Hortobágy (F3) Die Landschaft Hortobágy ist eine der größten grasbedeckten
Puszten in Europa, sie wurde 1999 in die Liste der Kulturlandschaften des
Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Nichts versperrt den freien Blick in
dieser flachen Landschaft, der Horizont ist unendlich weit. Man irrt sich aber,
wenn man denkt, die Puszta sei eintönig oder gar langweilig. Ihr Abwechslungsreichtum
steckt in den Details, z. B. in der Tier- und Pflanzenwelt, die einfach
einzigartig ist, in den typischen Ziehbrunnen mit den in den Himmel ragenden
Pfosten, die sowohl den mit ihren Herden herumziehenden Hirten als auch
den Tieren Wasser spendeten, in den charakteristischen Schöpfungen der
volkstümlichen Baukunst, etwa den Wirtshäusern (Csárda-Gebäuden), die
außerhalb der Siedlungen an den die Tiefebene durchquerenden Wegen stehen.
Die Wirtshäuser (Csárda), wo man schmackhafte Speisen und Getränke der
Hirten der Tiefebene kosten kann, sind heutzutage beliebte Ziele der Touristen.
Zu den berühmtesten zählt die dreihundert Jahre alte Hortobágy-Csárda, die
an der "Salzstraße", der Siebenbürgen mit Buda verbindenden Handelstraße
errichtet wurde. Das Gebäude neben der Csárda, wo einst die Wagen der
Reisenden gestanden haben, ist heute ein Hirtenmuseum. In der Nähe findet
man die über 170 Jahre alte, 167 Meter lange, aus Stein erbaute
Straßenbrücke, nämlich die bekannte Neunbogenbrücke, die längste Brücke
Ungarns. In den im Freien stehenden Pferchen des Puszta-Tierparks werden
die seit Urzeiten hier lebenden Tierarten gehalten, unter ihnen das ungarische
Graurind, der Hausbüffel, das Zackelschaf, die Bauernziege. Das berühmte
Hortobágyer Gestüt ist von hier aus nur einige Kilometer entfernt in Máta (F3)
zu finden. Die Pferdehirten, das sind die Csikós in ihren typischen blauen
Leinenhemden, weiten Leinen-Bauernhosen und mit schwarzem Hut auf dem
Kopf, faszinieren die Besucher mit ihren bravourösen Pferdevorführungen.
Ein beträchtlicher Teil des achtzigtausend Hektar großen Nationalparks
Hortobágy besteht aus salzhaltigen Weiden, das heißt aus Puszta, aber man
findet hier auch Sümpfe, morastige Flächen und Fischteiche. Auf diesem
Gebiet wurden bisher 342 Vogelarten registriert, 152 Arten davon nisten im
Nationalpark. Im Herbst ist der Kranichzug eine besondere Attraktion, wenn
abends mehrere Zehntausende Vögel auf ihre Rastplätze fliegen.
Jászberény (D3) Die Jazygen, die iranischer Herkunft waren, sind im 13. Jahrhundert in
der Gegend ansässig geworden. In dem vor mehr als 125 Jahren gegründeten Jasz-Museum
kann man ihre Vergangenheit, Volkstrachten und Gebrauchsgegenstände kennen lernen. Hier
wird das mehrere Jahrhunderte alte, aus Elfenbein geschnitzte Horn aufbewahrt, das der uralten
ungarischen Sage nach einem der Anführer der im Westen herumstreifenden Ungarn, Lehel,
gehörte. Bekannt wurde Jászberény, die wichtigste Stadt der Gegend, auch durch das Heilbad.
