Fast jeder hat von ihr gehört, aber nur wenige kennen sie wirklich. Die Tiefebene hat
der Welt Wörter gegeben, die zwar in aller Munde sind wie Puszta, Paprika, Csárda oder
Csikós, deren tatsächliche Bedeutung aber nur die Menschen kennen, die diese besondere
Landschaft selbst besuchen bzw. schon entdeckt haben. In der Tiefebene, wo die größte mit
Steppengras bedeckte Puszta, die größten alkalihaltigen Sümpfe und Seen Europas solche
Schätze verbergen, die anderswo nicht zu finden sind. Wo der Csikós zum Vergnügen der
Besucher bravouröse Reiterkunststücke vorführt, aber mit den Tieren genauso gut umzugehen
weiß wie einst seine Vorfahren. Wo die Holzschnitzereien der Hirten heute Museumsexponate
sind, aber wer sich die Zeit nimmt, kann die modernen Nachkommen der ehemaligen Meister
treffen. Wo die Gäste in der Csárda den modernen Ansprüchen entsprechend vorzüglich bewirtet
werden, während Wände und Einrichtung des Gebäudes von der Vergangenheit erzählen.
Sie erzählen von den Zeiten, in denen sich die zusammen mit ihren Tieren auf den Wiesen lebenden
Schafhirten, Csikós und Rinderhirten in den Wirtshäusern der Puszta begegneten. Und natürlich
berichten sie von den legendären Betyaren, die zwar von den Behörden als Straßenräuber abgestempelt
wurden, aber in den volkstümlichen Legenden als Helden, als Beschützer der Armen dargestellt
wurden. Ein Teil der Csárda-Gebäude wurde direkt an der Grenze von zwei Komitaten errichtet. Die
Panduren konnten den Betyaren der Tiefebene nur bis zur Grenze nachjagen, da die Betyaren dann in
der Mitte der Csárda in das andere Komitat hinüberspazieren könnten und somit in Sicherheit waren.
Die Tiefebene ist die Heimat der Legenden und der sagenhaften Sehenswürdigkeiten. Ihre größte
Landschaftseinheit ist die Hortobágy, die mit ihrem Vogelreservat am Theißsee in die Liste des
UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurde. In der Tiefebene erstrecken sich vier Nationalparks.
Hier befinden sich Europas größter Obstgarten auf dem Überschwemmungsgebiet, einer der
berühmtesten Wallfahrtsorte der griechisch-katholischen Kirche, die größte Windmühle und die
einzige im Flachland erbaute, mittelalterliche Ziegelsteinburg Mittel-Europas, Ungarns ältester
Bahnhof, das zweitgrößte Rundgemälde der Welt und einige Hunderte, mehr als 2000 Jahre alte
Kurgane. Die Kurgane – Kumanenhügelgräber – sind 5-10 Meter hohe, künstliche Erdhügel, die einst
als Grabstätten, Lagerplätze oder als Wachposten dienten.
Die Tiefebene wird im Westen von der Donau begrenzt und in der Mitte von der Theiß, der zweitgrößten
Wasserstraße Ungarns durchflossen. Das „Wasserleben” der Theiß ist anders als das ihrer
Nachbarin, der Donau. Auf der Theiß ist der Schiffsverkehr sehr gering, dafür ist die Zahl der
Wassertouristen recht hoch. An der Theiß gibt es nur wenige Brücken, aber viele Fähren, an 11
Liegeplätzen kann man sogar mit Booten an das andere Ufer übersetzen, so wie es bei unseren
Urgroßeltern Brauch war. Es genügt, nur einmal kurz am Ufer zu verweilen um zu verstehen,
warum der Fluss seit Jahrhunderten als blonde Theiß bezeichnet wird. Das Wasser wird
durch die darin schwebenden feinen, fast unsichtbaren Sandkörnchen gelb gefärbt. Die mit
Sand oder Schotter bedeckten Uferabschnitte im gesamten ungarischen Verlauf der Theiß
wurden von der Natur in angenehme Strandgebiete umgeformt. In Ungarn ist die Zahl der
Sonnenstunden in der Tiefebene am höchsten, und der Sage nach
badet hier auch die Sonne im Thermalwasser. Tatsächlich grenzen die
durch ihre Heilbäder berühmten Ortschaften aneinander.
In der Sonne reifen ungarische Spezialitäten, so genannte
„Hungarika”, wie die Aprikose, aus welcher der Kecskeméter
Aprikosenschnaps hergestellt wird. Paprika ist das wichtigste Gewürz
der ungarischen Küche, ohne Paprika gäbe es keine Gyulaer Wurst,
keine Pick-Salami, kein Pörkölt, keine Fischsuppe, nicht einmal
Gulaschsuppe. Eine weitere „Berühmtheit” der Landschaft ist die
Makóer Zwiebel. Die Stadt Makó errichtete ein Gebäude eigens für diese
Pflanze. Das Zwiebelhaus ist das Haus der Gemeinde und der Kultur.
Es gibt in Ungarn keine andere Region, in der so viele verschiedene
Ereignisse und Festivals mit der Gastronomie verbunden sind.
In der Tiefebene findet jedoch der Gast, der sich ausschließlich in den
Bergen bzw. im Hochgebirge wohl fühlt, kein geeignetes Programm.
Allerdings werden alle anderen Besucher um viele besondere Eindrücke
und Erlebnisse reicher.
Ungarisches Tourismusamt
www.hungary.com |
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| Gyula, Burg |
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| Debrecen, Reformierte Großkirche |
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| Szeged, Klauzál-Platz |
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| Kecskemét, Cifra-Palast |
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| Kalocsa, Kathedrale |
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