter Meister finden wir die umfangreichste Sammlung spanischer Malerei außerhalb Spaniens sowie Gemälde von weiteren weltbekannten Künstlern wie Bellini, Brueghel, Corregio, Dürer, El Greco, Giorgione, Goya, Murillo, Leonardo da Vinci, Raffael, Rembrandt, Rubens, Tizian und Velasquez, aus dem 19. Jahrhundert die international bedeutenden Gemälde von Delacroix, Gauguin, Monet, Renoir, Corot. Die größte Ausstellungshalle des Landes steht dem Museum gegenüber - die Kunsthalle (Mûcsarnok), ein würdiger Ort für die wichtigsten temporären Ausstellungen. Die Burg von Vajdahunyad (Vajdahunyad vára) ist das auf der Széchenyi-Insel (Széchenyi-sziget) errichtete Gebäudeensemble. Hier sind die originalgetreuen Kopien einiger berühmter Bauwerke der ungarischen Geschichte von der Romanik bis zum Barock in einem einzigen Ensemble vereinigt. Das gewichtigste Element darin ist das Abbild der Burg von Vajdahunyad in Siebenbürgen (heute in Rumänien gelegen). Im Jahre 1896 wurde hier die außerordentlich umfangreiche Sammlung des Landwirtschaftlichen Museums (Mezõgazdasági Múzeum) eröffnet - und zwar als Erstes seiner Art in der Welt. Der kleine See am Stadtwäldchen eignet sich für romantische Bootsfahrten im Sommer und im Winter steht er den Schlittschuhläufern zur Verfügung. Das Széchenyi-Heilbad (Állatkerti körút 11.) ist das größte Heilbad Europas, es verfügt sowohl über Thermal-, Dampf- und Wannenbäder als auch über Schwimmbecken und ein Freibad. Das Verkehrsmuseum (Közlekedési Múzeum, Városligeti körút 11.) beherbergt eine der ältesten europäischen Sammlungen über die Verkehrsgeschichte. Als einer der ersten Tiergärten weltweit entstand hier auch der 135 Jahre alte hauptstädtische Tier- und Pflanzengarten, dessen denkmalgeschützte Gebäude zu den großartigen Werken des ungarischen Jugendstils zählen. Zwei bekannte Vergnügungsstätten im Stadtwäldchen sind der hauptstädtische Großzirkus (Fõvárosi Nagycirkusz) und der Vergnügungspark (Vidám Park), dessen 100 Jahre altes Karussell mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet wurde.
Herausragende Werke der ungarischen Architektur sind das Gebäude des Staatlichen Ungarischen Geologischen Instituts (Magyar Állami Földtani Intézet, XIV. Stadtbezirk, Stefánia út 14.) sowie die im Jugendstil errichtete katholische Pfarrkirche von Kõbánya (X. Stadtbezirk, Szent László tér 25.). Ein interessantes städtebauliches Experiment seiner Zeit war die für kleine Beamte errichtete Wekerle-Siedlung in Kispest im XVIII. Stadtbezirk mit ihrer geometrischen Regelmäßigkeit. Den Kindern zur Freude dienen der Palast der Wunder (Csodák Palotája, XIII. Stadtbezirk, Váci út 19.) als erstes interaktives wissenschaftliches Spielhaus und der ungarische Park für Eisenbahngeschichte (Magyar Vasúttörténeti Park, XIV. Stadtbezirk, Tatai út 95.) mit Fahrzeugen, die von den Besuchern in Besitz genommen und gefahren werden können.

 

Burg von Vajdahunyad
Heldenplatz
 
Széchenyi-Bad

Margareteninsel
Die inmitten der Stadt gelegene Donauinsel ist für den Autoverkehr gesperrt. Die Margareteninsel ist Budapests wertvollster Park, eine sich zwischen der Margaretenbrücke (Margit híd) und der Árpádbrücke (Árpád híd) erstreckende, 2 Kilometer lange grüne Oase. Die mehrere hundert Jahre alten Bäume, der bunte Blumenteppich des Rosengartens, der Thermalwassersee des stimmungsvollen japanischen Gartens und der Wasserfall sind angenehme Plätze zum Ausruhen, die auch einen schönen Anblick bieten. Der Wildpark ist ein beliebter Ort bei Kindern. Das Hajós-Alfréd-Sportschwimmbad ist der Austragungsort hochrangiger Schwimmwettkämpfe, das Freibad Palatinus bietet Badevergnügen, die Freilichtbühne am Fuße des Wasserturms ist im Sommer ein gut besuchter Ort für Musikveranstaltungen. Zu den 700 Jahre alten Denkmälern der Insel gehören die Ruinen der Dominikaner- und der Franziskanerkirche und der dazugehörenden Klöster. Im Turm der Prämonstratenser-Kapelle erklingt die älteste Glocke des Landes.

