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Veszprém (D–E5) Die wunderschön gelegene ungarische Stadt wurde auf
fünf Hügeln erbaut, in der Mitte erhebt sich der Burgberg (Vár-hegy). Die das
tiefe Tal des Baches Séd überspannende Talbrücke, ein Viadukt mit schönen
Bogen, ist auch als Wahrzeichen Veszpréms bekannt. Bergauf, bergab, kurvenreiche
Gassen mit Kopfsteinpflaster, Straßen, die an einer Treppe enden,
alte Bürgerhäuser, von denen in letzter Zeit eins nach dem anderen restauriert
wurde.... Die Altstadt zeigt heute fast das gleiche Gesicht wie im 18. und
19. Jahrhundert, als sie erbaut wurde. Wer hier wohnt, erwacht morgens von
der Melodie der miteinander „streitenden“ Glocken der zahllosen Kirchen.
Man nennt Veszprém die „Stadt der Königinnen”. Nicht aus Zufall, denn die
hiesigen Bischöfe hatten die Ehre, die Gattinnen der Herrscher zu krönen.
Als letzte ungarische Königin empfing Zita im Jahre 1916 die Krone.
Der erste ungarische König, Stephan I., und seine Gemahlin Gisela gründeten
hier das erste Bistum des Landes. Die Königin ließ 1001 die erste
Bischofskirche erbauen, den Dom Sankt Michael, dessen romanisches
Heiligtum nebst Unterkirche auch heute noch zu sehen ist. Darüber wurde
die heutige Kathedrale im Jahr 1910 im neuromanischen Stil wieder
errichtet. Hier wird der als Reliquie verehrte Oberarmknochen der Königin
Gisela aufbewahrt. Eines der schönsten Barockgebäude ist das
Bischofspalais, einen Teil davon bildet die Gisela-Kapelle aus dem 13.
Jahrhundert, deren Wandmalereien zu den ältesten ungarischen Fresken
gehören.
Und damit sind wir noch nicht am Ende der Aufzählung angekommen: Die
Kapelle St. Georg neben dem Dom wird für die erste Kirche Ungarns gehalten.
Sie stammt aus dem 9./10. Jahrhundert. In Veszprém wurde Ungarns
erstes Stahlbetongebäude, das Petõfi-Theater, errichtet. Bis vor kurzem
befand sich in der Altstadt das letzte Burggefängnis des Landes. Es ist
geplant, in dem mehrere Stockwerke tiefen, sich an die Felswand „klammernden“
Gebäude auch ein Gefängnismuseum einzurichten.
In der an geistigen Werten reichen Universitätsstadt warten das Museum
für Kirchenkunst, das Ziegelsteinmuseum, eine Mineraliensammlung sowie
eine Ausstellung über die jahrtausendalte Geschichte des Bakony-Gebirges
und des Balaton-Oberlandes auf Interessenten – und natürlich auch der am
schönsten gelegene Tiergarten Ungarns im Tal unter dem Viadukt.
Zirc (D5) Das ungarische Zentrum des Zisterzienserordens wird auch die Hauptstadt des
Bakony-Gebirges genannt. Die im 12. Jahrhundert erbaute Abteikirche nebst Kloster wurde
zur Zeit der Türkenherrschaft zerstört. Der Orden ließ sie jedoch wieder aufbauen. In der
Abtei neben der heutigen zweitürmigen Barockkirche werden besondere Kodizes, Bücher und
Zeitschriften aufbewahrt. Von den in der denkmalgeschützten Bibliothek vorhandenen
wertvollen geschnitzten Möbeln verdient der mit Intarsien versehene Tisch die besondere
Aufmerksamkeit, weil er aus vielfarbigen Hölzern des Bakony-Waldes angefertigt wurde. In der
einstigen Wohnung des Abtes wurde ein naturwissenschaftliches Museum eingerichtet, das die
Tier- und Pflanzenwelt der Gegend vorstellt. Zirc ist für sein Arboretum bekannt. In dem schönen
Park gedeihen 600 verschiedene Bäume und Sträucher. Die älteste Eiche ist 400 Jahre alt.
Sümeg (C6) Die Pfarrkirche der Stadt wird als die „Sixtus-Kapelle” des ungarischen Rokoko erwähnt.
Ihre Seitenwand und ihr Gewölbe ziert nämlich ein einziges, riesiges Fresko. Ein besonderer
Anblick ist auch die Burg aus dem 14. Jahrhundert auf dem Gipfel des Berges, der sich neben der
Siedlung erhebt. Sie ist eine der größten und am besten erhaltenen Festungen in Ungarn.
Magyarpolány (D5) Dieser Ort in der Nähe von Veszprém wurde mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet.
Die 83 alten, sorgfältig restaurierten Gebäude des einstigen Dorfzentrums stehen unter
Denkmalschutz. Ein bekanntes Kulturdenkmal ist der Ende des 18. Jahrhunderts angelegte
Kalvarienberg. Entlang der 153 Treppenstufen, die zur Kapelle der Schmerzensmutter führen, reihen
sich bemalte Holzstatuen aneinander.
Herend (D5) Das Herender Porzellan ist eines der berühmtesten Hungarika. Weltweit ist es bekannt,
wird es gekauft, ja gesammelt. Die handbemalten, feinen, eleganten Erzeugnisse der 1826 gegründete
Porzellanfabrik gewannen auf den Weltausstellungen der Reihe nach den Großen Preis. 1851
wurde das in lebhaften Farben gemalte Schmetterlingsdekor, das seitdem zum Markenzeichen der
Fabrik geworden ist, zum ersten Mal vorgestellt. Königin Viktoria bestellte davon sofort ein
Tafelservice für das Schloss von Windsor. Deshalb trägt das Schmetterlings- und Blumenmotiv seitdem
ihren Namen. Im kommerziellen Zentrum neben der Fabrik wurde eine Minimanufaktur eingerichtet,
wo jedermann die Porzellanherstellung verfolgen bzw. ausprobieren kann. Hier kann die
weltweit größte Sammlung von Herender Porzellan besichtigt werden.
Pápa (D5) Die bekannte barocke Schulstadt, wo hervorragende Schöpfer der ungarischen
Literatur und Wissenschaft lernten, wird das Athen Transdanubiens genannt. Im reformierten
Gymnasium wurden eine Sammlung über die Geschichte der reformierten Kirche in
Transdanubien und die Bibliothek sowie das Archiv untergebracht. Die im 18. Jahrhundert
erbaute katholische Großkirche ist die größte Kirche Transdanubiens. In der Stadt finden
wir auch die älteste, heute noch funktionstüchtige Blaudruckwerkstatt Mitteleuropas.
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