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Theißsee (E3) Ungarns zweitgrößter See wurde nicht von der Natur, sondern
von den Menschen geformt. Er ist in den siebziger Jahren durch Stauung
eines Flussabschnittes der Theiß entstanden. In der besonderen Wasserwelt
sind in der Umgebung bereits ausgestorbene Tiere wieder ansässig geworden
- wie zum Beispiel der Biber -, es nisten Vögel, die unter besonderem
Schutz stehen und vermehren sich 50 Fischarten. Hier kann man Europas
größtes Seerosenfeld besichtigen.
Am 71 Kilometer langen Ufer und in den unterschiedlichen Teilen des Sees
vertragen sich die Natur und der Mensch, der Naturschutz und der
Wassersport recht gut. Tiszaújváros (F2) In der nördlich vom See gelegenen Stadt wurde einer der modernsten Badekomplexe des Landes errichtet, zu dem eine therapeutische Abteilung, Becken im Freien, ein Vergnügungsbad und die balneo- und physiotherapeutischen Abteilungen gehören. Das jodhaltige Wasser des Bades hat eine heilende Wirkung. Tiszacsege (F3) Mit dem 72 Grad heißen Thermalwasser des Heilbades werden rheumatische Beschwerden und Muskelschmerzen gelindert. Das unter Naturschutz stehende Gebiet der in der Nähe des wildromantischen, reizvollen Theiß-Ufers liegenden Siedlung ist die so genannte die Insel Kácsa (Enteninsel), mit einer unberührten Tier- und Pflanzenwelt. Vom Hafen aus kann man im Sommer mit Motorbooten zwischen den Galeriewäldern entlang der Theiß eine Wassertour unternehmen. Das in seiner ursprünglichen Form erhaltene Tagelöhnerhaus und die reformierte Wehrkirche sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Tiszafüred (F3) ist einer der beliebtesten Erholungsorte am See. Von den schmucken Häfen aus kann man die mit Seerosen bedeckten toten Flussarme mit verschiedenen Wasserfahrzeugen befahren. Das Freibad umgibt eine Rasenfläche, alles in allem ist es ein angenehmer Aufenthaltsort, sein Thermal- und Heilbad ist allgemein beliebt. Hier wurde 1949 in einem alten Landsitz das erste Dorfmuseum des Landes eingerichtet. Das Töpferhaus hat seine ursprüngliche Einrichtung bewahrt und erinnert an das Leben und Schaffen der berühmten Töpferdynastie der Siedlung. Poroszló (E3) Im Heimatmuseum sind alte Fischereiwerkzeuge und Gebrauchsgegenstände zu besichtigen. Auch hier kann man Wassersport-Geräte mieten und mit Motorbooten auf den See hinausfahren. Kunhegyes (E4) Der Reisende kann die im klassizistischen Stil erbaute reformierte Kirche mit den beiden Türmen schon aus der Ferne in der Puszta entdecken. In der Kirche, die auch die Kathedrale der Tiefebene genannt wird, finden fünftausend Menschen Platz. In der Stadt kann man eine denkmalgeschützte Windmühle besichtigen und auch die Traditionen der historischen Handwerksberufe kennen lernen. Berekfürdõ (F3) Sein Thermalwasser zieht Besucher auch aus fernen Gegenden an. Man sucht in dem Heilbad Linderung bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und bei Gelenkbeschwerden. Weltberühmt wurde Berekfürdõ aber nicht aufgrund des Heilbades, sondern durch die mit spezieller Technik hergestellten, mit dünnen Haarrissen verzierten „Schleier-Gläser”. Karcag (F4) Südöstlich vom Theißsee in der Nagykunság (Großkumanien) genannten Landschaft findet man in der Umgebung von Karcag die meisten Kurgane, Kumanenhügel. Die unter Naturschutz stehenden Hügel – die unseres Erachtens nach