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Das Mátra-Gebirge und seine Landschaft: Höher als hier gelangt man sonst in
Ungarn nirgendwo, denn die Mátra beherbergt die am höchsten liegenden
Bergdörfer, die höchsten Berggipfel wie den 1014 Meter hohen Kékes und den
964 Meter hohen Berg Galyatetõ. Vom Fernsehturm in Kékestetõ aus kann
man bei klaren Wetterverhältnissen nicht nur die Gebirgszüge der nördlichen
Mittelgebirge, sondern auch die Gebirgskette der Tatra erblicken. Die populären
Winter- und Sommerurlaubsorte und die Hotels findet man im zentralen Teil der
Berglandschaft, u. a. hat man in Mátraháza (C4) bereits in den 30er-Jahren des
vergangenen Jahrhunderts mit dem Bau von Erholungsheimen begonnen.
Hiermit ist jedoch die Reihe der Superlative längst noch nicht abgeschlossen.
Hier befindet sich auch der meistbesuchte Wallfahrtsort Ungarns, nämlich der
heilige Brunnen von Mátraverebély (C4). Dort wird jeweils am 15. August und
am 8. September Kirchweih gefeiert. Zum Gnadenort der Heiligen Jungfrau
Maria sind die Menschen bereits im 13. Jahrhundert gepilgert und noch heute
kommen Zehntausende in der Hoffnung auf Heilung hierher. Diese Landschaft ist nicht nur reich an Quellen und Naturschönheiten, sondern
auch an Kristallen und Mineralien. Dadurch wurde das Gebiet auch zum
beliebtesten „Jagdrevier” der Mineraliensammler. Auch von Wanderern wird
es gerne aufgesucht. Eine der vielen Wegstrecken verläuft über 56 km auf
dem Gebirgskamm. Dieser Streckenabschnitt ist auch der Austragungsort der
in der Gemeinde Sirok (D4) gestarteten, alljährlich veranstalteten Mátrabérc –
Leistungstour. Falls man einen kleinen Fußmarsch nicht scheut, kann man in
Dorfnähe eine wunderschöne und einzigartig gelegene mittelalterliche
Burgruine besichtigen.
Unweit von Sirok erwartet eine neue Sehenswürdigkeit die Besucher: das
einzige Trockenbad Ungarns mit Heilwirkung, nämlich die Mofette von
Mátraderecske (D4). Als vor zehn Jahren das schädliche, farb- und geruchlose
Kohlendioxid an die Erdoberfläche strömte, hatte es im Dorf Angst und
Schrecken verbreitet. Das gegenüber der Luft schwerere, bis in Hüfthöhe
reichende Gas leitet man heute in Becken, die mit Holzgittern bedeckt sind, damit es von dort über die Haut in den menschlichen
Organismus gelangen und seine heilende
Wirkung entfalten kann. Sehr erfolgreich wird es als Ergänzung zur Behandlung von Herz- und
Gefäßkrankheiten sowie bei rheumatischen Beschwerden angewendet.
Erwähnenswert ist noch etwas Einmaliges! In Mátraalja befindet sich das größte historische
Weingebiet des Landes, wo bereits im Jahre 1200 Wein angebaut wurde. Heute ist es vor allem
durch seine aromatischen Weißweine bekannt.
Gyöngyös (C5) Die Mehrheit der Reisenden kommt im Mátra-Vorland aus Richtung Gyöngyös an, von wo
aus man mit einer nostalgischen Schmalspurbahn nach Lajosháza (C4) und zum Luftkur- und
Erholungsort Mátrafüred (C4) gelangen kann. Früher wurde diese Kleinbahn für den Transport großer
Holzmengen aus den Gebirgswäldern genutzt. Heute werden mit den nahezu einhundert Jahre alten
Waggons nur noch Touristen befördert. In Gyöngyös gibt es noch mehr zu besichtigen, unter anderem das
im Schloss Orczy untergebrachte Mátra-Museum, das herausragende naturwissenschaftliche Schätze
beherbergt oder das Franziskanerkloster aus dem 18. Jahrhundert mit der einzigen Ordensbibliothek
Ungarns, die seit ihrer Gründung im Mittelalter bis heute ohne Unterbrechung betrieben wurde.
Hatvan (C5) Genau sechzig Kilometer von der Hauptstadt entfernt befindet sich die Stadt Hatvan, am
„Treffpunkt” von Mátra und Tiefebene. Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt stammt aus dem
18. Jahrhundert: Schloss Grassalkovich, in welchem auch Thomas Mann zu Gast war.
Parád/Parádfürdõ (C4) Die Siedlung und ihre Umgebung sind beliebte Reiseziele. Das alaunhaltige
Mineralwasser, welches bei der Produktion von Alaun entsteht und Ausgangsbasis für das Heilbad war,
wurde im Jahre 1763 entdeckt. Der 1880 erbaute Stall des Gutshofes beherbergt heute ein
Kutschenmuseum. Der zweite Mineralwasserschatz dieser Art in Europa befindet sich im Gebäude des
Krankenhauses von Parádfürdõ. Im benachbarten Parádsasvár (C4) kann man eine mehr als 200 Jahre
alte Glashütte besuchen und das berühmte Schloss Károlyi, welches als Hotel betrieben wird und nur
mit Besuchsausweis besichtigt werden kann. Die Mineralwasservorkommen der Umgebung waren
bereits in den vergangenen Jahrhunderten bekannt. Das schwefel-, wasserstoff- und kohlensäurehaltige
„Sauerwasser” der Csevice-Quelle wird seit etwa zweihundert Jahren als Trinkkur bei der
Behandlung von Magenbeschwerden erfolgreich angewandt.
Pásztó (C4) Zwischen Cserhát und Mátra, am Fluss Zagyva, liegt der Ort Pásztó, in welchem
man neben zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten Ungarns einziges erhaltenes Bürgerhaus
eines Marktfleckens aus dem Mittelalter und zwar das „Scola Magister”, d. h. das Haus des
„Schulmeisters”, welches bereits in einem schriftlichen Dokument aus dem Jahre 1428
Erwähnung fand, besichtigen kann. Das Gebäude wurde, wie seinerzeit im Mátra-Gebiet
üblich, aus Bach-Steingeröll erbaut.
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| Pásztó, Haus des „Schulmeisters” |
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| Gyöngyös, Bibliothek des Franziskaner-Ordens |
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| Pásztó, Weinlese-Festzug |
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| Parádsasvár, Schloss Károlyi |
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