Entlang der Donau Die westliche Grenze der Südlichen Tiefebene wird vom
größten Fluss Ungarns, der Donau, markiert. Die Dörfer am östlichen Ufer
sind alle mit dem Fluss verbunden, der Fluss hat seinen Anwohnern auch in
vergangenen Zeiten das Auskommen gesichert.
Nicht nur die Fischerei, sondern auch der Weinanbau hat entlang der Donau
Tradition. Es lohnt sich, die alten Weinkeller in Solt (C5) zu besuchen. In den
mehr als 500 Lochkellern kann man Weine verkosten bzw. im
Kellermuseum die Weinkultur der Gegend kennen lernen.
Einer der beliebtesten Erholungsgebiete in diesem Flachland an der Donau ist
der Szelidi-See (C5), der durch einen toten Flussarm der Donau entstanden ist.
Mit seinem salz- und jodreichen Wasser wurden bereits im Mittelalter Wunden
geheilt. Heute werden durch das Wasser Erkrankungen des Bewegungsapparates
gelindert. Eine andere Art von Heilwasser finden wir weiter südlich im
Thermalbad von Dávod (C7). Das an Kalium und Magnesium reiche Wasser ist
nicht nur gegen Rheuma wirksam, es wird auch für die Kariesprophylaxe empfohlen.
In Harta (C5) ist das deutsche Heimatmuseum beachtenswert. Die
Siedlung Apostag (C5) wurde für die ausgezeichneten Restaurationsarbeiten
an der im 18. Jahrhundert im Barockstil errichteten Synagoge mit dem Europa-
Nostra-Preis geehrt. Weiter südlich fahrend erreicht man den Nationalpark
Donau-Drau, eine unberührt gebliebene Wasserwildnis und ein idealer
Lebensraum der unter Schutz stehenden Tiere und Vögel. Der besondere, aber
verborgene Naturschatz der Gegend ist die Insel Veránka, diese erreicht man
nur mit dem Boot. Am Ufer der Insel versteckt befindet sich ein wahrhaftiger
Pflanzendschungel. Die Donau und ihre Umgebung kann mit der
Feldeisenbahn und dem Fahrrad erkundet werden.
Kalocsa (C5) Eines der bekanntesten Paprika-Anbaugebiete findet man in
Kalocsa und Umgebung. In der Stadt wurde dem Paprika ein eigenes Museum
gewidmet. In den Laubengängen der ebenerdigen Häuser wird die rote
Gewürzpflanze in Gebinden getrocknet. Kalocsa ist nicht nur durch den Paprika,
sondern auch durch seine Volkskunsterzeugnisse berühmt. Die Muster,
die an die Blumen der Wiese erinnern, erscheinen an Wänden und Möbeln. Die
wunderschönen Blumenmuster sind auch das Grundmotiv der farbenfrohen
gestickten Decken und der Volkstracht. Die schönsten Exemplare der Volkstracht
kann man in dem zweihundert Jahre alten Heimatmuseum besichtigen.
Kalocsa ist ein eintausend Jahre alter Bischofssitz mit einer prachtvollen, im
Barockstil erbauten Kathedrale und mit einem erzbischöflichen Palast.
Hajós (C6) Die Gäste, die das selbst in Europa als architektonische Kostbarkeit geltende
Weinkellerdorf Hajós besuchen, werden um ein einzigartiges Erlebnis bereichert. Die kleinen
Presshäuser mit Ziegeldach und Fenstern schmiegen sich aneinander, wie die Wohnhäuser
an der Straße eines wirklichen Dorfes. In den in Löss gebohrten 1200 Hajóser Weinkellern
werden ausgezeichnete Weine ausgeschenkt. Die Wirte empfangen die Besucher sowohl werktags
als auch feiertags herzlich, sie veranstalten Weinproben und schlagen den Gast zum
Weinritter. Die einheitlich großen Kelterhäuser wurden von den im 19. Jahrhundert angesiedelten
Deutschen gebaut. Sie haben aus ihrer Heimatkirche, aus dem Wallfahrtsort Bussen ihre gotische
Madonna mitgebracht, wodurch die Umgebung von Hajós zur Pilgerstätte wurde.
Baja (C6) ist eine der schönsten ungarischen Kleinstädte an der Donau, in der viele Nationalitäten wie
Ungarn, Deutsche, Kroaten und Serben seit Jahrhunderten zusammenleben. Seine Geschichte ist mehr
als dreihundert Jahre alt. Im 19. Jahrhundert war Baja nach Pest der zweitgrößte Umschlagplatz für
Getreide. Auf seinen Märkten wurden umfangreiche Geschäfte abgewickelt. Den einstigen Reichtum
der Stadt erkennt man an den Fassaden der schmucken Gebäude und prachtvollen Kirchen. Das
Zentrum der Stadt ist der Dreifaltigkeitsplatz, der von den schönsten Gebäuden – unter anderem von
dem im Neorenaissance-Stil gebauten Rathaus – umrahmt wird. Eine der Seiten grenzt an den toten
Flussarm der Sugovica. Baja hat sich mit dem im Freien veranstalteten Fischsuppen-Volksfestival, wo die
Fischsuppe in Kesseln auf offenem Feuer gekocht wird, auch in das Guinness-Buch der Rekorde
eingeschrieben. Jedes Jahr einmal, am zweiten Samstag im Juli, brodelt die berühmte Bajaer
Fischsuppe in zweitausend Kesseln auf dem Hauptplatz und in den umliegenden Straßen. |
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| Hajós, Kellerreihe |
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| Baja, Hauptplatz |
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| Zubereitung der Fischsuppe |
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| Kalocsa, Kathedrale |
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