ursprünglich Grabstätten gewesen sein könnten – sind 5-10 Meter hoch, ihr Durchmesser beträgt 20-50 Meter und sie sind kegel- oder halbkugelförmig. Die ursprünglich nomadische Volksgruppe der Kumanen, die sich mit Viehhaltung und Viehweiden beschäftigten und zugleich ausgezeichnete Krieger waren, haben sich im 13. Jahrhundert in der Tiefebene niedergelassen. Man kann ihre Geschichte, die Erinnerungen an das Hirtenleben, die Kunságer bemalten Möbelstücke und die hiesigen berühmten Keramiken in Karcag, im Nagykun-Museum kennen lernen. Die so genannten Mischka-Krüge, die von den Karcager Töpfern angefertigt werden und die einen Husaren mit Tschako abbilden, wurden auf der Brüsseler Weltausstellung mit dem Großen Preis ausgezeichnet. (Die Sammlung bzw. Ausstellung kann im Töpferhaus besichtigt werden.) Karcag ist auch durch andere volkstümlich-kunsthandwerkliche Erzeugnisse bekannt geworden, durch die glasierten und schwarzen Tonwaren, Klöppelspitzen, Lederstickereien auf Bauernmänteln und durch die verschiedenen, im Ofen gebackenen Kolatschen. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die denkmalgeschützte Windmühle und die weit und breit bekannte Morgó-Csárda. Szolnok (E4) Südlich vom Theißsee verlangsamt sich die Strömung der Theiß an der Stadt
Szolnok. Die Stadt, die in der Mitte der Tiefebene, an der Mündung von Theiß und Zagyva
liegt, gilt seit mehr als 900 Jahren als wichtiger Flussübergang und als bedeutende
Handelsroute. Hier befindet sich der älteste Bahnhof von Ungarn, das Indóház
(Bahnhofsgebäude). Im Kreise der Kunstliebhaber verschaffte die Szolnoker Künstlerkolonie, wo
die Vertreter der ungarischen modernen Malerei ihre Laufbahn begannen, der Stadt einen hervorragenden
Ruf. Die Kolonie wurde 1902 mit 12 Ateliers und zwei Pavillons gegründet. Sie funktionierte
nicht als Schule, weil die hier wirkenden Künstler ihre Individualität, ihren eigenen Stil bewahrt
haben. Die in der Kolonie angefertigten Werke können in der Szolnoker Galerie besichtigt werden.
Die stimmungsvolle Umgebung des Ufers bietet einzigartige Möglichkeiten zur Entspannung und
Erholung. Der wichtigste Naturschatz von Szolnok ist das in 1500 Metern Tiefe entspringende
Thermalwasser. Weitere Schätze sind die Flüsse Zagyva und Theiß beziehungsweise die Möglichkeit,
auf den toten Flussarmen Wassersport zu treiben. In Mezõtúr (E4) werden seit dem 16. Jahrhundert die bis heute weltbekannten Töpfererzeugnisse in ihrer charakteristischen Farbgebung hergestellt. Hier können wir unter einer Vielzahl an ockergelb erstrahlenden, mit roter, grüner und weißer Farbe verzierten Schüsseln, Tellern, Karaffen, Krügen und Feldflaschen auswählen und die unseren Wünschen entsprechenden Gegenstände käuflich erwerben. Cserkeszõlõ (E5) Das 83 Grad Celsius heiße, an Mineralien und Jod reiche Thermalwasser wurde 1943 in dem Dorf neben der Theiß entdeckt. Bekannt wurde Cserkeszõlõ durch sein ganzjährig geöffnetes Heilbad. Anfangs gingen die Rheumakranken zu den im Sand eingegrabenen Ausläufern, heute ist das erneuerte Frei- und Heilbad, das um einen attraktiven Aquapark erweitert wurde, zum international bekannten Touristenparadies geworden. Das Wasser ist auch für eine Trinkkur geeignet. Es lohnt sich, das in der Umgebung des Dorfes liegende Tiszakürter Arboretum zu besuchen. |
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