Debrecen (G3) Die zweitgrößte Stadt Ungarns ist im Laufe ihrer Geschichte sogar zweimal
Hauptstadt des Landes gewesen. Sie wird auch als das „kalvinistische Rom” bezeichnet. Ab dem
16. Jahrhundert, als die Bewohner der Stadt zum neuen Glauben übergetreten sind, ist Debrecen
das wichtigste Zentrum der ungarischen Reformation geworden. Zu den bedeutendsten
Baudenkmälern Debrecens gehören die Anfang des 19. Jahrhunderts renovierte „Reformierte
Großkirche” und das „Reformierte Kollegium”, dessen fünfhunderttausend Bände umfassende
Bibliothek die größte kirchliche Sammlung von Ungarn ist. Im Déri-Museum kann man die aus den
monumentalen Bildern von Mihály Munkácsy bestehende Christus-Trilogie besichtigen. Das Rathaus
ist eines der schönsten Prachtstücke des ungarischen Klassizismus.
Der riesige Park der Stadt, der Nagyerdõ (Große Wald), ist ein beliebter Ausflugsort. Hier findet man den
Tierpark, den botanischen Garten und das Heilbad, in dem vierzig verschiedene Behandlungen mit
Thermalwasser angeboten werden. Dem Heilbad schließt sich eine Klinik mit ausgezeichneter
medizinischer Betreuung an. In der Nachbarschaft wurde ein überdachtes Schwimmbad eröffnet. Das
Aquaticum bietet mit den Höhlenbädern, Jacuzzis und Palmen ein wahrhaft mediterranes Badevergnügen.
Unweit von Debrecen, nämlich in Nyíracsád (G3) befindet sich ein Andenken an die mittelalterliche
Architektur und zwar die annähernd in ursprünglicher Form erhalten gebliebene, gotische Details
aufweisende, Reformierte Kirche.
Hajdúszoboszló (F–G3) Ungarns größtes Heilbad, das als „Mekka der Rheumakranken” bezeichnet
wird, ist der beliebteste Erholungsort in der Tiefebene. Das aus 1100 Metern Tiefe sprudelnde, 75
Grad heiße Thermalwasser enthält zwanzig Mineralien in gelöster Form und bewirkt im Rahmen
einer zwei- bzw. dreiwöchigen Badekur eine angenehme und beachtliche Genesung, sodass
Patienten, die unter Erkrankungen des Bewegungsapparates, gynäkologischen Beschwerden,
Hautkrankheiten und Erkrankungen der inneren Organe leiden, von Jahr zu Jahr hierher zurückkehren.
Auch der aus den großen Becken emporsteigende salz- und jodhaltige Dampf hat eine
heilende Wirkung. Um das Heilbad herum wurden Hotels und Erholungsheime gebaut. Der
Aquapark bietet mit der 113 Meter langen Riesenrutsche, mit der vierspurigen Rennrutsche
und mit weiteren Attraktionen allen Generationen Spaß und Badevergnügen.
Hajdúböszörmény (G3) kann auch heute noch sein historisches
Stadtbild vorweisen. Eine Besonderheit der Stadt besteht in der
einzigartigen kreisförmigen Konstruktion. In dieser, auch als Hauptsitz
der Heiducken bekannt gewordenen Stadt, befinden sich das Hajdúság-
Museum und das Freilichtmuseum „Skanzen”, welches die volkstümliche
Architektur widerspiegelt. Das in der Nähe liegende
Hajdúnánás(G2) gewann durch seine charakteristische Handwerkstradition, d. h. das
Stroh- und Mattenflechten sowie durch den vorteilhaften Ausbau seines
Heilbades an Attraktivität.
Nádudvar (F3) Diese Siedlung ist seit mehr als 200 Jahren das Zuhause
von mehreren Töpfer-Generationen. Hier wird die berühmte schwarze
Keramik der Tiefebene hergestellt, die ihre Farbe der spezifischen
Brandtechnik verdankt. Die nicht glasierten Töpfe werden mit geometrischen
Mustern und Blumenmotiven verziert. |
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| Debrecen, Reformierte Großkirche |
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| „Cikose” (ungarische Pferdehirten) |
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| Hajdúszoboszló, aquapark |
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