english deutsch
  Die nordungarische Gebirgslandschaft | Wichtige Informationen | Karten
  Eine lebendige Vergangenheit
  Geologische Besonderheiten
  Auf dem „Dach” des Landes
  Bleibende Werte
  Von der Natur in die Großstadt
  Musizierende Tropfsteine
  Burgen und Schlösser
  Wein der Könige
 
     

Erlau (Eger, D4) Eger ist eine der beliebtesten ungarischen Städte und zugleich der am häufigsten besuchte Ort in der Region. Hier wird sogar Unmögliches wahr, denn trotz des pulsierenden Lebens kann man auch die Ruhe einer Kleinstadt genießen. Bei einem Spaziergang auf der Promenade des Eger-Baches kann man ohne Hast die Gegend bewundern oder gemütlich einen Blick in die winzigen Handwerksläden der kleinen Gassen werfen. Selbstverständlich kann man auch von einer Sehenswürdigkeit zur anderen eilen, die durch Basteien befestigte Erlauer Burg bewundern, den Bogenschützen und den im Stil der Renaissance kostümierten Tänzern zusehen, das Weinzelt aufsuchen oder die unterirdischen Kasematten besichtigen. Dort sollte man den Worten des Ausstellungsleiters folgen, die Ohren spitzen und lauschen, wie der „Feind” gerade versucht, die mehrere Meter dicke Steinwand auf der anderen Seite zu durchbrechen. Spiel und Ernsthaftigkeit charakterisieren diese Stadt, deren Name mit dem glorreichsten Sieg über die anrückenden Truppen des Osmanischen Reiches verbunden ist. Im Jahre 1552 haben es weniger als eintausend Soldaten und die in der Burg lebenden Mädchen und Frauen geschafft, in einem einmonatigen Kampf die mehr als achtzigtausend Soldaten des türkischen Heeres zurückzuschlagen.
Die Nachfahren dieser berühmten Erlauer Frauen sind auch jetzt noch bereit, zusammenzustehen, allerdings erfüllen sie heute friedlichere Aufgaben im Interesse des Schutzes ihrer Stadt.
Erlau ist seit Jahrhunderten ein kirchliches Zentrum und seit 1804 erzbischöflicher Sitz. Die Basilika ist die drittgrößte Kirche Ungarns. Zu den schönsten Barockgebäuden zählen die Minoritenkirche und die griechisch-orthodoxe Kirche. Mit ihren wunderschönen geschnitzten Ikonostasen erinnert sie an die im 17. Jahrhundert hier angesiedelten griechischen und serbischen Familien. Das zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaute türkische Bad und das 40 Meter hohe „schlanke” Minarett sind aus der Zeit der Türken, welche letztendlich doch Erlau eingenommen und danach nahezu einhundert Jahre geherrscht hatten, für die Nachwelt erhalten geblieben. In der berühmten Oberschule des städtischen Bildungszentrums, dem im Zopfstil erbauten Lyzeum, kann man die Sternwarte, das Sternkundemuseum und die Kodexsammlung der Hauptdiözese besichtigen. Hier befindet sich auch das erste, in ungarischer Sprache gedruckte Buch aus dem Jahre 1473.

Und dann der Wein… Auf dem viertausend Hektar großen historischen Weingebiet wurden bereits im 11. Jahrhundert Weintrauben angebaut, aus welchen unter anderem der bekannteste Wein der Gegend – „Erlauer Stierblut” – hergestellt wird. In den alten Weinkellern im „Tal der schönen Frauen” können die Besucher jedoch auch andere edle Tropfen versuchen.

Feldebrõ (D4) Der Name des Dorfes klingt vielen ausländischen Gästen bekannt, Grund hierfür ist der aromatische Wein, der „Debrõer Lindenblättrige”. Ein architektonisch besonders wertvolles Denkmal des Ortes ist die aus dem 11. Jahrhundert stammende, durch massige Pfeiler getrennte und mit Fresken verzierte Grabkapelle, in welche man durch die im 18. Jahrhundert errichtete Kirche gelangen kann.

Egerszalók (D4) In Europa findet man etwas Ähnliches nur noch in der Türkei: Aus dem bei Bohrungen entstandenen Brunnen entspringt eine 68 °C heiße Thermalquelle, deren Kalksteinablagerungen des Wassers den Berghang in eine eigenartige, „Arktis-ähnliche” Landschaft verwandelt. Auf dem virtuellen „Schneeberg” ist es jedoch sehr heiß und man sollte in der Nähe der Quelle keinesfalls in eine der zahlreich plätschernden Wasseradern treten, denn dies könnte Verbrennungen zur Folge haben. Bis das Salz, Kalzium, Sauerstoff, Carbonat, Schwefel und sonstige Mineralstoffe enthaltende Heilwasser in die Becken gelangt, kühlt es sich auf eine verhältnismäßig angenehme Temperatur ab. Vor allem bei Knochenverletzungen und Gelenkschmerzen wirkt es heilend.

Noszvaj (E4) Wurde in der Hügellandschaft erbaut, durch den Wein bekannt und zählt zu den schönsten Dörfern Ungarns. Zeugen der typisch volkstümlichen Bauweise der Ortschaft sind die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenen Höhlen- und Kellerwohnungen sowie das Bauernhaus. Das im Stil Ludwigs XVI. erbaute Schloss ist das Prachtstück des Dorfes. Für Hotelgäste stehen im Schloss drei Appartements zur Verfügung.

Mezõkövesd (D4) Die Hauptstadt des „Matyó-Landes” und die üppig verzierten, weltweit wohl bekanntesten Volkstrachten ziehen viele Fremde in ihren Bann. Die „Matyós” sind die bedeutendste Volksgruppe der Region, in diesem reformierten Gebiet haben sie ihren katholischen Glauben beibehalten. Die Stadt und ihre Einwohner hatten während der Türkenzeit viele Entbehrungen hinnehmen müssen und auch später konnten sie nicht gerade im Überfluss leben. Nichtsdestotrotz, die Matyós haben schon immer die prachtvollsten Kleidungsstücke getragen. Die Mädchen besticken ihre Kleider und Schürzen mit einer Vielzahl von Blättern und Blumen und gelten damit in anderen ethnographischen Gebieten als beispiellos. Die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Matyó-Museum und das in ganz Europa bekannte Freilichtmuseum für landwirtschaftliche Maschinen. Entspannung bietet das Zsóry- Thermalbad, welches über das größte Areal unter Ungarns Heilbädern verfügt.

Erlau, Weinkeller
 
Egerszalók, Kalksteinablagerungen der Thermalquelle
 
Noszvaj
 
Volkstracht aus Mezõkövesd
   
  Startseite | Seitenanfang