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Die Nummer 1 unter den Sehenswürdigkeiten von Budapest

Anders als in anderen europäischen Hauptstädten steht die königliche Burg in Buda auf einem Berggipfel und zwar genauso, wie es den erwachsenen Reisenden aus früheren Märchen bekannt ist. Den Budaer Burgpalast kann man aus annähernd allen Richtungen der Stadt in seiner vollen Schönheit betrachten.
Nicht nur eine Burg wurde an dieser Stelle erbaut, nein, es waren sogar drei. Die erste Burg entstand im 13. Jahrhundert und zwar gleich nach dem Sturm der Tataren. Aufgrund ihrer Steinmauern konnten die Angriffe des Feindes besser abgewehrt werden. Wenig greifbare Erinnerungen und Beschreibungen sind hierüber erhalten geblieben, doch einige Teile konnten bei archäologischen Ausgrabungen freigelegt werden. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert in gotischem Stil erweitert und später, während der Herrschaft von König Matthias, dem berühmtesten König Ungarns, in einen auch in fernen Ländern bekannten Renaissance-Palast umgewandelt.
Da die Türken im Jahre 1541 Buda kampflos einnehmen und besetzen konnten, sind auch die Gebäude aus dem Mittelalter erhalten geblieben. Spätere Belagerungen, Feuersbrünste, Erdbeben und starke Schießpulver-Explosionen haben jedoch große Schäden verursacht. Oftmals musste man die Stadtmauer ausbessern und es wurden neue Basteien erbaut. Teile des noch heute sichtbaren Befestigungssystems der Burg stammen aus der Zeit der türkischen Besetzung.

Nach dreimonatigem Ansturm konnte die annähernd 150 Jahre dauernde türkische Herrschaft beendet werden und es begann die dritte Phase des Burgbaus. Die Ruinen wurden beseitigt, die Keller aufgefüllt. Im Jahre 1714 hat man schließlich mit dem Bau der heutigen barocken Palastanlage begonnen, die im 19. Jahrhundert erweitert wurde. Der königliche Palast ist während des zweiten Weltkrieges ausgebrannt und das wertvolle Mobiliar sowie die zahlreichen Gemälde fielen den Flammen zum Opfer. Nach der Erneuerung des Gebäudes entstand daraus ein Kulturzentrum. Hier wurde auch die Ungarische Nationalgalerie untergebracht, in deren Räumlichkeiten im Rahmen ständiger Ausstellungen die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks sowie Werke der berühmtesten ungarischen Maler präsentiert werden. Der Palastkomplex beherbergt auch das Budapester Historische Museum, das Museum der zeitgenössischen Kunst, die Ungarische Landesbibliothek und zwar die Széchényi-Bibliothek. Um den Palast und das Burgviertel zu erreichen, kann man auch die Standseilbahn (Sikló) benutzen, die das Donauufer mit dem Berg verbindet. Zeitgetreue Stationen und Wagen der Sikló strahlen auch heute noch die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts aus.

Einmalige Sehenswürdigkeiten hinter den Toren von Buda

Wenn die Budapester über die Burg sprechen, so denken Sie dabei nicht nur an den königlichen Palast, sondern auch an die auf dem Burgberg erbaute mittelalterliche Stadt, an die verwinkelten engen Gassen und Promenaden, die charmanten Plätze, wo sich ein herrlicher Ausblick bietet und wo man sich gerne aufhält. Einige der alten Häuser zieren gotische Fenster und Türrahmen. Es lohnt sich auch, einen Blick in die Höfe der Bauten oder auf die langen Torgänge zu werfen. Dort findet man häufig die einmaligen und für Buda typischen Sehenswürdigkeiten, nämlich die mittelalterlichen Sitznischen. Es ist zu vermuten, dass diese mit romanischen, gotischen und aus der Zeit der Renaissance stammenden steinernen Bögen verzierten Nischen mit ihren Sitzbänken damals dem Begleitpersonal der ins Haus kommenden Gäste als Warteplatz dienten.

