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Schon seit Urzeiten haben mit Sicherheit Menschen, die auf der Flucht oder aufgrund ihrer Arbeit hierzu gezwungen waren, im Wasser des Plattensees gebadet. Das Baden aus „Passion” und das Badeleben im heutigen Sinne entwickelten sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts, als die Stadtbewohner vor der städtischen Zivilisation flüchteten und scharenweise zum See kamen. Zeichnungen und Fotos erzählen von den hölzernen Badehäusern, die richtige Meisterwerke waren, und von dieser Zeit.
Das Baden war übrigens schon damals nicht mehr nur der Luxus der „feinen Leute”. Aufzeichnungen berichten davon, dass die Bauern von Mezõföld an schwülen Sommertagen nach Abschluss der Feldarbeiten - Ernten, Garben binden, Dreschen - in der Umgebung von Balatonaliga (I 2) und Balatonvilágos (H 3) zu Hunderten im See badeten.
Während der drei Sommermonate ist das Wasser des Plattensees am besten zum Baden
geeignet. In dieser Zeit sinkt die Wassertemperatur kaum unter 22 °C, im Hochsommer erreicht
sie nicht selten sogar 27–28 °C. Der Balaton ist ein Süßwassersee, d. h. auch Personen, deren
Haut empfindlich auf Salz reagiert, können hier beruhigt baden. Die einzige und ernst zu
nehmende Gefahr lauert im tiefen Wasser des Plattensees auf die Schwimmer. Bei plötzlich aufkommenden
Stürmen kämpfen sogar konditionsstarke, erfahrene Schwimmer nur schwer gegen die
kurzen hohen Wellen des Sees an. Einem Unglück kann aber leicht vorgebeugt werden: Im gesamten
Balatonbereich macht ein Sturmwarnsystem mit Leuchtsignal die Badegäste und Segler rechtzeitig auf
herannahende starke Winde und Stürme aufmerksam.
Die Badestrände am Nordufer und am Südufer des Balaton sind sehr unterschiedlich. Am Nordufer
wird das Wasser schnell tiefer und nach 30-50 Metern reicht es einem schon über den Kopf. Die hiesigen
Strände werden eher guten Schwimmern oder Badegästen mit größeren Kindern empfohlen. Sehr
angenehm ist das Inselbad in Keszthely (B 4) – das Nachfolgebad eines früheren Badehauses – und
schöne Strände befinden sich auch in Zánka (E 3), Tihany (G 3) und Balatonfüred (G 2-3).
An der Südseite des Sees ist das Wasser sehr seicht, es wird nur ganz allmählich tiefer, an den meisten
Stellen kann man sogar fünfhundert Meter weit hineinwaten, ohne schwimmen zu müssen. Besonders
seicht ist der unmittelbare Uferstreifen, wo auch die Kleinsten ausgezeichnet im kaum 50 Zentimeter tiefen
Wasser herumtollen können. Deshalb wählen Familien mit Kleinkindern in der Regel lieber das Südufer. Wer
indes mit größeren Kindern reist oder eben „auf Fitness” eingestellt ist, kann sich nach Lust und Laune im
neuen Erlebnisbad in Balatonlelle (E 4) austoben.
Das östliche Ende des Balaton ist das Reich der
Sonnenanbeter. Die Strände von Balatonkenese (H 2),
Balatonakarattya (HI 2) und Balatonaliga (I 2)
liegen in Richtung Süden zum See. Aufgrund ihrer
Lage genießen sie vom frühen Morgen bis zum
späten Nachmittag den Sonnenschein.
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