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Die Natur hat den Balaton und das Naturschutzgebiet des Nationalparks
Balaton-Oberland reichlich mit Schönheit beschenkt. Experten bieten
Führungen an, wobei sich die Interessenten auf Lehrpfaden und an
Präsentationsstätten mit den botanischen und geologischen Besonderheiten
der Region bekannt machen können. Einen guten Fernblick auf die sehr
abwechslungsreiche Landschaft bietet der Szépkilátó (Schöner Ausblick) bei
Balatongyörök (C 4) – der einst sogar von Dichtern besungen wurde. Der Blick auf
die zauberhafte Vielfalt der Vulkanlandschaft des Nordufers ist von Fonyód (D 4)
aus oder vom Vár-hegy (Burgberg) bei Balatonboglár (E 4) am eindrucksvollsten.
Im Bogen der vor langer Zeit erloschenen Vulkane liegt verträumt das Káli-Becken
(DE 3). Über dem Schilf der natronhaltigen Teiche das Schreien der Wasservögel, auf
den Weiden der Klang der Kuhglocke, in den freundlichen, kleinen Dörfern arkadischer
Frieden. Gewiss ist es kein Werk des Zufalls, dass sich zahllose Persönlichkeiten aus
der Filmwelt, Kunstmaler und Schriftsteller hier in alten Bauernhäusern niedergelassen
haben.
Am Rande des Beckens bewachen phantastisch geformte Steingötzen die Stille der
Landschaft. Diese geologischen Gebilde, die auch im weltweiten Vergleich als Phänomen
gelten – und die auf ganz eigenartige Weise durch heißes, flüssiges Vulkangestein und die
Einwirkung des Windes entstanden sind – werden im Volksmund Steinerne Meere genannt.
Das schönste davon ist das Steinerne Meer von Szentbékkálla (D 3). Umgeben von
Felsen, die uns als abstrakte Skulpturen erscheinen, haben wir das Empfinden, im Garten
eines steinzeitlichen Zauberers zu sein.
Das hinter dem St. Georg-Berg versteckte schmucke, alte Städtchen Tapolca (D 3) hält eine
andere Besonderheit für die Liebhaber von Naturwundern bereit – eine Seehöhle. Auch sie
wurde von vulkanischen Kräften geformt: das heiße Wasser hatte ein Labyrinth aus verschlungenen
Gängen und Räumen in den Kalkstein gegraben, die dann von kristallklarem Karstwasser
durchflutet wurden. Während der Besucher auf dem sich windenden, stimmungsvoll
beleuchteten Wasserweg rudert, kommt es ihm vor, als fahre er mit dem Kahn des Charon in die
mythologische Unterwelt. Die Höhlen unter der Stadt dienen übrigens nicht nur als
Touristenattraktion, denn ihr besonderes Klima ist zur Heilung von schweren Erkrankungen der
Atmungsorgane bestens geeignet. Das gut ausgestattetes Kurhotel bietet den Patienten
angenehme Bedingungen für ihre Genesung im Rahmen der Höhlentherapie.
Zwanzigtausend Jahre lang war die weiträumige Sumpfwelt des Kis-Balaton (Kleiner Balaton –
AB 5) am westlichen Ende des Sees ein natürlicher Filter für den Fluss Zala, der den Balaton speist.
Vor drei Generationen wurde der Fluss Zala direkt in den Balaton geleitet, dessen gesundes, reines
Wasser daraufhin ein halbes Jahrhundert lang durch den Fluss mit Schmutz und Schlamm verunreinigt
wurde. Das Problem wurde auf eine weltweit
einzigartige Weise gelöst: durch Wiederherstellung eines
dem ursprünglichen Urmoor ähnlichen Zustands. Der vor
anderthalb Jahrzehnten fertig gestellte 20 Quadratkilometer
große Speicher ist heute ein Naturschutzgebiet,
in dem es wie einst wieder Scharen von Vögeln gibt. Ein
bezauberndes Detail ist die Insel von Kányavár.
Unterwegs in der Umgebung des Kis-Balaton erwartet den
Ökotouristen noch eine andere Sehenswürdigkeit: das
Büffelreservat in Kápolnapuszta (B 6). Früher wurde dieses
ungewöhnlich kräftige Tier für die schwersten Arbeiten
gebraucht, langsam wurde es jedoch durch friedlichere Rinder,
die auch anderweitig genutzt werden konnten, aus der
Landwirtschaft verdrängt. In Europa findet man dieses vom
Urbüffel abstammende, grimmig aussehende Tier nur noch hier in
Kápolnapuszta und in Siebenbürgen.
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