Wie schmeckt der Balaton?
Man füllt Wasser in ein Glas -das ist gar keine absurde Idee! Nach langwierigen und kostenintensiven Umweltschutzbemühungen ist heute das Seewasser wieder so gut, dass man es sogar trinken kann. Die unvergleichliche Wasserqualität wird von ausländischen Experten kontrolliert. Die Daten werden seit Jahren unter anderem auch im Internet vom ADAC, dem größten deutschen Automobil-Club, veröffentlicht.
 
Balatonlelle, Abenddämmerung
  Von Wellen umarmt
  Wunder der Natur
  Sport, Fitness? Balaton!
  Schöne Städte, bunte Programme
  Farben und Klänge der Folklore
  Balatonwein-Führer
  Küchengeheimnisse vom Balaton
  Berühmte Quellen, heilende Stätten
 
 
   

Schon seit Urzeiten haben mit Sicherheit Menschen, die auf der Flucht oder aufgrund ihrer Arbeit hierzu gezwungen waren, im Wasser des Plattensees gebadet. Das Baden aus „Passion” und das Badeleben im heutigen Sinne entwickelten sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts, als die Stadtbewohner vor der städtischen Zivilisation flüchteten und scharenweise zum See kamen. Zeichnungen und Fotos erzählen von den hölzernen Badehäusern, die richtige Meisterwerke waren, und von dieser Zeit.

Das Baden war übrigens schon damals nicht mehr nur der Luxus der „feinen Leute”. Aufzeichnungen berichten davon, dass die Bauern von Mezõföld an schwülen Sommertagen nach Abschluss der Feldarbeiten - Ernten, Garben binden, Dreschen - in der Umgebung von Balatonaliga (I 2) und Balatonvilágos (H 3) zu Hunderten im See badeten.

Während der drei Sommermonate ist das Wasser des Plattensees am besten zum Baden geeignet. In dieser Zeit sinkt die Wassertemperatur kaum unter 22 °C, im Hochsommer erreicht sie nicht selten sogar 27–28 °C. Der Balaton ist ein Süßwassersee, d. h. auch Personen, deren Haut empfindlich auf Salz reagiert, können hier beruhigt baden. Die einzige und ernst zu nehmende Gefahr lauert im tiefen Wasser des Plattensees auf die Schwimmer. Bei plötzlich aufkommenden Stürmen kämpfen sogar konditionsstarke, erfahrene Schwimmer nur schwer gegen die kurzen hohen Wellen des Sees an. Einem Unglück kann aber leicht vorgebeugt werden: Im gesamten Balatonbereich macht ein Sturmwarnsystem mit Leuchtsignal die Badegäste und Segler rechtzeitig auf herannahende starke Winde und Stürme aufmerksam.

Die Badestrände am Nordufer und am Südufer des Balaton sind sehr unterschiedlich. Am Nordufer wird das Wasser schnell tiefer und nach 30-50 Metern reicht es einem schon über den Kopf. Die hiesigen Strände werden eher guten Schwimmern oder Badegästen mit größeren Kindern empfohlen. Sehr angenehm ist das Inselbad in Keszthely (B 4) – das Nachfolgebad eines früheren Badehauses – und schöne Strände befinden sich auch in Zánka (E 3), Tihany (G 3) und Balatonfüred (G 2-3).

An der Südseite des Sees ist das Wasser sehr seicht, es wird nur ganz allmählich tiefer, an den meisten Stellen kann man sogar fünfhundert Meter weit hineinwaten, ohne schwimmen zu müssen. Besonders seicht ist der unmittelbare Uferstreifen, wo auch die Kleinsten ausgezeichnet im kaum 50 Zentimeter tiefen Wasser herumtollen können. Deshalb wählen Familien mit Kleinkindern in der Regel lieber das Südufer. Wer indes mit größeren Kindern reist oder eben „auf Fitness” eingestellt ist, kann sich nach Lust und Laune im neuen Erlebnisbad in Balatonlelle (E 4) austoben.

Das östliche Ende des Balaton ist das Reich der Sonnenanbeter. Die Strände von Balatonkenese (H 2), Balatonakarattya (HI 2) und Balatonaliga (I 2) liegen in Richtung Süden zum See. Aufgrund ihrer Lage genießen sie vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag den Sonnenschein.