Die Kirche der königlichen Hochzeiten

Eine der schönsten gotischen Kirchen des Landes steht unweit von der in Erinnerung an die Pest- Epidemie im Jahre 1709 erbauten Dreifaltigkeitssäule. Die Kirche der heiligen Jungfrau – oder besser bekannt unter dem Namen Matthiaskirche, wurde zur Zeit der Herrschaft von König Béla IV., der auch die erste Burg in Auftrag gegeben hatte, erbaut. Die späteren Herrscher haben allesamt an dem Gotteshaus, welches zeitweise auch als Krönungskirche diente, Änderungen vorgenommen und so haben sie es mit einem weiteren Turm und einem Tor versehen sowie erweitert. Den am meisten verwendeten Namen hatte die Kirche von dem auch im Ausland berühmten ungarischen König Matthias erhalten, zumal auch die beiden Trauungen von König Matthias hierin stattgefunden hatten. Ihre heutige Form hat die Kirche nach Abschluss der im 19. Jahrhundert durchgeführten Restaurierungsarbeiten angenommen. In der Matthiaskirche können dank der einmaligen Akustik auch Orgel- und klassische Musikkonzerte veranstaltet werden.

Die reichste Sammlung ungarischer Weine

Die neueste Sehenswürdigkeit am Platz der Heiligen Dreifaltigkeit stellt das Haus der Ungarischen Weine dar. Im mehreren hundert Meter langen Kellern können die Besucher mit 450 Weinsorten aus den zweiundzwanzig historischen Weingebieten Ungarns Bekanntschaft machen. Jede Person, die das Haus betritt, erhält eine kleine Tasse, mit der sie dann das “Weinabenteuer” beginnen kann. 70-80 Weinsorten können vor Ort probiert werden.

Die einzige Bastei, in der niemals Soldaten dienten

Wenn wir am Abend von der Donau bis zur Burg spazieren, so erscheinen uns die im grellen Licht schneeweiß erstrahlenden Türme der Fischerbastei wie hohe Zuckerhüte. Zudem könnten die Besucher vermuten, dass sich hinter den Mauern eher Feen aufhalten, als kampfbereite Soldaten, welche die Stadt beschützen sollen, wie es eigentlich der Name Bastei besagt. Die Fischerbastei hatte niemals Schutzfunktionen zu erfüllen. Sie wurde vielmehr im Jahre 1905 als eine das Stadtbild prägende Aussichtsterrasse angelegt. Bei der Erbauung folgte man dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer, wodurch sie ihren Standort neben dem mittelalterlichen Fischmarkt erhielt. Sollten Sie sich fragen, was das mit einem Fischer zu tun hat, so müssen Sie wissen, dass es früher Aufgabe der Fischereizunft war, für den Schutz dieses Bereiches der Burg zu sorgen.

Eine unterirdische Stadt der Labyrinthe

Den Bewohnern der nördlichen und westlichen Hänge des Burgbergs könnte es durchaus passieren, dass sie plötzlich in ihrem Garten auf eine Höhle stoßen und dass in dieser sogar eine Quelle entspringt. Der mittlere und nördliche Teil des Burgbergs präsentiert sich durchlöchert, wie Emmentaler Käse. Die Ursache dieser Verformungen liegt in dem an die Oberfläche drückenden Thermalwasser. Die Menschen haben im Mittelalter die vorhandenen Löcher erweitert, wodurch unterirdisch eine wahrhaftige Stadt mit kilometerlangen Gangsystemen entstand. Während der Kriege dienten diese Gänge nicht nur als Versteck, sondern sie waren auch für geheime Umgruppierungen der Streitkräfte bestens geeignet.
Ein Teil des aus natürlichen und künstlichen Gängen bestehenden Systems des Burgviertels, das so genannte Budaer Burglabyrinth steht den Besuchern zur Besichtigung offen.

