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Hollókõ (B4) ist wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Dorf in
Ungarn, was eigentlich auch niemanden überrascht, denn die Siedlung
war bereits vor ihrer „Entdeckung von der Welt” ein überaus beliebtes
Reiseziel. Die unterkellerten Häuser mit den weiß gestrichenen Wänden,
Holzbalustraden, Galerien und Holzbalken erinnern an längst vergangene
Jahrhunderte und wurden im Jahre 1987 in die Liste des Weltkulturerbes
und der Naturwerte der UNESCO aufgenommen.
Aufgrund der verhältnismäßig abgeschotteten Lage des Dorfes konnten
hier keine neuen architektonischen Ideen Fuß fassen, was dazu führte,
dass die ursprüngliche Anordnung der Siedlung erhalten blieb. Trotz der
häufigen Feuersbrünste – denn die seinerzeit üblichen Strohdächer fingen
schnell Feuer – haben die Einwohner immer wieder den Neubeginn
geschafft. Nach dem großen Feuer im Jahre 1909 wurden die Häuser des Dorfes zuletzt neu erbaut, allerdings verwendete man von da an
Dachziegel. Außerdem wurden Lehmwände errichtet und zwar unter
Berücksichtigung der alten Architekturtraditionen der Paloczen. (Die
Paloczen sind eine Volksgruppe dieser Region, bemerkenswert ist die
besondere, charakteristische Volkskultur der Paloczen.
Im hügeligen Altdorf steht die aus dem 19. Jahrhundert stammende kleine
Kirche mit dem Holzturm, umgeben von annähernd 65 geschützten Gebäuden,
von denen die meisten Teil des Dorfmuseums sind. Hollókõ ist jedoch kein
ethnographisches Freilichtmuseum. Die Personen, die über die Straßen eilen
oder auf den Höfen arbeiten und bunte Trachten tragen, sind nicht die
Mitglieder eines Volkskunstensembles, sondern Menschen, die hier wohnen
und leben. Die Anzahl der ständigen Einwohner beträgt 380. Die meisten
Bewohner sind Rentner, aber auch einige junge Familien leben im Dorf.
Die das Palozendorf überragende Burg von Hollókõ ist ebenfalls einen Besuch wert. Einer hiesigen
Legende zufolge wurde die Burg von gutmütigen, in Raben verwandelten, tollkühnen Burschen Stein
um Stein erbaut. Dies ist eine eher märchenhaft anmutende Erklärung für den Namen der Siedlung.
Szirák (B4) Das renovierte und mit stilgerechtem Mobiliar ausgestattete, elegante Schloss ist
heute ein beliebtes Hotel. Laut Chronik waren die Ritter des Johanniterordens die ersten Siedler
in Szirák und auf dem Grundstück des heutigen Barockgebäudes, welches dem Dorf landesweiten
Ruf bescherte, stand damals das Kloster. Es wird vermutet, dass das vor der einstigen
Inbesitznahme durch die Familien Róth-Teleki-Dégenfeld existierende Schloss im 17. Jahrhundert
erbaut wurde. Erstbesitzer war ein humanistisch erzogener, protestantischer Adeliger. Man nimmt
an, dass die Renaissancefassade dem Geschmack dieses Edelmanns entsprach. Der schönste Teil
des Schlosses ist jedoch der mit Fresken verzierte große Saal.
Buják (B4) Die Tracht der Frauen des Dorfes ist besonders bunt: gestreifte Strümpfe, darüber mehrere,
in winzig kleine Falten gelegte Röcke aus gemusterten Stoffen. Hinzu kommen bestickte Schürzen,
verzierte Blusen und mit Perlen und Blumen geschmückte Kopftücher.
Szécsény (B3) In der nördlich von Hollókõ gelegenen Stadt gelten das am Ufer des Flusses Ipoly erbaute
Schloss Forgách sowie der Gebäudekomplex der römisch-katholischen Kirche und das Ordenshaus der
Franziskaner als besonders sehenswerte Attraktionen. Die Siedlung wurde erstmals in einer Urkunde
aus dem Jahre 1219 erwähnt. Bereits im Mittelalter durch eine Festung geschützt nahm sie innerhalb
des ungarischen Grenzburgennetzes eine wichtige Rolle ein. Vom ehemaligen Bauwerk blieben bis
heute nur noch die beiden Eckbasteien übrig, wo das Zimmer der Burgwache und ein ehemaliges
Gefängnis zu besichtigen sind. Auf dem Gelände der einstigen Burg wurde gegen 1770 das barocke
Schloss errichtet. Im Gebäude wurde ein Museum eingerichtet, das den geschichtlichen Werdegang
des Komitats Nógrád und die Abenteuer weltweit gereister ungarischer Jäger präsentiert.
Balassagyarmat (B3) war von 1790 bis 1950 Sitz des Komitats Nógrád und trägt den Namen eines
ungarischen Stammes aus der Zeit der Landnahme, nämlich Gyarmat. Die Geschichte des Ortes lässt
sich bis zum 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Später ging das gesamte Gebiet in den Besitz der
Familie Balassa über. Seit dem Mittelalter haben sich in der „Hauptstadt der Paloczen” auch
slowakische, serbische, griechische, deutsche und bulgarische Handwerker und Händler angesiedelt.
Wer sind eigentlich die Paloczen, die mit ihrer Kultur, ihren Gebräuchen, ihrem Dialekt
und ihren Trachten in diesem Landesteil so dominant geworden sind? Einige der Ethnographen
halten sie für Nachfahren der Urungarn, während andere wiederum der Meinung sind, dass
sie von den Tataren abstammen. Ihre Geschichte und ihr Leben kann man im Rahmen einer
ethnographischen Ausstellung im berühmten Paloczen-Museum der Stadt verfolgen.
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| Szécsény, Schloss Forgách |
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| Bujáker Volkstracht |
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| Ländliches Haus im Komitat Nógrád |
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| Szirák, Hubertus-Ritt |
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