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Von den Speisen des Sees sind die Fische, unter ihnen der „König des Balaton”,
der Zander, am beliebtesten. Dieser Raubfisch aus der Familie der Barsche kann
ein Gewicht von 9-10 kg und eine Länge von 120 cm erreichen. Sein Fleisch ist
schneeweiß, zart, grätenlos und von makellosem Geschmack. Es ist also kein
Zufall, dass er seit Jahrhunderten am Balaton auf den Speisekarten ganz oben
steht. Nach der klassischen Zubereitungsmethode wird er im Ganzen gebacken.
Besondere hervorzuheben ist die Balatoner Fischsuppe. Ihre erste schriftliche
Erwähnung stammt aus dem 19. Jahrhundert und zwar aus der Gegend am Balaton.
Das Gut Festetics in Keszthely (B 4) enthielt in seinem Vertrag mit den Fischern die
Bedingung, dass diese verpflichtete, bei festlichen Gelegenheiten für die Gäste des
Grafen „Fischbrüh” zu kochen. Fischsuppe ist dann am leckersten, wenn sie aus möglichst
vielen Fischen gekocht wird, wobei die Karpfen- und Welsscheiben die „Krönung“ der
Suppe sind.
Die meisten Ausländer verbinden die ungarische Küche in erster Linie mit Paprika-,
Gulasch- und Pörköltgerichten, obwohl auch die ungarischen Gemüsegerichte einzigartig
und köstlich sind. Die ungarische Küche behandelt das Gemüse auf ganz spezielle Art.
Während in Europa und Nordamerika Gemüse im Allgemeinen naturell oder gedünstet auf
den Tisch kommt, wird es in Ungarn mit einer Mehlschwitze gebunden, mit Rahm oder Ei
angerührt bzw. mit Rahm oder Sahne angereichert oder in der eigenen Brühe serviert. Das
Dill-Rahm-Kürbisgemüse erntet sogar bei französischen Feinschmeckern höchste
Anerkennung! Vorzügliche Gerichte sind der ungarische Bohneneintopf mit geräucherter
Schweinshaxe, der Tomaten-Kraut-Topf mit gebratenen Rippchen oder eben der Linseneintopf
mit Debreziner Wurst.
Wenn man am Balaton zu Gast ist, lohnt es sich auch, die Wildgerichte zu kosten. Aus den
gewaltigen Wäldern an den Ausläufern des Bakony-Gebirges, im Gebirge von Keszthely und
im Hügelland von Somogy gelangen Reh, Hirsch, Wildschwein, Mufflon, Damwild, von den
großen Wiesenflächen Hase, Fasan und Rebhuhn auf den Tisch der Restaurants. Hier eine
kleine Kostprobe: Hirschschnitte in Rotwein mit eingemachten Preiselbeeren und
Kartoffelkroketten oder Hasenrücken in Wildrahmsauce mit Semmelknödeln.
Und am Schluss sollte keinesfalls der Name der brodelnden Kesselgulaschsuppe fehlen. Wer
vom Ausland zum ersten Mal an den Balaton kommt, sollte sein erstes Rendezvous mit der
ungarischen Küche und diesem „fürstlichen Bauerngericht” haben! Guten Appetit dazu und
guten Appetit zum Balaton!
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