 

 
Donauknie

Am Donauknie, wo der zwischen den Bergen eingezwängte Fluss nach Süden abbiegt, bietet sich dem Betrachter eines der schönsten Panoramen des Landes. Diese Gegend war im Mittelalter Schauplatz vieler bedeutender historischer Ereignisse und sie gehörte zu den Besitztümern der ungarischen Könige, wodurch der Nachwelt wertvolle historische, kulturelle Werte und Denkmäler erhalten blieben.
Die verwinkelten Straßen, die sieben Türme, die farbenfrohen Häuser, die engen Gässchen, das mediterrane Flair, die zwei Dutzend Museen und Galerien, die Familien-Pensionen und Restaurants von Szentendre (D2) machen die Stadt am Donauufer zum meistbesuchten Touristenzentrum am Donauknie.
Von den Kirchen der sich hier zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert niederlassenden und vor den Türken fliehenden serbischen Siedler gehören auch heute noch vier der pravoslawischen Kirche. Das Museum der orthodoxen Kirchenkunst (Szerb Ortodox Egyházmûvészeti Múzeum, Pátriárka u. 5.) zeigt die Ikonen, die Goldschmiedearbeiten sowie andere Kunstschätze und Sehenswürdigkeiten der orthodoxen Kirchen. Auf der Mauer der auf dem Burghügel errichteten römisch-katholischen Pfarrkirche aus dem 13. bis 16. Jahrhundert (Templom tér) befindet sich eine der ältesten Sonnenuhren des Landes. Für Touristen, die Nostalgisches suchen, gibt es hier fast alles: Geschäfte, Restaurants, Wappen, die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Fõ tér, die Stuckarbeiten an den Häusern, die vielen Fotomotive und eine der populärsten Sammlungen des Landes, nämlich das Margit-Kovács-Museum (Kovács Margit Múzeum, Vastagh György u. 1.), das von der Keramikkünstlerin Margit Kovács (1902-1977) gegründet wurde. Mit seinen liebenswerten Figuren bietet es den Besuchern ein ästhetisches Erlebnis wahrer Kunst, deren Quellen das Gute, Schöne und Menschliche sind. Die Bildergalerie von Szentendre (Szentendrei Képtár, Fõ tér 2-5.) und die Galerie der Künstlersiedlung (Mûvésztelepi Galéria, Bogdányi út 51.) präsentieren dem Besucher zeitweilige Ausstellungen von Werken der Künstler, die heute in Szentendre tätig sind.
Im Haus der Volkskunst (Népmûvészetek Háza, Rákóczi u. 1.) kann man sich mit der Volkskunst des Komitats Pest vertraut machen, im römischen Lapidarium (Dunakanyar körút 1.) sind die antiken Funde der Stadt Ulcisia Castra aus dem 1.-4. Jahrhundert zu besichtigen. Das im Gebäude einer alten Mühle errichtete Zentrum der bildenden Kunst und der Kultur, die "Kunstmühle" (Mûvészet Malom, Bogdányi u. 32.), ist ein Atelier zeitgenössischer Kunst, dessen Ausstellungen durch attraktive Programme ergänzt werden. Im Verkehrsmuseum (Közlekedési Múzeum, an der Station der Vorortbahn HÉV) erwartet die Besucher eine einmalige Mustersammlung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die größte Volkskunstausstellung in Ungarn findet man im Ethnografischen Freilichtmuseum (Szabadtéri Néprajzi Múzeum, Sztaravodai út 1., 4 km vom Stadtzentrum entfernt), hier werden die in ganz Ungarn gesammelten Schätze der Volkskunst ausgestellt. In dem von April bis Oktober geöffneten Museum werden an den Wochenenden Handwerkstraditionen vorgestellt und auch wichtige Gedenktage der ungarischen Volkstradition gefeiert. Die zahlreichen Touristenattraktionen der 31 km langen Szentendre-Insel kann man mit der Fähre oder bei Tahi über eine Brücke erreichen. Von den vier Siedlungen der Insel wird Kisoroszi, das auch über einen Golfplatz verfügt, am häufigsten besucht.
"Aus Visegrád (D2), dem Paradies auf Erden" - so beschrieb der Glanz und Prunk gewohnte Botschafter des Papstes, der als Gast im Palast des Renaissanceherrschers König Matthias (1458- 1490) weilte, einen der prächtigsten Königssitze seiner Zeit, ein herrliches Bauwerk mit 350 Räumen, zwei Etagen und Brunnen aus rotem Marmor. Die Archäologen rekonstruierten getreu dem einstigen Vorbild den Renaissance-Innenhof des Palastes und den Herkules-Brunnen, der an Festtagen Wein spendete. Die Original-Brunnen und Statuen werden im fünfgeschossigen Salamon-Turm aus dem 13. Jahrhundert aufbewahrt. Im größten und am besten erhaltenen Wohnturm der Romanik und auch im Hof desselben werden Ritterturniere veranstaltet. Der Turm ist Teil einer Befestigungsanlage, welche die Wasserbastei am Donauufer mit den massiven Burgmauern der auf dem Burgberg stehenden Burg verband, und die den im Jahre 1316 von Buda hierher verlegten Königssitz schützte.
In der zwischen 1245 und 1255 erbauten Oberburg wurde zweihundert Jahre lang die Heilige Krone aufbewahrt und hier fand auch das erste "Gipfeltreffen" Mitteleuropas statt (1335), wo die Könige von Böhmen, Polen und Ungarn einen Wirtschaftsvertrag unterzeichneten, der Wien ausschalten sollte. In den rekonstruierten Räumen der Burg, von der sich ein herrlicher Blick über das Donauknie bietet, können Ausstellungen zur Geschichte besichtigt werden. Auf den Hügeln der Umgebung gibt es drei Sehenswürdigkeiten von besonderer Bedeutung: Die Überreste eines um 330 errichteten römischen Militärlagers auf dem Sibrik-Hügel, den Nagyvillámer Aussichtsturm und auf dem Mogyoró-Berg den größten Erholungskomplex in der Umgebung der Hauptstadt mit einer ganzjährig betriebenen Bobbahn, mit einem Jurtenlager, mit Campingplatz, Waldgaststätte, Spielplätzen und Wildgehege.

