Szeged (E6) Die Stadt am Ufer der Theiß kann stolz auf die einheitlichste
Innenstadt des ländlichen Ungarn verweisen, aber sie verfügt leider nicht über
jahrhundertealte Baudenkmäler. Das katastrophale Hochwasser der Theiß im
Jahre 1879 zerstörte beinahe fünftausend Häuser, während nur 265
Gebäude die Flutkatastrophe überstanden, unter ihnen die Überreste einer
Kirche aus dem 13. Jahrhundert, der Sankt-Dömötör-Turm. Dank der internationalen
Hilfe und auf Grund eines wohlüberlegten Bebauungsplanes wurde
Szeged völlig neu aufgebaut. Heute können die ausländischen Besucher die
Namen ihrer Hauptstädte an den einzelnen Abschnitten des Großen Ringes
lesen. Die Einwohner von Szeged haben damit jenen europäischen Ländern
ein Denkmal gesetzt, die am meisten geholfen haben. Aus Dankbarkeit der
Überlebenden des Hochwassers wurde die fünftausend Menschen Platz
bietende, neoromanische Bischofskathedrale, der Dom von Szeged erbaut. In
seinem Turm erklingt die zweitgrößte – 86 Zentner schwere – Glocke des
Landes, in der Kathedrale ertönt eine der größten Orgeln Europas. Eine besonders
schöne Schöpfung des ungarischen Jugendstils ist der Palast Reök. In
Szeged befindet sich eine der schönsten Synagogen Europas. Die jährlich im
Sommer in Form von Freilichtaufführungen stattfindenden Szegeder
Festspiele – in deren Rahmen auch die Weltstars der klassischen Musik, der
Operette und der Tanzkunst auftreten – sind international bekannt.
Hinsichtlich der Herstellung von Gewürzpaprika zählt Szeged zu den
berühmtesten ungarischen Städten. Hier wird auf Grundlage eines
geheimen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Rezeptes die Pick-Salami
mit ihrem ganz besonderen Aroma hergestellt. Und erhältlich sind auch noch
die berühmten handbestickten Szegeder Pantoffeln mit den klappernden
Absätzen, welche die Mädchen und Frauen einst getragen haben.
Ópusztaszer (D5) Die Gegend des südlichen Abschnitts der Theiß bietet nicht
nur den Naturliebhabern wunderschöne Programme, sondern auch den
Gästen, die sich für die Kultur und die Geschichte interessieren. In Ópusztaszer
können wir in dem einzigartigen Nationalen Historischen Gedenkpark die mehr
als tausendjährige Geschichte der Ungarn kennen lernen. Den Chroniken
zufolge haben die Häuptlinge der an der Landnahme im Karpatenbecken
beteiligten ungarischen Stämme an diesem Ort das erste Mal im 9.
Jahrhundert Recht gesprochen und die Grundsätze jenes Gewohnheitsrechts
zusammengefasst, die das Leben der sich hier ansiedelnden Ungarn
bestimmten. Im Gedenkpark stellt ein heute als Weltsensation geltendes
Panoramagemälde die Ereignisse der Landnahme dar. Das über eine besondere
Raumwirkung verfügende Rundbild fertigte der Maler Árpád Feszty gemeinsam mit seinen
Malerfreunden im Jahre 1894 an. Das unlängst fachgerecht restaurierte, 1760 Quadratmeter
große, zweitausend Figuren darstellende Gemälde ist das zweitgrößte Rundbild weltweit.
Auf dem Gebiet des Gedenkparks legte man bei Ausgrabungen die Überreste einer der ältesten
Kirchen Ungarns sowie des dazugehörigen Benediktinerklosters aus dem 11. Jahrhundert frei.
Die Archäologen haben auch die Überreste einer Glockengießerwerkstatt gefunden. Vor Ort kann
man eine für Europa einzigartige Besonderheit besichtigen. Die Sankt-Gellért-Bronzeglocke, die
mit Hilfe einer Gussform neu gegossen wurde. Die Gussform rekonstruierte man aus den bei den
Ausgrabungen gefundenen mehreren Tausend kleinen Stücken des zerbrochenen Originals.
Im Ethnographischen Freilichtmuseum können wir die Andenken an die bäuerliche Lebensform aus
dem 19. Jahrhundert betrachten. Angefangen mit dem Haus des Paprikapflanzers über die
Gehöftschule bis zum Fischerhaus kann man vielerlei Gebäude, Gebrauchsgegenstände und
Einrichtungen besichtigen. Im Gedenkpark werden das ganze Jahr hindurch Präsentationen im Reiten
und Bogenschießen sowie Programme der Traditionspflege veranstaltet.
Csongrád (D5) Der besondere Schatz an der Mündung der Körös in die Theiß ist der alte Stadtkern
von Csongrád, der aus denkmalgeschützten Fischerhäusern aus dem 19. Jahrhundert besteht. Von
den dreißig Gebäuden mit ihren Schilfdächern und den hohen, fast geschlossenen Holzzäunen
nimmt man an, dass sie einst auch Schutzzwecken dienten. Die kleinen Höfe sind durch die
Holzzäune verborgen, und mehrere Häuser besitzen nicht einmal ein Fenster zur Straße. In der
alten Innenstadt laden einige der denkmalgeschützten Gebäude als Gästehäuser zum Verweilen
ein, der alte Stadtkern steht unter Denkmalschutz.
Mezõhegyes (F6) Das im Jahre 1784 gegründete königliche Gestüt ist dem internationalen Reitsportpublikum
bekannt. In dreißig Jahren hat man hier die berühmte ungarische Pferderasse
„Nónius” gezüchtet. Von den beinahe sechzig unter Denkmalschutz stehenden barocken Gebäuden
des Gutes wird der überdachte Reitplatz auch heute noch für seinen ursprünglichen Zweck verwendet,
im Winter werden die Pferde hier vorgeführt. Eine der beiden Kasernen ist heute ein mit
Empire- und Biedermeiermöbeln eingerichtetes Hotel. Architektonische Kostbarkeiten stellen
das Gebäude des Gestütskommandanten und die Reihe der in den Erdboden „eingelassenen”
Unterkünfte der Pferdeknechte dar. Über eine reiche Sammlung verfügt auch das
Kutschenmuseum. Hier kann man das größte Dreschgebäude des Landes sehen. Die
Umgebung der Stadt ist ein hervorragendes Jagdgebiet.
Hódmezõvásárhely (G6) Die flächenmäßig größte Stadt der
ungarischen Provinz und die in ihrer Umgebung liegenden Gehöfte
sind besonders durch ihre Volkskunst berühmt. Begehrt sind die mit
gefärbten Wollfäden bestickten Leinentischtücher und Leinenkissen
mit den hübschen Blumenmustern, außergewöhnlich sind die
Keramiken aus Hódmezõvásárhely. Die schönsten Schöpfungen des
volkstümlichen Töpferhandwerks kann man im Csúcser Töpferhaus
besichtigen. In dem an Exponaten reichen Museum für Stadtgeschichte
können wir siebentausend Jahre in der Geschichte zurücklegen. Im
Gehöftmuseum in Kopáncs (E6) unweit der Stadt lernen wir die Andenken
an die für die Tiefebene charakteristische Lebensweise kennen.
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| Mezõhegyes, Gestüt |
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| Szeged, Klauzál-Platz |
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| Ópusztaszer, das Feszty-Rundbild |
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