Ein besonderes Programm – Höhlentour in der Hauptstadt

Auf Budapest treffen zahlreiche Bezeichnungen zu, so könnte man die Stadt unter anderem auch als Stadt der Höhlen beschreiben. Es ist geradezu einmalig auf der Erde, dass sich in unmittelbarer Nähe von mehrstöckigen Wohnhäusern ganz besondere Höhlen befinden. Eine davon ist die unter besonderem Schutz stehende Pálvölgyi-Höhle, welche für jedermann zugänglich ist. Sie gilt gleichzeitig als drittlängstes Tropfsteingebilde unter den zahlreichen Höhlen Ungarns. Auf der 500 Meter langen Tourroute erfolgen stündlich Gruppenführungen.
Der vor kurzem erneuerte, 300 Meter lange Abschnitt der Szemlõ-hegyi-Höhle kann ebenso besichtigt werden. Ihr Zugang wurde, was in Europa einmalig ist, gehbehindertengerecht gestaltet.

Die erste feste Brücke zwischen Buda und Pest

Die Kettenbrücke, Symbol von Budapest, war die erste ständige Brücke im ungarischen Abschnitt der Donau und die zweite im gesamten Flusslauf der Donau. Vor ihrer Errichtung wurden die Reisenden mit der Fähre befördert, da ja die wichtige Handelsroute durch den Strom unterbrochen wurde. Allerdings verband bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine Pontonbrücke die beiden Ufer. Im Winter konnte man damals zu Fuß bzw. mit der Pferdekutsche die zugefrorene Donau überqueren. Graf István Széchenyi – der legendäre Förderer der Entwicklung des Landes und der Stadt – hatte einmal während des unglaublich kalten Dezembers des Jahres 1820 eine ganze Woche lang warten müssen, bis er einen Schiffer fand, der genügend Mut besaß, um ihn zwischen den in Bewegung geratenen Eisschollen von der Pester Seite aus zum gegenüberliegenden Ufer nach Buda zu bringen. Seinerzeit soll er sogar bereit gewesen sein, ein Jahreseinkommen für den Bau einer stabilen Brücke zu opfern. Einen Plan hatte es schon früher gegeben! Dieser wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts angefertigt und basierte auf dem Muster der in Prag erbauten, auf mehreren Brückenpfeilern ruhenden Károly-Brücke. Später entschloss man sich jedoch, eine andere technische Lösung zu wählen. Graf Széchenyi hatte in England die von dem Ingenieur William Clark entworfene Kettenbrücke erstmals gesehen. Daraufhin beauftragte er ihn, die Planung der ersten ungarischen Brücke zu übernehmen. Die Ausführung hatte er einem Namensvetter, nämlich dem aus Schottland stammenden Bauingenieur Adam Clark übertragen. Die Kettenbrücke wurde am 20. November 1849 ihrer Bestimmung übergeben. Um ihren Weg in Richtung Westen fortsetzen zu können, waren die über die Brücke kommenden Menschen einige Jahre lang gezwungen, den gesamten Burgberg zu umgehen. Im Jahre 1853 wurde dann innerhalb von siebeneinhalb Monaten mittels Bohrarbeiten der Durchstich des Berges vollendet. Anschließend konnte man mit dem Bau des 350 Meter langen, zehn Meter breiten und hohen Tunnels beginnen. Darüber wurden einige nette Anekdoten erzählt, so z. B., dass man bei Regen die Kettenbrücke in den Tunnelschieben würde, damit sie nicht nass würde.

