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Sopron (B4) Selbst wenn wir nicht in den reichen Museen Soprons die antiken
Denkmäler bewundern möchten, nehmen wir wahr, dass wir in der einstigen
römischen Provinz, in Pannonien unterwegs sind. Um auf die antike
Vergangenheit zu stoßen, genügt es, einen Ausflug auf den gut ausgebauten
und gepflegten Wanderwegen der Lövérek-Berge, die sich über der Stadt
erheben, zu unternehmen. Zwischen den Bäumen weist eine Tafel darauf hin,
dass wir hier die römische Bernsteinstraße überqueren – den von Nord nach Süd
verlaufenden Hauptverkehrsweg des Reiches, der unter anderem Savaria
(Szombathely) mit Scarbantia (Sopron) verband. In dieser Stadt mit subalpinem
Klima befinden sich Bauten aus mehreren Jahrtausenden, das Forum aus der
Römerzeit und die mittelalterliche Burgmauer, Bürgerhäuser aus dem Barock
und der Renaissance, gotische und barocke Kirchen, mittelalterliche Synagogen
und Paläste aus dem 19. Jahrhundert. Was historische Gebäude betrifft, ist
Sopron eine der reichsten Städte. Das Wahrzeichen von Sopron ist der
Feuerturm ("Tûztorony"). Freilich gibt es keinen nach Bränden ausschauenden
Türmer mehr, denn heute beherbergt der Turm sehenswerte Ausstellungen. Hier
sind die Bruchstücke von Statuen und Steinen des römischen Forums zu sehen.
Das Bauwerk ist in Wirklichkeit aber nicht hierfür bekannt, sondern für die
Statuengruppe an der Gebäudefront: Hungaria versammelt die treuen Bürger um
sich. Dieses Kunstwerk erinnert daran, dass die Einwohner von Sopron bei der
territorialen Neuordnung nach dem 1. Weltkrieg in einer Volksabstimmung
darüber entschieden, ob sie zu Österreich oder zu Ungarn gehören wollen, und
Ungarn wählten. Man sagt, Sopron sei die „Museale Stadt - Stadt der Museen”.
Wer sich die alten Bürgerhäuser und Palais nicht nur von außen ansieht, sondern
der Einladung an den Toren folgt, bekommt die diversesten Ausstellungen
zu sehen: ein Apothekenmuseum, in den herrschaftlichen Palästen das Bergbauund
das forstwirtschaftliche Museum, in der einstigen Bäckerei das Bäckermuseum,
in den Kirchen das Evangelische Museum und die katholische kirchengeschichtliche
Sammlung, ganz zu schweigen von den zahllosen Kunstgalerien.
In den Kellern innerhalb der Stadtgemarkung kann man den bekanntesten
Wein der Stadt, den Kékfrankos ("Blaufränkischer") kosten. Die Umgebung
der Stadt, das Soproner (Ödenburger) Gebirge, das Hügelland von Balf (B4),
die Rebenanpflanzungen, das Kurbad und sein wunderschönes Schwimmbad
in Balf sowie die Konzertsäle im einstigen Steinbruch von Fertõrákos - all das
beweist, dass man Sopron nicht nur auf der Durchreise "mitnehmen", sondern
vielmehr erleben sollte.
Neusiedler See Der in der Nähe von Sopron gelegene Erholungsbezirk liegt im Gebiet
des Nationalparks Fertõ–Hanság. Der Großteil des Sees befindet sich auf österreichischem
Territorium. Die Kulturlandschaft Neusiedler See ist Teil des UNESCO-Welterbes.
Der See ist das drittgrößte stehende Gewässer Mitteleuropas. Sein Wasser ist stark
salzhaltig. In den Schilfdickichten sind 300 Arten von Nist- bzw. Zugvögeln zu beobachten. Im
See leben dreißig Fischarten. Beliebt ist der See wegen seiner Sandufer und dem angenehmen
Wasser, man kann aber auch darauf Boot fahren, segeln und im Winter Schlittschuh laufen. Für
Freunde des Radsports steht ein Radweg rund um den See zur Verfügung.
Nagycenk (B4) Diese Ortschaft gehörte zum Familienbesitz des weltbekannten ungarischen
Politikers und Staatsmanns, Graf István Széchenyi, der unter anderem als Erbauer der ersten
Brücke in Budapest, als Gründer der Akademie der Wissenschaften sowie Urheber und Förderer der
Donaudampfschifffahrt und der fachgerechten Pferdezucht bekannt ist. 1838 baute der Graf das
im 18. Jahrhundert errichtete Schloss um und ließ Gasbeleuchtung und Wasser installieren. Damals
erhielt das Gebäude seine barocke, klassizistische Form. Im Erdgeschoss befindet sich heute das
Széchenyi-Gedenkmuseum. In den mit Möbeln aus dem 19. Jahrhundert eingerichteten Sälen sind
Dokumente des Wirkens des Aristokraten Széchenyi ausgestellt.
Eine weithin bekannte Sehenswürdigkeit ist die vom Schloss bis zur Familiengruft führende Lindenallee,
die sogar in amerikanischen Fachbüchern als gärtnerisches Weltwunder erwähnt wird. Im Jahre 1754
hatte man 645 kleinblättrige Lindenbäume gepflanzt, die den 2600 Meter langen Weg säumen. Die
Bäume sind heute 16 Meter hoch und ihr Stamm hat einen Durchmesser von über einem Meter.
Fertõd (C4) The Bükfürdõ (B5) Das größte und schönste Barockschloss des Landes wird wegen seines im Barock- und
Rokokostil angelegten französischen Gartens auch das „ungarische Versailles” genannt. Der Bauherr,
Herzog Esterházy, stellte im Jahre 1770 sein neues Zuhause der Wiener Aristokratie vor. Der weltberühmte
Komponist Joseph Haydn lebte und komponierte hier mehr als zehn Jahre und wirkte als
Hofkapellmeister. In Fertõd befindet sich heute ein Schlossmuseum.
Bük (B5) Das zum Dorf gehörende Kurbad Bük (Bükfürdõ, B5) ist in ganz Europa bekannt. 1957
stieß man auf der Suche nach Öl bei einer Bohrung in einer Tiefe von über 1200 Metern auf 58
Grad Celsius warmes Heilwasser. Fünf Jahre später wurde das Bad eröffnet. Das Heilwasser von
Bük wird zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, Verdauungsbeschwerden
und Kreislaufstörungen empfohlen.
Hier befindet sich auch der beste ungarische Golfplatz. Das in der Gemeinde Bük gelegene
Schloss ist ein schönes Beispiel des ungarischen Barocks.
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| Fertõd, Schloss Esterházy |
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| Nagycenk, Schloss Széchenyi |
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| Neusiedler See |
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| Konzert im Schloss von Fertõd |
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