|
Balaton Der Balaton ist der größte See Mitteleuropas und ein wichtiges
touristisches Zentrum für die Gäste aus dem In- und Ausland. Der See mit
seinem wie Opal schimmernden, gelblichgrünen, seidigen Wasser ist einer
der wertvollsten Naturschätze des Landes. Er ist 77 Kilometer lang, seine
Breite liegt zwischen 1,5 und 14 Kilometern. Das meistbesuchte
Erholungsgebiet Ungarns bietet neben Möglichkeiten für Badespaß,
Segelsport und Schiffsrundfahrten noch eine Vielzahl anderer Programme.
Viele alte Dörfer und historisch bedeutende Orte am Ufer können besucht
werden. Neben Museen mit wertvollen Ausstellungen gibt es hier auch
Schlösser, Burgruinen, Jagdreviere, Schilfdickichte, Golfplätze und berühmte
Heilbäder, wie zum Beispiel den Kurort Hévíz (C6), der weit über die
Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Der See zählt zu den Anglerparadiesen
Europas. Radfahrer finden hier gute Radwege rund um den Balaton und
entsprechende Radwanderkarten. Auf den markierten Wanderwegen kann
die Landschaft auch zu Fuß erkundet werden. Auch Feinschmecker haben
die richtige Wahl getroffen, wenn sie hier ihren Urlaub verbringen. In dieser
Region gibt es viele berühmte Weingebiete – das Weingebiet Badacsony,
das Weingebiet Balatonfüred-Csopak, das Weingebiet Balatonmelléke, das
Weingebiet Balatonfelvidék und das Weingebiet Balatonboglár im Süden. In
den typisch ungarischen Wirtshäusern (Csárda), den Weinkellern und
Restaurants kann man Hausmannskost und die typischen Fischgerichte der
Balatonregion genießen. Aber auch Besucher, die sich nach kultureller
Abwechslung sehnen, kommen hier auf ihre Kosten. Viele der Orte am
Balatonufer sind wegen ihrer Veranstaltungsprogramme im Sommer beliebt
und bekannt: In Siófok (E6) werden festliche Operettenabende veranstaltet,
in Tihany (D6) gibt es Orgelkonzerte und Veranstaltungen auf der
Freilichtbühne und in Keszthely (C6) werden im Rahmen des Sommer- und
Herbstfestivals Kammerkonzerte aufgeführt. Zu den beliebtesten Sommerveranstaltungen
der Jugendlichen gehört die Veranstaltungsreihe in Kapolcs
– mit Theatervorstellungen, Rockkonzerten und Kammerkonzerten, Kunstund
Verkaufsausstellungen – wobei die winzigen Dörfer im Balaton-
Oberland als Veranstaltungsorte mit einbezogen sind. Die beiden gegenüberliegenden
Ufer des Balaton weisen ähnliche Gegensätze auf wie die Ufer der
Donau in Budapest. Die Landschaft ist am Nordufer hügelig, am Südufer
eben und flach. Das Nordufer fällt steil ab, während man am Südufer weit
in den See hineinlaufen muss, um eine zum Schwimmen geeignete Tiefe zu
erreichen. Dafür ist das flache Wasser an diesem Ufer aber vorzüglich für
Familien mit Kindern geeignet.
Keszthely (C6) ist die älteste Stadt der Balatonregion. Entwicklung und Kultur dieser
Stadt wurden jahrhundertelang von einer der reichsten ungarischen Aristokratenfamilien,
den Festetics, geprägt. Das pompöse Barockschloss, heute Museum, zählt zu den schönsten
Baudenkmälern der Balatonregion. Im Schlosspark und in den hell erleuchteten
Schlosssälen werden alljährlich im Sommer jede Woche Konzerte veranstaltet.
Wunderschön ist auch das Balatonmuseum. Man kann Ausstellungen über die Entstehung
des Sees, die Flora und Fauna, die archäologischen Funde, die Ethnologie und die Geschichte
der Badeorte besichtigen. Das Kirchenschiff der römisch–katholischen Kirche ist ein Zeuge aus
dem Mittelalter. Seine Fresken zählen zu den schönsten Werken der ungarischen Gotik.
Tihany (D6) kann man schon von weitem an der Kirche mit den zwei Türmen erkennen. Der Ort
ist schon seit fast 1000 Jahren bewohnt. Die Gründungsurkunde der im Jahre 1055 gestifteten
Benediktinerabtei ist das erste schriftliche Dokument in ungarischer Sprache, ein ungarisches
Sprachdenkmal. Vom ursprünglichen, im romanischen Stil erbauten Kirchengebäude ist nur noch
die Krypta erhalten geblieben, das Gebäude wurde später zu einer schönen barocken Pfarrkirche
ausgebaut, in der alljährlich im Sommer Orgelkonzerte stattfinden.
Balatonfüred (D6) Hier ist im 17. Jahrhundert die Balaton-Badekultur entstanden. Füred ist auch in
manch anderer Hinsicht die „Stadt der Anfänge”. Hier wurde 1846 das erste Dampfschiff gebaut, das
über den Balaton fuhr. Hier wurden auch die ersten Segeljachten hergestellt und hier wurde einst das
erste ungarische Theater betrieben. Einen Spaziergang durch Füred sollte man auf dem vor 200 Jahren
angelegten Gyógy tér, an der berühmten Quelle, beginnen und dann durch den uralten Park fortsetzen,
bis man auf der Tagore sétány, der Uferpromenade, zu einem der schönsten Balatonhäfen gelangt.
Balatonföldvár (D6) wurde im 19. Jahrhundert als Ferienort gegründet. Die herrlichen Parkanlagen
und die hervorragend angelegten Straßen und Promenaden zeugen vom ausgeprägten Geschmack
der Adelsfamilie Széchenyi, einer der sehr fortschrittlich gesinnten Aristokratenfamilien Ungarns, und
von der großartigen Leistung des Planers. Auch der Standort für diese Stadt hätte nicht besser ausgewählt
werden können: Bei klarer Sicht hat man von Földvár aus einen herrlichen Blick auf den
Balaton und das 200 Kilometer lange Ufer auf der anderen Seite des Sees.
Siófok (E6) ist das am stärksten frequentierte Fremdenverkehrszentrum am Balaton. Ein bedeutender
Sohn dieser Stadt ist der weltberühmte Operettenkomponist Imre Kálmán. Ihm zu Ehren
befindet sich heute ein Museum in seinem Geburtshaus. Im Zeichen des Kálmán-Kults werden
jeden Sommer zwei Monate lang regelmäßig festliche Operettenabende veranstaltet. Siófok ist
mit seinen großen Diskotheken und seinen Musikveranstaltungen im Sommer ein „Pilgerort”
der Jugendlichen.
|
 |
| Tihany |
| |
 |
| Balaton, Segelturnier |
| |
 |
| Keszthely, Schloss Festetics |
| |
 |
| Salföld |
|