 

Donauknie
 
Szentendre, Hauptplatz
 
Szentendre, Veranstaltung im Freilichtmuseum
 
Royal Palace Visegrád
 

Esztergom (D2)
Die Stadt am Donauufer ist Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche Ungans, des Erzbischofs von Esztergom. In der um 970 erbauten Burg wurde Stephan der Heilige, der erste ungarische König (997- 1038) und der Gründer des ungarischen Staates geboren.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der den Burgberg beherrschende, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil erbaute Dom (Szent István tér), die größte Kirche des Landes mit dem größten, auf Leinwand gemalten Altarbild der Welt. Einmalig und interessant ist auch das einzige vollkommen erhalten gebliebene ungarische Renaissancegebäude, nämlich die Anfang des 16. Jahrhunderts aus rotem Marmor erbaute Bakócz-Kapelle, welche mehr als dreihundert Jahre älter als die Kirche selbst ist. Die umfangreichste Sammlung ungarischer Kirchenschätze beherbergt die Schatzkammer der Basilika, wo 400 Goldschmiedearbeiten und Textilien aufbewahrt werden. In unmittelbarer Nähe der Basilika erinnern die königliche Hauskapelle, die freskengeschmückte Burgkapelle und die Rosettenfenster an den ehemaligen, in romanischem Stil erbauten königlichen Palast. In den rekonstruierten Sälen des Palastes der Könige des Árpáden-Hauses stellt die Ausstellung des Burgmuseums (Szent István tér 1.) die Geschichte der Burg von Esztergom vor. Der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche Ungarns ist der Kardinalspalast (Mindszenty hercegprímás tere 2.), wo die wertvollste Sammlung im Museum des Christentums (Keresztény Múzeum) mit ihren aus dem Mittelalter stammenden Schätzen der bildenden Kunst aufbewahrt wird. Das barocke Flair des Széchenyi tér entsteht durch die historischen Bürgerhäuser und das Rathaus, aber auch die Wasserstadt wird von Barockbauten beherrscht. Die Pfarrkirche mit den beiden Türmen (1724-1728) ist ein einzigartiges Beispiel italienischer Baukunst.

