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Im Zempléner Gebirge: Das Zempléner Gebirge zählt zur Kategorie der
Mittelgebirge, „benimmt” sich jedoch oftmals wie ein Hochgebirge. Klima,
Tier- und Pflanzenwelt, die gesamte Natur erinnern an die Karpaten. Wer sich
ohne Vorbereitung auf den Weg gemacht hat, um nach Spuren von ehemaligen
Goldminen zu suchen oder im dichten Wald eine verborgene Quelle oder
eine vergessene Klosterruine entdecken will, kann sich in den tiefen Tälern
und an den steilen Hängen leicht verirren. Die Gegend ist ein sehr beliebtes
Ziel für Wanderer, denn hier beginnt die bekannteste markierte Wanderroute
Ungarns, die „Blaue Route”. Auch mit dem Fahrrad oder im Sattel eines
Pferdes kann man das Gebiet gut durchstreifen. Besonders romantisch ist die
Fahrt von Pálháza (G2) nach Kõkapu (G2) mit der entzückenden Waldbahn,
die mit 115 Jahren die älteste Kleinbahn Ungarns ist. Das Zempléner Gebirge ist auch für seine mittelalterlichen Burgruinen
bekannt, die meisten Burgen wurden einst auf den Bergen vulkanischen
Ursprungs errichtet. Eine der am schönsten gelegenen Ruinen des Landes
ist die über eintausend Jahre alte Füzérer Burgruine, welche man schon aus
der Ferne erblicken kann. Die Umgebung der Ruine und die für die Karpaten
charakteristische Pflanzenwelt stehen unter Schutz.
An einem ähnlich schönen Ort steht die Burgruine von Regéc (G2). Die Burg
wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Ihre Glanzzeit erlebte sie während der 150
Jahre, als sie zum Besitz der Familie Rákóczi, die wesentlich die Geschichte
des Landes geprägt hat, gehörte. Die Festung wurde 1715, nach der
Niederlage des Rákóczi-Freiheitskampfes, von Soldaten des österreichischen
Kaisers gesprengt.
Es lohnt sich auch, die Burg von Boldogkõ (G2) zu erklimmen. Man kann sich vorstellen,
welchen Bedingungen und Gefahren die Grenzburgsoldaten, die damals auf der Spitze des
Felsens Wache halten mussten, ausgesetzt waren. Sie hatten die Aufgabe, die im Tal des
Flusses Hernád liegenden Wege zu überwachen. In dem zur Burg gehörenden Dorf
Boldogkõváralja (G2), das durch Schloss und Heimatmuseum bekannt ist, kann der Besucher im
Rahmen einer ortsgeschichtlichen Ausstellung die sorgsam geschützten Schätze des Zempléner
Gebirges kennen lernen. Außerhalb des Ortes gibt es eine besondere Natur-Sehenswürdigkeit zu
bewundern: an der Grenze des in der Nähe liegenden Dorfes Boldogkõújfalu (G2) befindet sich das
während der Eiszeit entstandene, 300 Meter breite Steinmeer.
Sátoraljaújhely (H2) Es ist die größte Stadt des Zempléner Gebirges und die einzige Siedlung, wo
man zu Ehren des Weines eine Kirche errichtet hat. Die Weinkirche besitzt fünf Türme und weiße
Wände, sie wurde neben dem Bahnhof über dem größten Weinkeller erbaut. Die Stadt liegt an den
alten Handelswegen und ist bereits seit dem Mittelalter eine wichtige Ortschaft. Zu ihren schönsten
Sehenswürdigkeiten gehören das Kloster Pálos – heute Studentenheim der Piaristen – und das
Rathaus. Hier hatte der politische Werdegang von Lajos Kossuth, dem berühmten Führer des
Freiheitskampfes von 1848 begonnen. Im Erker dieses Gebäudes hat er seine erste öffentliche Rede
gehalten. Erzählungen zufolge hatte ihn der berühmte Wunder-Rabbi von Sátoraljaújhely im
Kindesalter geheilt und gleichzeitig prophezeit: „Du wirst einmal der Fahnenträger Deines Volkes
sein.” Das Grab des Wunder-Rabbis, Moses Teitelbaum, ist heute eine Pilgerstätte auf dem alten
jüdischen Friedhof der Stadt.
Füzérradvány (G2) Die heutige Form des eleganten Schlosses Károlyi entstand Mitte des 19.
Jahrhunderts, als es zu einem Palast im Stil der Neorenaissance umgebaut wurde. Man erreicht es im
Schutz eines Spaliers aus hundertjährigen Fichten. Im geschützten Park befinden sich auch riesige
Platanen. Im Erdgeschoss des Schlosses wurde ein Museum eingerichtet; im ehemaligen „Großen
Salon” werden verschiedene Empfänge und Bälle organisiert.
Hollóháza (G2) Der Name der nördlichsten Siedlung Ungarns ist weltweit besonders bei
Porzellansammlern bekannt. In der Porzellanfabrik des von Wäldern umgebenen Dorfes präsentiert
ein Museum umfangreiches Ausstellungsmaterial.
Vizsoly (G2) Der Name des Dorfes wurde durch die erste, im Jahre 1590 in ungarischer Sprache
gedruckte Bibel berühmt. Der Druck der Bibel war seinerzeit auch drucktechnisch eine bedeutende
Leistung. Eines der Originalexemplare der mit wunderschönen, handgezeichneten
Initialen verzierten Bibel wird in der reformierten Denkmalkirche aufbewahrt.
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| Die Burg von Boldogkõ |
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| Vizsoly, reformierte Kirche |
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| Füzér, Burg |
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| Kõkapu, Schloss Károlyi |
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