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Kõszeg (B5) In der schönsten Kleinstadt Transdanubiens ist keine einzige gerade
Straße zu finden, denn Verkehrs- und Straßenstruktur sind seit dem
Mittelalter so gut wie unverändert geblieben. Daran hielt man sich auch im 17.
und 18. Jahrhundert beim Bau der farbigen barocken und klassizistischen
Wohnhäuser. Der Name der im historischen Zentrum gelegenen und eher als
Schloss anstatt als Festung errichteten Burg des Burgkommandanten Miklós
Jurisics wurde im Jahr 1532 in Europa zu einem Begriff, als eine kleine Schar
von Verteidigern das türkische Heer, das gegen Wien anrückte, aufhielt. Die
Türken zogen sich um 11.00 Uhr von den Mauern zurück und zum Gedenken
an den Sieg der Ungarn läuten in Kõszeg bis auf den heutigen Tag um 11.00
Uhr die Glocken. Nicht nur die Stadt, sondern auch die Rebenpflanzungen und
Weine ihrer Gemarkung sind ein Begriff. Die Winzer des Weinanbaugebiets
Kõszeg-Hegyalja folgen dem nur hier bekannten Brauch und ziehen jedes
Frühjahr in die Stadt ein, um die frischen Rebentriebe zu präsentieren. Danach
zeichnen sie die Triebe in das so genannte „Buch der Rebentriebe” ein, das seit
1740 geführt wird. Das Buch ist eine europäische kulturhistorische Seltenheit.
Naturpark Írott-kõ („Geschriebenenstein”) Von Kõszeg aus führt der Weg
zwischen Wäldern hinauf auf den höchsten Punkt Pannoniens, den 883
Meter hohen Berg Írott-kõ. An dem Aussichtsturm auf dem Berggipfel verläuft
die österreichisch-ungarische Grenze. Der an seltenen Pflanzen reiche
Berg birgt die erste Festung der Region, die Felsõ vár („Oberburg”) aus der
Arpadenzeit, die auf einer sechshundert Meter hohen Felskuppe errichtet
wurde.
An den Ufern der vom Berg herabfließenden Bäche wurden hübsche kleine
Dörfer erbaut. In Velem (B5) überspannt eine alte Holzbrücke den Bach. Auf
dem Berg, der sich an der Feldmark des Dorfes erhebt, steht die bekannte
St.-Vid-Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Im benachbarten Bozsok (B5) ist
die Luft nicht nur wegen der Nähe der Alpen, sondern auch wegen des
Wasserreichtums der Landschaft kristallklar und heilsam.
Das Dorf ist für sein Schloss aus dem 17. Jahrhundert mit seinem Park
bekannt und die nahe Gemeinde Cák (B5) für ihre unter Denkmalschutz stehenden,
getünchten, strohgedeckten Kellerzeilen.
Szombathely (B5) Von den Städten Pannoniens blickt Szombathely vielleicht mit dem
größten Stolz auf seine zweitausendjährige Geschichtezurück. Hier benutzt man die
Bezeichnung aus der Römerzeit am häufigsten. Kulturveranstaltungen, internationale
Tanzturniere, ein Hotel und ein öffentlicher Platz tragen den Namen Savaria. Ja, in
Szombathely ist die „größte Legion” Europas tätig: die Legion Savaria. Ihre Mitglieder sind
lokalpatriotische Bürger der Stadt, die auf verschiedenen Veranstaltungen in altertümlicher
Soldatenkleidung mit originalgetreuen Waffen aufmarschieren (die zeitgetreue Rüstung wiegt
45 Kilogramm).
Savaria wurde von Kaiser Claudius im Jahr 43 an der Bernsteinstraße gegründet. Die hohen
Umsatzerlöse brachten die Stadt schnell zu Reichtum. Ihrer vierhundertjährigen Pracht machte
ein verheerendes Erdbeben ein Ende. Antike Gebäudeteile, Fragmente von Skulpturen und ein 50
Meter langer Abschnitt der berühmten Bernsteinstraße, Details des Mosaiks aus dem
Statthalterpalast sind im so genannten Ruinengarten und im größten Museum Transdanubiens zu
sehen. Noch etwas Interessantes: Im 2. Jahrhundert wurde auch Pannonien von dem aus Ägypten
stammenden Isis-Kult erobert. Das antike Heiligtum der Göttin steht in der Nähe einer Synagoge, die
zu den am besten erhaltenen des Landes zählt. Das mittelalterliche Szombathely war eine weniger
bedeutende Stadt, erst im 18. Jahrhundert begann der Ort erneut sich zu entwickeln. Kaiserin Maria
Theresia gründete in der Stadt einen Bischofssitz. Damit begannen großangelegte Bauarbeiten und
gleichzeitig auch die Enthüllung der römischen Vergangenheit. Auf die ersten Funde stieß man nämlich
bei der Grundsteinlegung des neuen Doms.
Das Stadtbild von Szombathely bestimmen barocke und klassizistische Gebäude aus dem 18. und 19.
Jahrhundert, das Domherrenhaus, das im Zopfstil errichtete Bischofspalais und der Dom. Die erste
Abbildung der Stadt (1749) ist auf einem Nebenaltar der Elisabethkirche zu sehen.
An der Stelle der Martinskirche stand bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche. Nach der Legende war
hier das Geburtshaus des heilig gesprochenen Bischofs von Tours (Frankreich). Die Stadt wurde
schon vor Jahrhunderten in ganz Europa als Kultstätte des Heiligen Martin erwähnt.
Sárvár (C5) In dieser Stadt an der Raab befindet sich eines der schönsten Schlossmuseen des
Landes. Besonderheiten der Burg sind die prunkvolle Innenausstattung sowie Fresken aus dem 17.
Jahrhundert, welche Szenen aus den Schlachten der türkischen Kriege darstellen. Das Kur- und
Erlebnisbad der Stadt ist weithin bekannt. Das salzhaltige Heilwasser wird besonders bei rheumatischen
Erkrankungen, bei der Rehabilitation nach Knochenbrücken und bei gynäkologischen
Beschwerden empfohlen.
Somló In der Nähe von Sárvár finden wir den 433 Meter hohen
Berg vulkanischen Ursprungs, an dessen Hängen qualitativ
hochwertige Weinsorten wachsen. Wir können beispielsweise
den für die Hochzeitsnacht empfohlenen „Juhfark”-Wein
(„Lämmerschwanz”) kosten. Gemäß dem Volksglauben hilft er,
männliche Nachkommen zu zeugen. Es heißt, die österreichische
Kaiserin Maria Theresia habe vor dem Schlafengehen stets ein Glas
davon getrunken. Sie brachte sechzehn Kinder zur Welt. Von
Somlóvásárhely (D5) aus, dem Zentrum der Weingegend, können wir
nicht nur zu den offenen Kellern, sondern auch zur Margaretenkapelle
oder zu den Ruinen der Burg von Somló Ausflüge unternehmen.
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| Cák, Weinkeller |
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| Sárvár, Kur- und Erlebnisbad |
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| Szombathely, Historische Spiele |
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