 

Esztergom

Vác (E2)
Vác ist ein tausendjähriger Bischofssitz am Ufer der Donau. Von Pest nach Vác fuhr im Jahre 1846 die erste Eisenbahn des Landes mit der "rasenden" Geschwindigkeit von 30 Kilometern/Stunde und in Vác wurde auch der einzige Triumphbogen des Landes zu Ehren des Besuchs der Habsburger Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1764 errichtet.
Der Konstantin-Platz wird vom imposanten klassizistischen Gebäude des im 18. Jahrhundert erbauten Bischofssitzes (Migazzi tér 1.) beherrscht. Anerkennung verdienen auch die Piaristenkirche und ein besonders kostbarer Tabernakel sowie das Ordenshaus (Szentháromság tér).
Einer der schönsten Barockplätze des Landes ist der "Platz des 15. März", jedes der hier stehenden Gebäude ist ein Baudenkmal. Die "Kirche der Weißen" (Március 15. tér 24.) wurde nach den weißen Kutten der Dominikanermönche benannt. Der kunstvoll verzierte Altar stammt aus der Zeit des Rokoko. Die in der Krypta freigelegten Funde barocker Bestattungsrituale im 16.-18. Jahrhundert, die in Europa als Rarität geltende Sammlung "Memento mori", kann man in dem klimatisierten Keller des benachbarten Barockhauses besichtigen. Die Brücke des Gombás-Baches ist die einzige mit Statuen geschmückte barocke Steinbrücke in Ungarn.

 

 

Gödöllõ (E2)
Unter den ungarischen Schlössern zählt das 200 Jahre alte Königliche Schloss (Szabadság tér 1.) zu den größten Bauwerken und zu den bedeutendsten Zeugnissen der Architektur des ungarischen Barocks. Das Herrscherpaar der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Kaiser Franz Joseph und seine Gemahlin, Königin Elisabeth - die in Ungarn sehr beliebte Sisi - hielten sich häufig und gern hier auf. Im Festsaal und im Innenhof des Schlosses werden klassische Konzerte und Festivals veranstaltet. Das originalgetreu rekonstruierte und nach 200 Jahren wieder bespielte Barock- Theater gilt in Ungarn bzw. in ganz Europa als eine Besonderheit. Die Schlosskapelle und der Kreuzweg aus dem 18. Jahrhundert befinden sich im Elisabeth-Park.
Die in den Rang einer Basilika Minor erhobene Andachtskirche von Máriabesnyõ wurde durch die auf dem Altar befindliche, 700 Jahre alte, Wunder wirkende Maria-Gnadenstatue zu einem bekannten Wallfahrtsort. Auf dem bei Mogyoród angelegten Hungaroring wird Mitte August das hochrangigste Autorennen, das Formel-1-Rennen um den Großen Preis von Ungarn, ausgetragen. Neben dem Hungaroring befindet sich der Aquapark.

 

Gödöllõ, Königliches Schloss

Ráckeve (D3)
Im Zentrum des Donauarmes von Ráckeve, dem beliebten Erholungsgebiet der Angler und Wassersportler, befindet sich das prächtige Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert, das Schloss Savoyen (Kossuth L. u. 95.), das heute als Hotel und Austragungsort für Konferenzen zur Verfügung steht. In der einzigen gotischen serbischorthodoxen Kirche des Landes (Viola u. 1.) sind das Sterngewölbe, die barocke Ikonostase und die Fresken im byzantinischen Stil besonders sehenswert. Das Árpád-Museum (Kossuth Lajos u. 34.) stellt das Leben der Müller in den Mühlen an der Donau vor.

 
   
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