Der automatische Hammer für den Brückenbau im 19. Jahrhundert

Dem Aberglauben nach sollten sich die Menschen während der Fahrt eines Schiffes durch die Brücke schnell etwas wünschen und dieser Wunsch würde dann auch in Erfüllung gehen. In Budapest können wir gar neun Wünsche hegen, denn die Donau wird von insgesamt 9 Brücken überspannt, hierunter befinden sich auch zwei Eisenbahnbrücken. Beim neuesten Brückenbau handelt es sich um die vor nicht allzu langer Zeit errichtete Lágymányosi-Brücke. 1945 haben die sich zurückziehenden deutschen Truppen alle Budapester Brücken gesprengt. Die meisten von ihnen konnte man wieder aufbauen, doch z. B. die ursprüngliche Elisabethbrücke – welche ihren Namen von der äußerst populären Königin Elisabeth (Sissi) erhalten hatte – wurde so stark beschädigt, dass man sich entschließen musste, an ihrem Standort eine völlig neue Brücke zu erbauen. Das Bauwerk konnte im Jahre 1965 dem Verkehr übergeben werden. Die nach dem Weltkrieg erneuerte Freiheitsbrücke präsentiert sich in ihrem Aussehen heute wieder genauso, wie sie 1896 – zu Ehren des Landnahme-Millenniums – erbaut wurde. Der Kaiser und König Franz-Josef hatte persönlich die letzten Verschraubungen angebracht und zwar mit sagenhafter technischer Meisterschaft. Der Herrscher hatte hierfür kein Werkzeug zur Hand nehmen müssen, sondern er konnte in einem in Pest aufgestellten Festzelt per Knopfdruck einen 45 Tonnen schweren Hammer am Budaer Brückenkopf in Bewegung setzen, wodurch auch die letzte Schraube, welche übrigens aus Silber bestand, ihren festen Sitz bekam. Später verschwand diese allerdings. Sicherlich war für deren Entfernung auch eine gewisse Meisterschaft erforderlich. Derzeit wird ein Duplikat dieser Schraube, welche jedoch nicht mehr aus Silber besteht, hinter Glas verwahrt.

Der schönste Park von Budapest ist eine Insel

Die auf 7 Pfeilern ruhende Margaretenbrücke ist die zweite feste Brücke Budapests. Dem Bau lagen französische Pläne zugrunde. Die Brücke wurde im Jahre 1876 fertiggestellt und besitzt am mittleren Pfeiler einen Abzweig, welcher zur Margareteninsel führt. Dort befindet sich der schönste Park der Hauptstadt. Nach dem Sturm der Tataren hatten zahlreiche Mönchsorden ihr Domizil auf die als geschützt geltende Hasen-Insel verlegt. Ihren jetzigen Namen, nämlich Margareteninsel, erhielt sie nach der Tochter von König Béla IV., welche Margarete hieß. Die ein frommes Leben führende Königstochter kam im Jahre 1252 zusammen mit Nonnen des Dominikanerordens auf die Insel und lebte bis zu ihrem Tode in dem seinerzeit dort errichteten Kloster. Die Margareteninsel war früher königliches Jagdgebiet. Später, ab dem 19. Jahrhundert wurde sie in einen 100 Hektar großen Erholungspark der Hauptstadt umgewandelt. Hinter riesigen Bäumen liegen verborgene Sportplätze, ein Schwimmbad, eine Freilichtbühne, der größte Badestrand der Hauptstadt und Kurhotels. Auf der Insel – welche auch mit kleinen Schiffen erreicht werden kann – gibt es keinen Autoverkehr. Man kann jedoch Familienfahrräder, so genannte Fahrrad-Rikschas anmieten. Die Insel ist im Norden durch die Árpádbrücke mit den Stadtteilen Pest und Óbuda verbunden.

Die Stadt aus der Römerzeit

Die Römer haben seinerzeit anstelle des heutigen Óbuda das Zentrum der Provinz Pannonien errichtet. Die Grenze des Reiches war mit dem Verlauf der Donau identisch. Vorgänger von Budapest war vor zweitausend Jahren Aquincum, eine römische Militärstadt, bzw. die Stadt der den Soldaten dienenden Handwerksmeister und Kaufleute. Die Ruinen des ehemaligen militärischen Amphitheaters befinden sich in Óbuda. Von hier aus, zwei Kilometer weiter, kann man die Überreste der Straßen und Häuser der Innenstadt der antiken Bürgerstadt besichtigen.

Auf die Burg kann man auch
mit der Standseilbahn “Sikló”
gelangen
 
Fischerbastei
 
Königlicher Palast, südliches Tor
 
Matthiaskirche
 
Konzert in der Matthiaskirche
 
Labyrinth in der Burg
 
Kutsche auf der Burg
 
Freiheitsbrücke, im Hintergrund das Hotel Gellért
 
Herbst auf der Margareteninsel
 
Aquincum, Ruinengebiet
 
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