Im Feuer geborene Berge
Ein guter Teil des nördlichen Balatonufers entstand durch Vulkanismus. Durch diese Kraft, welche die Erde am stärksten formte, wurden die Berge „geboren“. Der Kranz von ausgekühlten Basaltvulkanen ist heute ein Touristenparadies. An den Berghängen aus Basalt war die ausgetretene Lava so zu Säulen erstarrt, als würden gigantische Orgeln hier die Schönheit der pannonischen Landschaft lobpreisen. Am größten ist die Basaltorgel des Szent György-hegy (St.- Georgs-Bergs - D 3). Ihre „Pfeifen” haben einen metergroßen Durchmesser. Stehen wir im verlassenen Grubenhof des Hegyestû (E 3), türmen sich vor uns Tausende von Basaltsäulen gleich den Falten eines aus Stein gewebten Vorhangs.
 
Klein-Balaton, Reihers
  Von Wellen umarmt
  Wunder der Natur
  Sport, Fitness? Balaton!
  Schöne Städte, bunte Programme
  Farben und Klänge der Folklore
  Balatonwein-Führer
  Küchengeheimnisse vom Balaton
  Berühmte Quellen, heilende Stätten
 
 
   

Die Natur hat den Balaton und das Naturschutzgebiet des Nationalparks Balaton-Oberland reichlich mit Schönheit beschenkt. Experten bieten Führungen an, wobei sich die Interessenten auf Lehrpfaden und an Präsentationsstätten mit den botanischen und geologischen Besonderheiten der Region bekannt machen können. Einen guten Fernblick auf die sehr abwechslungsreiche Landschaft bietet der Szépkilátó (Schöner Ausblick) bei Balatongyörök (C 4) – der einst sogar von Dichtern besungen wurde. Der Blick auf die zauberhafte Vielfalt der Vulkanlandschaft des Nordufers ist von Fonyód (D 4) aus oder vom Vár-hegy (Burgberg) bei Balatonboglár (E 4) am eindrucksvollsten. Im Bogen der vor langer Zeit erloschenen Vulkane liegt verträumt das Káli-Becken (DE 3). Über dem Schilf der natronhaltigen Teiche das Schreien der Wasservögel, auf den Weiden der Klang der Kuhglocke, in den freundlichen, kleinen Dörfern arkadischer Frieden. Gewiss ist es kein Werk des Zufalls, dass sich zahllose Persönlichkeiten aus der Filmwelt, Kunstmaler und Schriftsteller hier in alten Bauernhäusern niedergelassen haben.

Am Rande des Beckens bewachen phantastisch geformte Steingötzen die Stille der Landschaft. Diese geologischen Gebilde, die auch im weltweiten Vergleich als Phänomen gelten – und die auf ganz eigenartige Weise durch heißes, flüssiges Vulkangestein und die Einwirkung des Windes entstanden sind – werden im Volksmund Steinerne Meere genannt. Das schönste davon ist das Steinerne Meer von Szentbékkálla (D 3). Umgeben von Felsen, die uns als abstrakte Skulpturen erscheinen, haben wir das Empfinden, im Garten eines steinzeitlichen Zauberers zu sein.

Das hinter dem St. Georg-Berg versteckte schmucke, alte Städtchen Tapolca (D 3) hält eine andere Besonderheit für die Liebhaber von Naturwundern bereit – eine Seehöhle. Auch sie wurde von vulkanischen Kräften geformt: das heiße Wasser hatte ein Labyrinth aus verschlungenen Gängen und Räumen in den Kalkstein gegraben, die dann von kristallklarem Karstwasser durchflutet wurden. Während der Besucher auf dem sich windenden, stimmungsvoll beleuchteten Wasserweg rudert, kommt es ihm vor, als fahre er mit dem Kahn des Charon in die mythologische Unterwelt. Die Höhlen unter der Stadt dienen übrigens nicht nur als Touristenattraktion, denn ihr besonderes Klima ist zur Heilung von schweren Erkrankungen der Atmungsorgane bestens geeignet. Das gut ausgestattetes Kurhotel bietet den Patienten angenehme Bedingungen für ihre Genesung im Rahmen der Höhlentherapie.

Zwanzigtausend Jahre lang war die weiträumige Sumpfwelt des Kis-Balaton (Kleiner Balaton – AB 5) am westlichen Ende des Sees ein natürlicher Filter für den Fluss Zala, der den Balaton speist. Vor drei Generationen wurde der Fluss Zala direkt in den Balaton geleitet, dessen gesundes, reines Wasser daraufhin ein halbes Jahrhundert lang durch den Fluss mit Schmutz und Schlamm verunreinigt wurde. Das Problem wurde auf eine weltweit einzigartige Weise gelöst: durch Wiederherstellung eines dem ursprünglichen Urmoor ähnlichen Zustands. Der vor anderthalb Jahrzehnten fertig gestellte 20 Quadratkilometer große Speicher ist heute ein Naturschutzgebiet, in dem es wie einst wieder Scharen von Vögeln gibt. Ein bezauberndes Detail ist die Insel von Kányavár.

Unterwegs in der Umgebung des Kis-Balaton erwartet den Ökotouristen noch eine andere Sehenswürdigkeit: das Büffelreservat in Kápolnapuszta (B 6). Früher wurde dieses ungewöhnlich kräftige Tier für die schwersten Arbeiten gebraucht, langsam wurde es jedoch durch friedlichere Rinder, die auch anderweitig genutzt werden konnten, aus der Landwirtschaft verdrängt. In Europa findet man dieses vom Urbüffel abstammende, grimmig aussehende Tier nur noch hier in Kápolnapuszta und in Siebenbürgen.