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Ungarn ist sehr auf den Erhalt und die Pflege seiner Traditionen bedacht. Typisch für die
ungarischen Tänze ist, dass darin immer die persönliche Meisterschaft zur Geltung kommt. Die
Soloproduktionen - die Burschentänze, die Stabtänze der Hirten oder der Flaschentanz der Mädchen
- erfordern eine fast schon akrobatische Geschicklichkeit und viel Übung. In vielen Wirtshäusern
(ungarisch: „Csárda”) erhalten Besucher beim Abendessen auch eine Kostprobe aus der
Schatzkammer des ungarischen Volkstanzes. Die Csárda ist einer der Geburtsorte des Tanzes. In alter
Zeit fing man meistens im Hof oder auf dem Stampfboden der Csárda zu tanzen an, hier wurden
gemeinsam große Feste gefeiert. Die Mädchen trugen ihre schönste Tracht und führten Tänze auf, die
Burschen versuchten mit stürmischen Tänzen, in denen sie ihre Kraft und Geschicklichkeit bewiesen, zu
zeigen, wer der Erste im Dorf ist. Es ist sehr erfreulich, dass heute in den alten neuen Csárda-Gebäuden
wieder getanzt wird. Am Südufer in Szántódpuszta (G 3), nicht weit von der Anlegestelle der Fähre, stellt
ein wunderbarer Baudenkmalkomplex den Alltag und die Wirtschaftsführung der Dorfbewohner in alten
Zeiten vor. Die nahezu 30 Gebäude des Einödgehöfts (ungarisch: „Puszta”) präsentieren im originalgetreuen
Zustand einen Meierhof aus dem 19. Jahrhunderts. Scheuen, Ställe, Schmiede, Haus des Verwalters, Csárda>
- alles ist hier vorhanden, was jemals ein notwendiges Zubehör im Wirtschaftszentrum eines
Großgrundbesitzes war. Die Gebäude sind im authentischen Stil der damaligen Zeit ausgestattet. Oft werden
hier auch Gemäldeausstellungen organisiert, deren Thema natürlich der Balaton ist. Hier befindet sich ein
ansehnliches Gestüt, von Juni bis September finden vormittags sehenswerte Vorführungen statt. In Szántódpuszta
kann auch das einzige Aquarium, das die Pflanzen- und Tierwelt des Balatons vorstellt, besichtigt werden.
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