Von oben noch schöner
Eine alte Ansichtskarte von Siófok zeigt ein über den Hafen fliegendes Wasserflugzeug (Hydroplan). Heutzutage bietet sich diese Gelegenheit in der Umgebung des Sees an mindestens zwanzig Stellen. So kann man vom Drachenflieger, vom Kleinflugzeug,> vom Hubschrauber, ja sogar vom Heißluftballon aus den Balaton bewundern und beim Blick aus den Wolken seine außergewöhnliche Schönheit bewundern.
 
 
  Von Wellen umarmt
  Wunder der Natur
  Sport, Fitness? Balaton!
  Schöne Städte, bunte Programme
  Farben und Klänge der Folklore
  Balatonwein-Führer
  Küchengeheimnisse vom Balaton
  Berühmte Quellen, heilende Stätten
 
 
   

Als die Balatonbad Aktiengesellschaft (Balatonfürdõ Részvénytársaság) 1893 in Siófok (H 3) ihre Badeanlage eröffnete, waren in ihrem Dienstleistungsangebot u. a. folgende Angaben zu finden: Überdachte Kegelbahn, Krocket, Lawn (Rasen)-Tennisplatz, Bootsfahrten, Yacht… Ja, verschiedene Sportarten gehörten von Anfang an zum Badeleben am Balaton, und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Die riesige Wasserfläche, die Schilfdickichte des Sees, die Wälder und Felder der Umgebung bieten besondere Möglichkeiten. Am Ende des 19. Jahrhunderts steckte die Badekultur am Balaton noch in den Kinderschuhen und man wollte hier die „Ferien am Meer” kopieren. So wurden auf dem See, der früher nur Fähren und Lastsegler gesehen hatte, Yachten eingeführt. Das Segeln ist bis heute unverändert beliebt geblieben. Die erweiterten und erneuerten Häfen – wie beispielsweise die Häfen in Balatonföldvár (F 3-4), Badacsony (D 4), Szigliget (CD 4), Balatonlelle (E 4) und Siófok (H 3) –, diese, so viele Schiffseigner wie möglich von den bereits überlaufenen westeuropäischen Seen an den Balaton zu locken.

Ob Segeltour oder Regatta – der hiesige Segelsport kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Segelregatten auf dem Balaton sind in erster Linie bei den „Virtuosen” der Segeltechnik beliebt. Allerdings wird ihr Können oft von den schwierigen Winden des Sees auf die Probe gestellt. In den Häfen können mitgebrachte Schiffe anlegen, wer sich jedoch nicht mit dem Transport abmühen möchte, kann hier Segelschiffe mieten. Anfänger finden in jeder größeren Stadt am Balaton Segelkurse. Nach erfolgreicher Kursteilnahme kann man sogar die Zulassung als Kleinschiffführer erlangen, die für alle europäischen Binnengewässer Gültigkeit besitzt.

In Balatonfüred (G 2-3) und Siófok (H 3) befinden sich Wasserskibahnen mit elektrischem Zugsystem, also kann auch diese Sportart ausgeübt werden. Und wer Lust hat, kann mit Hilfe von Experten das Wasserskifahren hier erlernen. Die im Balaton-Museum in Keszthely (B 4) ausgestellten spannenlangen Knochenhaken beweisen, dass schon in prähistorischen Zeiten angelnde und fischende Menschen an diesem See gelebt haben. So große Haken sind heutzutage – leider! – nicht mehr nötig, wer allerdings Geduld und Ausdauer hat, kann noch immer über anderthalb Meter lange Welse, Zander so lang wie ein Arm sowie über zehn Kilogramm schwere Karpfen und Amure (Graskarpfen) fangen. Den Angeltouristen wird im Allgemeinen eher die Vor- und Nachsaison empfohlen, da die Fische in der Sommerhitze schlechter anbeißen. Angeln kann man fast überall, man braucht aber eine Genehmigung, die in jedem Anglergeschäft erhältlich ist. Die besten Angelstellen befinden sich in den Buchten des Nordufers und an den Schilfdickichten verheißen sie den Anhängern des Angelsports Erfolg. Wer angenehme Erholung auch mit Jagderlebnissen verbinden möchte, kann sich getrost für den Balaton entscheiden, da ein bedeutender Teil der besten Jagdgebiete Ungarns, Külsõ-Somogy und Bakonyalja, in dieser Region liegt. Von Jahr zu Jahr werden Hunderte von in- und ausländischen Jägern von wunderschönen Rehböcken, Hirschböcken mit goldgekröntem Geweih und „Massen” von Wildschweinen angelockt, wobei die kühnsten Träume des Jägers übertroffen werden.

Am Balaton kann man sich auch leicht in den Sattel schwingen, da sich der Reittourismus im letzten Jahrzehnt stark entwickelt hat. An jedem größeren Erholungsort werden von den überwiegend ortsansässigen Ställen Reittouren organisiert. Am bekanntesten ist das Gestüt Szántódpuszta (G 3).

Den „Drahteselfahrern“ empfehlen wir den Balaton- Radwanderweg, der um den See herum führt. Aber auch für diejenigen, die mit einem anderen Fahrzeug ankommen, lohnt es sich, ihr Fahrrad mitzubringen, denn in der geschäftigen Hauptsaison kommt man zum Teil mit dem Rad schneller als mit dem Auto ans Ziel, wenn das Verkehrsaufkommen sehr hoch ist. In größeren Städten findet man auch schnell einen Fahrradservice.